Aufgebrezelt zum Oktoberfest 2016

Die Wiesn-Flechtfrisur für lange Haare: Anleitung im Video

Viele Oktoberfest-Besucherinnen finden eine Flechtfrisur genauso wichtig wie das Dirndl. Sehen Sie in unserem Video, wie Sie lange Haare kunstvoll flechten. Ist einfach. Versprochen. 

Reisig, Rattan, Bast, Stroh oder Hefeteig: zum Flechten eignen sich viele Materialien. Die Flechtkunst reicht bis in die Urzeiten der Menschheit zurück. Sie gilt als eines der ältesten Handwerke, schließlich braucht man dafür kein Werkzeug – nur die Hände und ein wenig Geschick. Während der Wiesn werden die Münchner Friseure sich die Hände wund flechten. Flechtfrisuren gehören schließlich für viele Frauen zum Dirndl wie der süße Senf zur Weißwurst.

Das Wiesn-Dirndl: alles, was man dazu wissen muss: http://bit.ly/1glqJmC

Posted by Oktoberfest on Donnerstag, 10. September 2015

Haare sind hier natürlich das bevorzugte Flecht-Material. Im besten Fall im geschmeidigen Zustand und nicht mit Stroh zu verwechseln. Friseur Gerhard Traub von Arnoldy & Traub Friseure im Bayerischen Hof überlegt sich jedes Jahr zur Wiesn eine eigene Dirndl-Frisur-Kollektion. „Das ist mittlerweile ein riesiger Trend“, sagt der Haar-Experte. Vor acht Jahren habe er die erste Kollektion eigens für die Wiesn kreiert. Damals noch ein Novum, wie er sagt. Heute gibt es kaum noch einen Friseursalon in der Stadt, der seinen Kundinnen keine Flechtfrisuren anbietet.

Traub sagt, für ihn sei Flechten „ein bisschen wie Meditation“. Man müsse sich konzentrieren, der Rest sei eigentlich nur Übungssache. Der Friseur rät tendenziell eher jüngeren Frauen zu Flechtfrisuren. Und: Nicht jeder Frau steht jede Flechtfrisur. „Es ist auch wichtig, auf die Kopfform der Kundin zu achten.“ Eine sogenannte Krone, ein aufgelegter Zopf oben auf dem Haupt, der die Stirn freilegt, sei ein solch kritischer Fall.

Vergangenes Jahr steckten sich die Damen auf der Wiesn zu den geflochtenen Zöpfen gerne große Blumen ins Haar. „Aber das darf nicht zur Maskerade ausarten“, findet Traub. „Es ist schließlich Tracht und kein Firlefanz.“ Der Trend gehe ohnehin zu klassischen Frisuren ohne viel Schnickschnack. Lange Haare sind übrigens kein Muss für hübsche Flechtkunstwerke. „Man kann auch Haarteile und falsche Haare in der selben Farbe einarbeiten“, sagt Traub.

Für unsere Zeitung hat der Experte seine „Wiesn-Schnecke“ unserer Praktikantin Laura Vordemann ins Haar geflochten, Schritt für Schritt zum Nachmachen (Anleitung siehe unten). Rund eine halbe Stunde braucht der Experte dafür. Wer nicht die Muße hat, kann sich die Frisur auch in seinem Salon an der Prannerstraße 5 zaubern lassen.

Auch interessant

Kommentare