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Für ihre Bio-Pläne erntet die Stadt Kritik.

Auch für die Stände ändert sich was

Wiesn-Revolution stößt auf Kritik

München - Auf dem Oktoberfest 2016 bahnt sich eine Bio-Revolution an. Die Wiesn-Hendl sollen in Zukunft mit speziellen Siegeln ausgezeichnet werden. Es gibt Kritik.

Welches Hendl hätten Sie denn gerne: bio oder konventionell? Bisher spielte diese Frage bei Wiesn, Dult und Christkindlmarkt nur eine untergeordnete Rolle. Die Stadt will das ändern, die Zulassungskriterien anpassen. Es geht zum einen darum, Traditionsbetriebe zu stärken, aber auch um Ökologie! Wer künftig auf Bio setzt, soll mehr Punkte erhalten. Das gilt auch für Betriebe, die ihre Produkte aus der Region beziehen. Am besten schneidet demnach der Unternehmer ab, der Bio-Waren aus dem Umland anbietet. Dafür gibt es eigene Sigel, mit denen sich die Geschäfte künftig schmücken können.

Entscheiden wird nächste Woche der Stadtrat über die Vorlage von Referent Josef Schmid (CSU). Dem ein oder anderen Münchner schlägt der Plan allerdings jetzt schon auf den Magen, denn Bio und konventionelle Waren würden gleich gestellt.

Dieses Siegel sollen in Zukunft Hendl aus der Region tragen.

Vorgesehen ist, dass Betriebe, die sich mit regionaler Kost für einen Platz auf dem Oktoberfest bewerben, zwei Punkte bekommen. Wer ausschließlich Bio-Fleisch anbietet, erhält drei Punkte. „Damit wird Bio nicht verbessert, sondern abgewertet“, sagt Christiane Stenzel vom Aktionsbündnis Artgerechtes München. Denn: Regionale Herkunft kann auch ein Mastbetrieb sein, hat also mit Bio nichts zu tun. Und artgerechte Haltung schlage sich im neuen Bewertungssystem gar nicht nieder. Schmid: „Die Vorwürfe weise ich zurück. Wir haben da einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht.“

Die Änderungen der Stadt gehen aber noch weiter: So soll beim Kriterium Tradition künftig mehr darauf geachtet werden, wie alt das Konzept des Schaustellers oder des Festwirtes ist. Das Alter des Gebäudes spielt keine Rolle.

Dieses Siegel bekommen Bio-Hendl.

Laut Verwaltung soll somit sichergestellt sein, dass Betreiber auch den Mut haben, ihre Geschäfte zu modernisieren. So mancher habe sich nämlich abschrecken lassen, etwas neu zu gestalten, aus Angst, dadurch Punkte beim Kriterium Tradition zu verlieren. Wirte-Sprecher Toni Roiderer: „Ich halte das für richtig. Der Unternehmer muss die Möglichkeit haben, etwas zu modernisieren, ohne dass ihm das negativ ausgelegt wird.“ Schmid: „Wir haben, im Rahmen des rechtlich Zulässigen, das Kriterium der Tradition gestärkt. Das ist mir auch persönlich sehr wichtig. Wir müssen darauf achten, dass die Tradition nicht zu sehr zurückgedrängt wird.“

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