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Johannes Heininger wundert sich über die laxen Kontrollen.

Nicht in jede Tasche wird geguckt

Ist das alles? Verwunderung über lasche Wiesn-Kontrollen

München - Lange wurden die Taschenkontrollen beim diesjährigen Oktoberfest angekündigt. Doch trotz strenger Vorschriften scheinen die Kontrollen bisher nur sehr lasch durchgeführt zu werden. 

Vom neuen Rucksackverbot hatten die meisten Wiesn-Besucher offensichtlich gehört und ihre Taschen zuhause gelassen. Die Kontrollen an den Zugängen zur Theresienwiese und der Dauerregen trübten die gute Stimmung bei den meisten ohnehin nicht. Auch die Musiker in Tracht mussten am Wiesn-Eingang ihr Gepäck kontrollieren lassen. 450 Ordner, fast doppelt so viele wie im Vorjahr, hat die Stadt engagiert. Die Polizei schickt hundert Beamte mehr.

Wie die Polizei München erklärt, verliefen die Kontrollen am Vormittag ruhig und unauffällig. Eine Augenzeugin wunderte sich gegenüber unserer Redaktion jedoch: Sie sei nicht kontrolliert worden beim Reingehen und hat auch sonst niemanden um sich herum gesehen, der die Tasche aufmachen musste. Und tz-Reporter Johannes Heininger berichtete am Samstagvormittag verwundert: "Drin das Ding! Das ging ja einfach! Maximal drei Liter Taschenvolumen? Von wegen! Ein Ordner wollte zwar reinschauen, was ich aber am Taschenboden versteckt haben könnte, interessierte ihn nicht."

Was sagt die Polizei zu den möglicherweise zu laschen Kontrollen? "Dem müssen wir noch nachgehen. Wir haben davon auch schon gehört. Ob da etwas dran ist, kann ich noch nicht bestätigen", so Sprecherin Claudia Künzel.

Polizei-Präsident Hubertus Andrä hat die ersten Stunden der Wiesn 2016 als sehr angenehm und entspannt empfunden. Er sagt: "Bislang gibt es nicht das geringste Anzeichen für eine Bedrohungslage. Die Einsatzkräfte zeigen Präsenz und haben alles im Griff."

De Maizière unterstützt das Rucksackverbot

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) unterstützt im Anti-Terror-Kampf auch Rucksackverbote und befürwortet den Einsatz einer Gesichtserkennungssoftware an Flughäfen und Bahnhöfen. "Ein Rucksackverbot bei bestimmten Großveranstaltungen kann sinnvoll sein", sagte de Maizière der "Bild am Sonntag" (Ausgabe vom 21. August). 

Für de Maizière bedeutet das Rucksackverbot auf dem Oktoberfest keine Beschneidung der Freiheit: "Wir werden uns an erhöhte Sicherheitsmaßnahmen wie längere Schlangen, stärkere Kontrollen oder personengebundene Eintrittskarten gewöhnen müssen", sagte er.

"Das ist lästig, unbequem und kostet Zeit, ist aber für mich keine Einschränkung der Freiheit." De Maizière wies zugleich darauf hin, dass "jeder Museumsbesucher" längst daran gewöhnt sei, "dass er am Eingang Tasche oder Rucksack abgeben muss".

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AFP/dpa/mt/jh

Johannes Heininger

Johannes Heininger

E-Mail:Johannes.Heininger@tz.de

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