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Edmund Eckl vor seinem "Shocker". Die Geisterbahn wartet nun in Wolnzach auf einen Käufer.

Wiesn-Urgestein wechselt Job

Jetzt spukt "Geisterbahn-Edi" am Kaffee-Standl herum

München - Jeder kennt ihn eigentlich nur unter "Geisterbahn-Edi". Doch nach mehr als 45 Jahren sattelt Wiesn-Urgestein Edmund Eckl um: Auf einen Kaffeestand.

Ein bisserl blöd ist es schon, das mit dem Spitznamen. „Ich werde wohl immer der Geisterbahn-Edi bleiben“, sagt Edmund Eckl (68). Obwohl das Wiesn-Urgestein jetzt eher „Barista-Edi“ getauft werden müsste. Nach mehr als 45 Jahren mit Geisterbahnen auf der Wiesn sattelt Eckl heuer auf ein Kaffeestandl um. 

Ein bisserl dauert's noch: Dann ist das neue Kaffee-Standl von Edi Eckl und seiner Frau Christa fertig.

Ein Schritt, den er sich lange überlegt hat, sagt Eckl. Weniger aufwendig ist sein Kaffeetreff, außerdem braucht Eckl nicht so viel Personal wie für eine Geisterbahn. Die wegen des Zentral-Landwirtschaftsfests „kleine“ Wiesn habe sich für einen Wechsel angeboten. 

Und doch ist es das Ende einer Ära - die tz hat den gebürtigen Neuhauser eine Stunde von München entfernt in Wolnzach (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) besucht. Dort, in seiner 10 000 Quadratmeter großen Lagerhalle, hat Eckl die letzte seiner insgesamt fünf Geisterbahnen eingelagert: den „Shocker“. 

In der Lagerhalle stehen unter anderem zwei riesige Drachen, die sprechen können.

Feinsäuberlich sortiert, residieren auf mehreren Riesen-Anhängern alle Einzelteile für die Gruselbahn. In einer Ecke steht das Motorrad, auf dem einst Freddy Krueger thronte. Außerdem empfangen zwei gigantische Drachen den Besucher. Sprechen können sie. Genauso das Werk Eckls wie die Neuheit letztes Jahr: ein Technik-Spiegel, in dem sich der Besucher als Geist sieht. Denn wenn der Geisterbahn-Edi eins ist, dann ein begnadeter Bastler. 

Bei der Lagerhalle in Wolnzach ist auch Eckls Werkstatt. Hier hat der ausgebildete Kunst- und Bauschlosser jedes Jahr wieder an seinen Ideen gefeilt. Sein „Shocker“ wartet nur auf einen Käufer. Interessenten gebe es viele, so Eckl. Aus den Niederlanden, Italien und ganz Deutschland kommen sie angereist.

Ein bisserl Wehmut kommt bei Eckls Frau Christa (68) schon auf. „Es war doch ein halbes Leben mit den Geisterbahnen.“ Edmund Eckl stammt aus einer Schausteller-Familie. 

Begnadeter Bastler: Edi zeigt unserer Autorin seinen Geister-Spiegel.

Schon sein Vater verkaufte gebrannte Mandeln auf der Wiesn - der Geisterbahn-Edi kann sie sogar noch mit der Hand brennen. „Da musst du halt rühren wie ein Verrückter.“ Nach der Lehre, mit 18 Jahren, kaufte Eckl die erste Geisterbahn. Wenig später heiratete er seine Christa. Bis nach Japan ist das Paar mit seinen Bahnen gekommen. 

Der Anspruch der Besucher hat sich über die Jahre geändert. „Früher kamen die Leute zum Schmusen in die Geisterbahn, heute muss alles ganz realistisch sein“, sagt Eckl. Er sei der Erste gewesen, der lebendige Geister salonfähig gemacht habe. Der Clou: Der Geisterbahn-Edi setzte den Besucher in einen vergitterten Wagen. „So war der Besucher vorm Geist sicher - und umgekehrt.“

So sieht "Edis Kaffetreff" momentan noch aus. Bald wird er auf der Wiesn stehen.

Jetzt also das Kaffeestandl. Zwei Barista im Smoking sollen zusammen mit Eckl, Frau Christa und Tochter Sonja hinter der Bar stehen. Den besten Kaffee Münchens und ausgefallene Backwaren verspricht Edmund Eckl. 

Ganz in Weiß ist „Edis Kaffeetreff“ gehalten. Doch komplett ohne technische Spielereien geht’s auch hier für den Geisterbahn-Edi nicht: Durch Lichteffekte soll der Kaffeetreff in verschiedenen Farben erstrahlen. Eckl verspricht: „Des wird a heißes Teil.“ 

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