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Ein Vierer-Gespann der Augustiner-Brauerei

Umstrittene Petition einer Münchnerin

Tierquälerei für die Wiesn? So leben die Brauereipferde

München - Eine Münchnerin ärgert sich über die Oktoberfest-Tradition, mit Pferden auf die Wiesn zu fahren. Sie hat eine Petition im Internet gestartet. Aber hat sie mit ihrer Behauptung, die Brauereipferde würden gequält, recht?  

Schluss mit Pferden und Pferdefuhrwerken auf der Wiesn! Das fordert die Münchner Hotelangestellte Julia Maier (29) in einer Online-Petition bei change.org, die sich an OB Dieter Reiter (SPD) wendet. 

2340 Bürger hatten bis Montag unterschrieben. Die tz berichtete am Freitag darüber, das Echo war enorm. Die Mehrheit der Leser ist allerdings gegen die Petition. Wie auch CSU-Stadtrat und Wirtschaftsexperte Richard Quaas. Der nennt die Aktion gar „blanken Unsinn“ und sagt: „Pferde sind von Alters her Nutztiere und domestiziert. So, wie sie heutzutage eingesetzt werden, auch auf dem Oktoberfest, ist das keine Quälerei, sondern entspricht ihren Möglichkeiten und lastet sie von der Kraft her aus, strapaziert sie aber nicht.“

Manfred Newrzella, Geschäftsführer des Vereins Münchener Brauereien, verteidigt ebenfalls die Tradition: „Der Tierschutz hat bei den Münchner Brauereien einen sehr hohen Stellenwert. So ist es selbstverständlich, dass die Pferde der Brauereigespanne nicht nur vor, während und nach dem Oktoberfest von Veterinären untersucht werden und deren Befinden festgestellt wird, sondern dass die Tiere regelmäßig während des ganzen Jahres tiermedizinisch betreut werden.“ Und wo leben die Brauereipferde, wenn nicht Wiesn ist? Die Kaltblüter etwa, die den Hofbräu-Wagen auf dem Oktoberfestumzug durch München auf die Wiesn ziehen, sind auf dem Urthalerhof in Sindelsdorf (Landkreis Weilheim-Schongau) daheim – einer beliebten Ausflugsgaststätte zwischen Starnberger See und Alpen. 

„Wenn wir den Anhänger anspannen, um unsere zehn Brabanter-Kaltblüter nach München zur Wiesn zu bringen, stürmen die Pferde voller Freude drauf“, berichtet ihr Besitzer Luggi Käser. „Es wäre schwer, sie gegen ihren Willen hineinzuzwingen.“ Außerhalb der Oktoberfest-Zeit stehen die Brabanter auf der Weide oder im Laufstall. Käser: „Die können raus, wann sie wollen.“ Nichts könne die Kaltblüter aus der Ruhe bringen: „Neulich ist während einer Kutschfahrt neben uns ein Lkw-Reifen geplatzt, es gab einen furchtbaren Knall. Das jüngste Pferd hat nur das Ohr gehoben, das älteste hat sich gar nicht mal gerührt.“

Das Oktoberfest 2016 wird auch wieder im TV übertragen - hier erfahren Sie, was wann wo läuft.

Video: Haben Sie das alles über das Oktoberfest gewusst?

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