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Seit 1936 von der Familie Heide geführt: die Bräurosl.

Bräurosl

Wiesn-Reservierungen: Stammkunden gehen auf die Barrikaden

München - Sie waren alle jahrzehntelang Gäste in der Bräurosl, dann bekamen sie keine Reservierungen mehr. Jetzt gehen Stammkunden auf die Barrikaden. Die Wirtsfamilie sieht die Schuld bei der Stadt.

Wir werden als Stammkunden abgefertigt! Renate Hufnagel (62), Peter Kreuzhuber (55) und Herbert Schiller (49) fühlen sich von „ihrer“ Bräurosl schwer enttäuscht.

Denn ihre Reservierungsanfragen zur Wiesn 2015 wurden komplett abgelehnt. Und das, obwohl die drei Münchner über Jahrzehnte jeweils zwischen 20 und 40 Tische abgenommen hatten. Und: Auch fürs diesjährige Oktoberfest schaut es schlecht aus.

„Ich bin nicht sauer oder grantig, es tut einfach nur weh“, sagt Steuerberaterin Renate Hufnagel. Schon als Kind war sie jedes Jahr mit ihrem Vater in der Bräurosl. Ab 1981 reservierte sie mit ihrer Steuerkanzlei jährlich. Um die 30 Tische seien es zuletzt über die Wiesn verteilt gewesen. 

Seit 2013 bekam Hufnagel immer weniger Tische. Die Begründung: Jetzt seien auch mal andere dran. „Das habe ich verstanden - aber nicht, dass ich dann komplett ausgeschlossen wurde.“ 

Uhr und Tuch bekamen sie zum Dank für die Treue: Nun sind (v.l.) Peter Kreuzhuber, Renate Hufnagel und Herbert Schiller enttäuscht von der Bräurosl.

Zur Wiesn 2015 lehnte das Zelt alle angefragten Termine ab. Erst nach mehrmaligem Erscheinen im Büro habe sie für Montag bis Donnerstag einen Abend- und drei Mittagstische angeboten bekommen, so Hufnagel. „Welcher Berufstätige hat unter der Woche mittags Zeit, auf die Wiesn zu gehen?“ Auch für heuer hatte sie kein Glück: Absage für alle 35 angefragten Tische. 

Aufs Abstellgleis geschoben fühlt sich auch Peter Kreuzhuber (55). 15 Jahre lang war der Versicherungsmakler Bräurosl-Stammgast. Rund 40 Tische hatte er über die Wiesn verteilt immer reserviert. Vergangenes Jahr bekam auch er keinen seiner angefragten Plätze, vorwiegend am Abend, mehr. Stattdessen erhielt auch er ein Angebot für die Mittagswiesn von Montag bis Donnerstag. 

Das akzeptierte er mit der Aussicht auf einen angebotenen zusätzlichen Abendtermin. Als er den doch nicht bekam, nahm er die Reservierung aus Ärger nicht wahr. Und heuer dann: die Komplett-Absage. 

Mehr Glück hatte heuer Herbert Schiller (49): Der IT-Techniker bekam zwei seiner 14 angefragten Tische. Seit mehr als 20 Jahren ist auch Schiller Stammgast. 2015 hat er einen Beschwerde-Brief ans Zelt geschrieben. Auch seine Anfrage war komplett abgelehnt worden.

„Es geht nicht um einen Tisch hin oder her - sondern wie mit langjährigen Kunden aus der Region umgegangen wird“, sagen die Drei. Vielleicht solle der Altersschnitt gesenkt werden. „Mehr in Richtung Ballermann.“

Zuständig für die Reservierungen in der Bräurosl ist Juniorwirtin Daniela Heide (34). „Vor drei Jahren wurden von der Stadt die Plätze erheblich reduziert, die wir reservieren können“, sagt sie. Zur Wiesn 2013 setzte OB Dieter Reiter (58, SPD), damals Wirtschaftsreferent, durch, dass unter der Woche 25 und an den Wochenenden 35 Prozent aller Plätze reservierungsfrei sein müssen. 

Vorher hatten die Wirte einen geringeren Anteil nur im Mittelschiff freihalten müssen. Viele befürchteten nach der Änderung, Stammgäste in der Zukunft verprellen zu müssen.

In den vergangenen fünf Jahren seien es auch etwa durch Brandschutzvorschriften bis zu 800 Plätze weniger geworden, die sie täglich reservieren könnten, sagt Daniela Heide „Es hat keinen bösen Hintergrund, wenn es ausgerechnet einen langjährigen Kunden trifft. Wir versuchen aber immer, eine Alternative anzubieten.“ 

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