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Schichtl Schauer ist seine Lederhose los.

Erlös für einen guten Zweck

Warum der Schichtl seine 28 Jahre alte Lederhose versteigert

München - 28 Jahre sind eine lange Zeit. So lange trug Manfred Schauer alias Schichtl bei den Enthauptungen seine Lederhose. Nun hat er sie für eine stattliche Summe versteigert.

„Jetzt hat der Schichtl erst einmal nix mehr zu melden.“ Das bekommt Manfred Schauer selten zu hören. Und so ganz kann Bürgermeister Josef Schmid diese Ankündigung auch nicht wahr machen. Er fungiert an diesem Tag als Auktionator.

Denn der Schichtl hat seine alte Lederhose zur Versteigerung freigegeben – nachdem er diese 28 Jahre bei seiner Arbeit auf der Wiesn getragen hat. Und natürlich kann sich Schauer verbal nur schwer zurückhalten. Dem schlechten Wetter geschuldet findet die Versteigerung nicht vor dem Varieté, sondern im gleichnamigen kleinen Wirtshaus statt.

Schichtl macht das nicht zum Spaß

Freilich macht Schauer das nicht nur zum Spaß, sondern für einen guten Zweck. Der Erlös aus der Versteigerung geht komplett an die Münchner Tafel. „Auch in unserem wohlhabenden München gibt es Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind“, gibt Bürgermeister Schmid zu Bedenken.

Damit für den guten Zweck eine ordentliche Summe zusammen kommt, verspricht der Bürgermeister gleich zu Beginn der Auktion noch einen besonderen Anreiz – denn der Schichtl zieht im Anschluss die Lederhosen noch an Ort und Stelle aus. „Ich bin zwar nicht der Erlös, aber ohne Lederhosen bin ich eindeutig der Hauptgewinn“, gibt sich Schichtl Schauer selbstbewusst.

Schießler sorgt für Beistand

Für den göttlichen Beistand sorgt Pfarrer Rainer Maria Schießler, der das gute Stück vor dem Besitzerwechsel segnen soll. „Das beste Stück steckt in der Lederhosn – und das ist der Schichtl selbst“, sagt Schießler. Und so wird kurzerhand nicht nur die Lederhose, sondern auch Manfred Schauer selbst „partiell“ gesegnet, wie er selbst lachend feststellt. Mit Gottes Segen geht es dann in die Versteigerung.

Viel Geld für so ein altes Stück. 1300 Euro zahlte ein Sammler für die Lederhose.

100 Euro Startgebot legt Auktionator Schmid fest. Das erste Gebot kommt von Wiesn-Stadtrat Otto Seidl: 150 Euro. Im Hunderterschritt geht der Preis nach oben. Den Zuschlag bekommt schlussendlich Herbert Lipah vom „Lederhosenwahnsinn“ in der Borstei. Für ihn ist es schon die zweite Schichtl-Lederhose für seine Sammlung – für 1300 Euro. „Dafür könnte man auch zwei Tage auf der Wiesn feiern“, scherzt Schauer. Bei der Verabschiedung seiner Hose wird er doch sentimental. „Pfiat di“, haucht er wehmütig. „Es war so schee mit dir“.

Lisa-Marie Birnbeck

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