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Juliana P. am Freitag vor dem Landgericht. Die Prostituierte verbirgt ihr Gesicht hinter einem Aktenordner.

Rotlicht-Erpressung

Liebesdame forderte Millionen- Summe von Unternehmer (80)

München - Ein Unternehmer aus München führte jahrelang eine intime Beziehung mit einer Prostituierten. Dann forderte sie plötzlich mehrere Millionen Euro von ihm. Jetzt kam es zum Prozess.

Diese Liebe hat ihn fast die Existenz gekostet: Fünf Jahre lang führte ein Münchner Unternehmer eine intime Beziehung mit einer Prostituierten. Er machte ihr Geschenke und richtete eine Wohnung für sie ein. Doch dann soll die Liebesdame den wohlhabenden Mann eiskalt erpresst haben: Wenn er nicht zahle, würde sie alles seiner Ehefrau erzählen. Und verlangte laut Anklage mehrere Millionen Euro!

Vor dem Landgericht kam es am Freitag zum Prozess. Auf der Anklagebank: Juliana P. (41, Name geändert), eine dralle Brünette. Sie ist in Oberbayern aufgewachsen. Vier Geschwister, Hauptschulabschluss, Ausbildung beim Friseur. Zehn Jahre arbeitete sie als Gesellin. „Dann konnte ich nicht mehr“, sagt sie. Und fing 2007 als Prostituierte im Leierkasten an …

Vor Gericht grinst sie und gibt sich selbstbewusst. Laut Anklage lernte sie den greisen Kaufmann im Jahr 2008 kennen – als Kunden. Sie gab sich zärtlich und verständnisvoll. Zufrieden buchte Horst W. (80, Name geändert) immer wieder ihre Liebesdienste. Über die Zeit entwickelte sich eine festere Beziehung. Laut Anklage richtete der Unternehmer nicht nur ein Konto für Juliana P. ein, auf das er nach gemeinsamen Treffen stets Geld einzahlte – sondern auch eine Mietwohnung in der Leopoldstraße, in der die Prostituierte mit ihrer Tochter wohnen durfte.

Aber damit nicht genug. Im März 2013 soll Horst W. seiner Liebesdame sogar geholfen haben, ein eigenes Bordell zu eröffnen. Laut Anklage stellte er dafür 600.000 Euro bereit. Juliana P. eröffnete als Chefin einen Club in Milbersthofen. Nur rund ein Jahr lang ging das Geschäft aber gut, danach klagte Juliana P. über Einbußen.

Bis Anfang Mai 2015 häufte sie rund 250.000 Euro Schulden an – und drängte angeblich den Unternehmer, dafür aufzukommen. Er aber weigerte sich. Deshalb soll sie ihn erpresst haben! Laut Anklage zahlte Horst P. unter massivem Druck schließlich doch, damit seine Ehefrau nichts von den Puff-Besuchen erfuhr. Das Geld soll Juliana P. nach und nach in bar abgehoben und für private Ausgaben verwendet haben.

Früher arbeitete Juliana P. im Leierkasten.

Ab September 2015 soll es zum Streit zwischen dem Unternehmer und der Prostituierten gekommen sein. Aus Angst, dass Horst W. sie nicht mehr buche und sie kein Geld mehr erhält, beschloss Juliana P. angeblich, den Sex mit dem Senioren zu filmen – um ihn weiter unter Druck setzen zu können. Laut Anklage besorgte ein Komplize (37), den sie als Türsteher kennengelernt hatte, die Kamera. In einem Hotel in Bogenhausen soll sie schließlich unbemerkt ein Sex-Video angefertigt und auch 14 Fotos gemacht haben, auf denen der Unternehmer nackt zu sehen ist. Diese pikanten Aufnahmen drohte sie wohl an seine Firma und seine Ehefrau zu schicken -– und forderte bis Ende Januar 2016 insgesamt sechs Millionen Euro.

Horst W. aber reichte es. Völlig entkräftet meldete er sich bei der Polizei, die Juliana P. sofort verhaftete. Vor Gericht sagte sie Freitag: „Ich habe mittlerweile eine Million Euro Schulden.“ Alles Verbindlichkeiten bei Horst P., der sein Geld nun zurückhaben will. Zittrig wurde auch er Freitag Mittag in den Gerichtssaal geführt, beide Aussagen fanden aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Bei Redaktionsschluss war das Urteil von Richter Anton Winkler noch nicht bekannt.

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