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Im Aufwind: Am Wochenende standen die Besucher erstmals Schlange, um – wie hier im Top Spin – mitfahren zu können.

"Ruhig und friedlich"

Weniger Besucher und eine Zapf-Panne: Die Wiesn-Halbzeit-Bilanz

München - Mit der Sonne kamen die Besucher: Nach einem greislichen Auftakt mit sintflutartigen Regenfällen strömten am Wochenende die Besucher auf die Wiesn.

Die Veranstalter sprechen zur Halbzeit von einer „ruhigen und friedlichen Wiesn“ mit deutlich weniger Besuchern.

Knapp unter drei Millionen Besucher in der ersten Woche – so lautet zumindest die offizielle Zahl. Das wäre nur ein bisschen weniger als im Vorjahr, dabei fehlten am ersten Wochenende schon 500 000 Besucher, und auch der Wochenstart verlief alles andere als glückselig. Zum Vergleich: 2015 waren es drei Millionen Gäste zur Halbzeit. Wahrscheinlicher sind maximal 2,5 Millionen Besucher, aber eine genau Zahl gab die Stadt am Sonntag nicht bekannt.

Seit Samstag nun die Kehrtwende: Erstmals mussten die großen Zelte, die schon die ganze Woche über gut besucht waren, wegen Überfüllung schließen. Eindeutiger Verlierer der ersten Woche sind die Schausteller. Ihre Sprecherin Yvonne Heckl spricht von einem „desaströsen Start“, wetterbedingt. Man hoffe aber, in der zweiten Woche zur Normalität zurückzufinden. Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU): „Die Schausteller schauen seit Dienstag deutlich zufriedener drein.“

Sicherheit

„Die Sicherheitsvorkehrungen haben sich bewährt“, sagte Schmid. „Der erste Stresstest am Samstag“ sei bestanden. Wenngleich Schmid einräumte, dass an den Rückstaus bei den Zauneingängen noch nachgebessert werden müsse. Trotz der Kontrollen müsse aber jedem klar sein: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie bei Großveranstaltungen wie der Wiesn.“ Die Münchner Polizei spricht von einer „entspannten ersten Wiesnwoche“. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der angezeigten Straftaten bis Sonntagfrüh deliktübergreifend von 622 auf 498 Fälle zurück (siehe auch weitere Wiesn-Seite).

Rucksack-Verbot

Das Rucksack-Verbot bleibt auch in der zweiten Woche bestehen. „Verbot heißt Verbot“, unterstrich Schmid am Sonntag nochmals und forderte die einheimischen Besucher eindringlich auf, sich auch daran zu halten. Erlaubt sind Taschen bis maximal drei Liter. Gerade zu Stoßzeiten könne die eigens eingerichtete Gepäckaufbewahrung aber schnell voll sein, so wie am vergangenen Samstag. Schmid kündigte an, dass in der kommenden Woche zwei zusätzliche Aufbewahrungs-Container vom beendeten Zentral-Landwirtschaftsfest am Wiesn-Eingang aufgestellt werden.

Essen und Trinken

Der Bierkonsum ist im Vergleich zum Vorjahr laut Stadt um 15 Prozent zurückgegangen. Der Dauerregen zu Beginn vermieste gerade den Biergarten-Bedienungen das Geschäft. Trotz Besucherrückgang wurden mehr Kälber verspeist: Die Kalbsbraterei meldet den Verzehr von 25 Kälbern, das sind sogar drei mehr als im Vorjahr zur Halbzeit. In der Ochsenbraterei drehten bislang 54 Ochsen am Spieß, 2012, bei der letzten kleinen Wiesn, waren es 60.

Familien

Die Familien fanden nur zögerlich den Weg auf die Wiesn. Das zeigt sich an den Zahlen der Kinderbetreuungsstelle: Gerade mal 35 Kinder wurden bis Samstagabend im Behördenhof gewickelt oder gestillt. 2012 waren es da deutlich mehr: insgesamt 93.

Fundsachen

„Ich hab ein knallrotes Gummiboot“, kann der Chef des Wiesn-Fundbüros zwar nicht singen, dafür aber sind knallrote Gummistiefeletten abgegeben worden. Insgesamt 925 Fundsachen gibt es bis jetzt. Darunter drei Gebisse, ein Hörgerät und ein niegelnagel neues 3er-Set Boxershorts.

Souvenir

Der Souvenirverkauf läuft schleppend. Einzig der Hendl-Hut erfreut sich großer Beliebtheit. Wer noch einen ergattern will, muss schnell sein. Der Nachschub-Container hängt irgendwo zwischen Asien und Bayern fest. „Da ist es fraglich, ob es die Hendl-Hüte noch rechtzeitig auf die Wiesn schaffen“, sagte Josef Schmid. Er selbst verzichtet lieber auf den Hut – „ich habe einfach kein Hut-Gesicht“, findet der zweite Bürgermeister.

Ausländische Gäste

Das klassische Italiener-Wochenende gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Einst strömten die Ragazzi am mittleren Wiesn-Wochenende aufs Oktoberfest, dann verteilten sie sich auf die gesamten 16 Tage. Heuer kommen sie eher ganz verhalten. Schmid relativierte diesen Eindruck: „Man erkennt die ausländischen Besucher nur nicht mehr auf den ersten Blick.“ Weil auch sie mittlerweile „schöne Trachten“ tragen würden. Die ausländischen Gäste seien nicht nur da, sie würden auch das Sicherheitskonzept der Stadt begrüßen, sagt Schmid.

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Wiesn-Hit

„Ham kummst“ von Seiler und Speer, „Di immer lacht“ von Kerstin Ott und „Hulapalu“ von Andreas Gabalier liefern sich ein heißes Kopf-an Kopf-Rennen um den Wiesn-Hit 2016. Wobei letzteres der Favorit von Wiesn-Chef Schmid ist. „Das kann jeder Gast singen, egal ob er aus Bayern, dem nicht-bayerischen Rest-Deutschland oder aus dem Ausland kommt“.

Traditionszelt offen

Das Zentral-Landwirtschaftsfest ist seit gestern zwar beendet – das Traditionszelt hat aber weiterhin geöffnet: „Ein Stückl Oide Wiesn“, nennt Schmid das Traditionszelt. Gegen zwei Euro Eintritt kann man dort das Trachtenprogramm genießen und in aller Ruhe eine Mass Bier trinken. Wie bekannt muss die Oide Wiesn aufgrund des Landwirtschaftsfests pausieren.

Wiesn-Panne

Ausgerechnet am mittleren Samstag funktionierte mittags eine Zapf-Anlage im Winzerer Fähndl nicht. Etwa eine Stunde lang schränkte das die Bier-Versorgung ein. Die Feuerwehr musste anrücken und das Einfüllen der Kohlensäure sicherstellen.

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