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Die 16 Bedienungen der Heimer-Braterei und ihr Chef ­Helmut Schmid kämpfen um den Verbleib auf der Wiesn.

Schmeißt der Stadtrat die Entenbraterei raus?

Promi-Aufstand im Internet! Rettet Heimers Wiesnzelt

München - Schwanengesang für die Entenbraterei Heimer? Die Bedienungen wehren sich gegen das mögliche Wiesn-Aus und haben eine Petition im Internet gestartet.

Bis Montag, kurz vor 20.30 Uhr, haben knapp über 1000 Menschen unterschrieben – darunter auch viele Promis. Sie fordern: Rettet Heimers Wiesnzelt!

Die Zeit fliegt: Am Dienstag entscheidet der Stadtrat über die Vergabe aller Wiesn-Plätze. Ob der Sinkflug der Entenbraterei noch gestoppt werden kann? Wie die tz berichtete, soll heuer wieder die Hendlbraterei Posch­ner auf die Wiesn. Der Betrieb hatte im Vorjahr dem Goldenen Hahn von Josef Able weichen müssen. Und nun soll Heimer für Poschner weichen – nach 30 Jahren fester, rescher und knuspriger Größe auf dem Oktoberfest!

Heimer-Chef Ignaz Schmid spricht in der tz von geschockten Mitarbeitern und wütenden Stammgästen. „Sie können alle nicht glauben, was sie gelesen haben.“ Gerade erst hat er 100 000 Euro ins Zelt investiert, und ein Bühnenmaler der Bayerischen Staatsoper hat die Bemalung restauriert. Und jetzt plötzlich Ende Ente?

Das will auch der Münchner Schriftsteller Albert Ostermaier (48) nicht glauben. Er erfuhr von Ignaz Schmid am Samstagabend von dem drohenden Aus und schrieb sofort ein flammendes Plädoyer für das kleine, feine Wiesnzelt. In der tz legt er jetzt ordentlich nach: „Ich war perplex. Ich kann die Politiker-Entscheidung nicht nachvollziehen. Wie kann man so völlig ohne Augenmaß, Gespür und Sinn für Tradition entscheiden?“ Es gebe bei manchen Politikern wohl keine Empfindung für die Resonanz, die das Zelt hat, die Tiefenwirkung nach München hinein. Gerade solche Zelte stünden für die Stadt. „Sie wehren sich gegen ein Walt-Disney-Fest, zu dem die Wiesn immer mehr verkommt. Was wollen die? Eine Karnevalisierung, Schampus-Exzesse, immer noch mehr Kommerz?“ Und sein Kollege Friedrich Ani sagt der tz: „Das Zelt ist Oase der Geborgenheit. Beim Heimer fühl ich mich daheim.“

Die Unterstützerzahl wächst stetig. Ostermaier appelliert an die „so vielgerühmte Liberalitas bavariae“: Auf der Wiesn solle schließlich jeder ein Stück Heimat haben dürfen. Er mag „spannende Gäste, heitere Stimmung, Lachen ohne Bierleichen, Pöbelei, Tischhupfverordnungen und akustische Folter durch Wiesn-Hits“ – kurz gesagt: „Wir brauchen die Möglichkeit eines Miteinanders im Nebeneinander.“

Weichen soll laut Vorlage übrigens auch der Fisch-Bäda. Der hat auch schon 20 Jahre auf dem Wiesn-Buckel. Hier wollte sich allerdings niemand gegenüber der tz äußern.

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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