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Brigitte von Imhof (l.) mit ihrem Mann Chris und Löwenbräu-Wirtin Stephanie Spendler.

Brigitte von Imhof verteidigt das Oktoberfest

Sie kommt aus Alaska und schreibt einen Liebesbrief an die Wiesn

München - Brigitte von Imhof lebt in Alaska - und kommt jedes Jahr extra für die Wiesn nach München. Sie hat 2015 einen flammenden Liebesbrief an das Oktoberfest verfasst. Den zeigen wir Ihnen gerne noch einmal.

Lasst mir meine Wiesn! Die gebürtige Münchnerin Brigitte von Imhof (58) liebt das Oktoberfest so sehr, dass sie jedes Jahr mit ihrem Mann Chris (75) aus Alaska anreist. „Ich möchte zumindest theoretisch jeden Tag die Chance haben, auf die Wiesn zu gehen.“

Und weil sie die Wiesn so liebt, hat von Imhof einen flammenden Liebesbrief an das größte Volksfest der Welt verfasst: "Wenn meine auswärtigen Bekannten an der Wiesn herumkritteln, schalte ich auf Durchzug. So voll, so teuer, so viele Betrunkene, dieses Promi-Getue, dieser Hype. Sollen sie reden, sollen sie schimpfen. Als waschechte Münchnerin ist mir die Liebe zur Wiesn einfach in die Wiege gelegt worden." (den ganzen Brief können Sie unten nachlesen).

Immer fest eingeplant: ein Besuch im Löwenbräuzelt. „Seit ich ein Kind bin, schaut Brigitte bei uns vorbei“, sagt Wirtin Stephanie Spendler. „Letztens haben uns die von Imhofs zu einem Karibu-Hirsch eingeladen. Richtig gut!“

Eine Spezialität in Alaska, erzählt von Imhof. Sie ist ihrem Mann - einem gebürtigen Garmisch-Partenkirchner - vor neun Jahren in die neue Heimat gefolgt. In Alaska und in Österreich haben sie jetzt einen Wohnsitz.

Die von Imhofs beim Fischen in Alaska.

„Die Leute sind lässiger in Alaska. Dafür sind die Dörfer schöner bei uns in Bayern.“ An der Wiesn fasziniert sie das Internationale: „An einem vollen Tag sind fast so viele Leute dort, wie Alaska Einwohner hat: 700.000!“

Künftig könnte von Imhof wieder häufiger in der Stadt sein: „Ich werde im Oktober Oma: Der Rückflug ist noch nicht gebucht.“

Oktoberfest: Mein Liebesbrief an die Wiesn

"Lasst mir meine Wiesn!

Wenn meine auswärtigen Bekannten an der Wiesn herumkritteln, schalte ich auf Durchzug. So voll, so teuer, so viele Betrunkene, dieses Promi-Getue, dieser Hype. Sollen sie reden, sollen sie schimpfen. Als waschechte Münchnerin ist mir die Liebe zur Wiesn einfach in die Wiege gelegt worden.

Es gibt Bilder von mir als Zweijährige mit einem umgehängten Lebkuchenherz, das fast auf dem Boden geschleift ist. Und ein anderes mit einer Zuckerwatte in der Hand, doppelt so groß wie mein Kopf. Als Schulkind, weiß ich noch, ist war der erste Wiesn-Dienstag Familientag. Mit dem Papi, der direkt aus dem Geschäft kam, haben wir uns um fünf Uhr an dem Holzkutter vor der Fischer-Vroni getroffen.

Wenn das Karussellgeld – ein Zehner aus der Sparbüchse und eine beachtliche Spende von der Oma – verfahren war, gingen wir ins Augustinerzelt, für das Papa Bier- und Hendlmarken hatte. Später als Teenager hing ich nach ein paar ruinösen Achterbahnfahrten die meiste Zeit mit meinen Freundinnen am Autoscooter herum. Es gab für uns Mädels nichts Cooleres, als einen einzelfahrenden Jungen ins Visier zu nehmen und sich lässig und ohne Vorankündigung zu ihm auf den freien Nebensitz zu schwingen.

 Das war preiswert, eben saucool und nicht selten sprang bei der Aktion ein vielversprechender Aufriss heraus. Im Jahr, in dem ich mein Abitur machte, wurde die Liebe zur Wiesn auf eine harte Probe gestellt: Ich arbeitete als Wiesnbedienung im Hippodromzelt. Die 16 Tage waren brutal. Doch der Job hat mich resolut, selbstbewusst – und für meine Verhältnisse stinkreich gemacht, so dass ich mir einen gebrauchten, gut erhaltenen VW Käfer locker leisten konnte.

Zugegeben, nach diesem Arbeitseinsatz hatte ich von der Wiesn erst einmal die Schnauze voll und konnte kein Dirndl mehr sehen. Doch nach einem Jahr Wiesnpause zog es mich wieder hinaus. Noch heute befällt mich dieses eigenartige Herzflattern wie das bei einer Frischverliebten, wenn die Aufbauarbeiten auf

der Theresienwiese beginnen. Zigmal rechne ich nach, wie oft ich noch schlafen muss bis zum Wiesnanstich und keine Macht der Welt wird mich je den immer am ersten Donnerstag reservierten Tisch im Löwenbräuzelt aufgeben lassen (sofern mir der Wirt Wiggerl Hagn keinen Strich durch die Rechnung macht).

Mein Mann hat nach Jahren endlich kapiert, dass für die gesamte Wiesnzeit Urlaubssperre gilt, auch wenn er über seinen Geburtstag Ende September gerne auch mal wegfahren würde. Vergiss es, Schatz. Kein Duft kann so wunderbare Gefühle in mir wecken wie das unvergleichliche Aroma von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte, Bierdunst und Pferdeäpfeln.

Die meisten Nicht-Münchner werden das nie begreifen. Müssen sie auch nicht. Ich kapiere doch auch nicht, warum sich im Rheinland zum Karneval Menschen aller Bildungsschichten Kappen mit albernen Glöckchen aufsetzen und sich über lauwarme Witze aus der Bütt vor Lachen auf die Schenkel schlagen. Aber ich lasse ihnen ihre Freude – so lange sie mir meine Wiesn lassen."

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So schön ist das Oktoberfest von oben

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