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Der Preis: Wer alle 21 Fragen richtig beantwortet hat, dem überreicht Gerhard Holz diesen Aufkleber.

Fragebogen vom Förderverein Bairische Sprache

Bairisch lernen: A Mordsgaudi auf da Wiesn

München - Sie verstehen am Stammtisch nur Bahnhof? Die Kommunikation auf Englisch fällt Ihnen leichter, als im Dialekt? Zeit Bairisch zu lernen – am Stand des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte auf der „Oidn Wiesn“.

Mittags auf der Wiesn: Katharina Spicker aus München hat es sich auf einer Bierbank im Schatten bequem gemacht – Bier trinkt sie aber nicht. Ganz im Gegenteil: Vor ihr liegt ein Fragebogen des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte (FBSD). „Des is doch koa Bairisch“, schimpft sie. Denn die Wörter, die es ins Hochdeutsche zu übersetzen gilt, haben es in sich. Selbst sie, die sie ihr Leben lang Dialekt gesprochen hat, tut sich schwer. „Wos is denn a Breznsoiza?“ Ein Bayrischer Tanz, ein ungeschickter Mensch oder ein Bäckerlehrling?

„Ungeschickter Mensch ist richtig“, weiß Gerhard Holz, der Gründer und Ehrenvorsitzende des Landschaftsverbands München – Stadt und Land des FBSD, schließlich stammen etwa 500 der 600 Fragen aus seiner Feder. Und damit nicht genug: Auch die Idee, einen Stand auf dem Oktoberfest zu beziehen hatte der 70-Jährige. „Wir wollen das Bewusstsein der Leute fördern, damit sie den Dialekt zu schätzen wissen.“ Gerade im Münchner Raum gerate dieser nämlich mehr und mehr in Vergessenheit. „Wir wollen die Leute neugierig machen.“ Und den Dialog suchen.

Erfolg per Mundpropaganda

Das gelingt, denn nach und nach finden immer mehr Interessierte den Weg zum Stand auf dem ZLF-Gelände. Unter ihnen ist auch Josef Weinguni aus Wolfratshausen – wenn auch eher zufällig. „Wir sind da im Vorbeigehen drauf gestoßen.“ Auch er hat sich an dem Fragebogen versucht, auf zwölf Richtige bei 21 Fragen hat es Weinguni gebracht. „Ich lerne und pflege den Dialekt nicht, insofern bin ich mit meinem Ergebnis ganz zufrieden.“ Für Weinguni sind Tradition und damit auch der Dialekt aber wichtig. Ein Gefühl, sagt er.

Ähnlich sieht das auch Holz. Deswegen kam ihm im Jahr 2010, dem Wiesn-Jubiläumsjahr, die Idee, einen FBSD-Stand zu errichten. „Das war damals im Museumszelt auf der Oidn Wiesn.“ Der Stand ist so gut angekommen, dass die Veranstalter inzwischen auf den Verein zukommen – nicht umgekehrt. Die größte Schwierigkeit habe zu Beginn darin bestanden, junge Leute dazu zu bringen, Fragebögen auszufüllen. „Die hatten Angst, dass sie sich blamieren.“ Aber die Veranstalter hatten Glück: Mundpropaganda führte binnen weniger Tage dazu, dass sich ganze Menschenmassen um den Stand versammelten. Alle wollten ihre Bairisch-Kenntnisse testen – sogar einige junge Leute. Fünf verschiedene Fragebögen haben Holz und seine Kollegen in diesem Jahr dabei. Auf jedem finden sich 21 bairische Wörter, für die je drei hochdeutsche Übersetzungsvorschläge angegeben sind. Ein richtiges Lieblingswort hat Holz nicht. „Interessant finde ich das Wort „fei“. Das gibt es in der Hochsprache nicht.“ Tatsächlich gibt es dafür keine allgemeingültige Übersetzung.

Inzwischen tummeln sich rund 30 Menschen am Stand des FBSD. Darunter vereinzelt auch junge Leute wie Afra Nickl aus München. Auch sie ist zufällig hier, auch sie spricht – zumindest im Elternhaus – bairisch. Etwa die Hälfte der Wörter hat Afra richtig übersetzt. „Da sind schon einige Begriffe dabei, die man nicht mehr alltäglich verwendet“, sagt sie. 21 Richtige – beinahe unmöglich. „A Mordsgaudi“ hatten aber trotzdem alle.

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