Bogenhausen

Zoff um Kosten von Bürger- und Kulturtreff

Weil dem Stadtrat die Kosten für den neuen Bürger- und Kulturtreff in Bogenhausen zu hoch sind, soll alles nochmals auf den Prüfstand – heute wird das Thema im Rathaus diskutiert. Vor Ort ist man darüber mehr als verärgert und befürchtet negative Folgen fürs Neubauviertel Prinz-Eugen-Park.

11,3 Millionen soll der geplante „13er Bürger- und Kulturtreff“ in Bogenhausen kosten. Angesichts der angespannten Haushaltslage offenbar vor allem für die CSU-Stadtratsfraktion zu viel. Etwa eine Million soll nun eingespart werden – bei der Technik und bei den Quadratmeterzahlen. „Wo sollen wir eine Million rausschwitzen“, fragen Kulturreferat und Stadtteilpolitiker entsetzt. Die Kombi-Nutzung für Kultur, Alten- und Servicezentrum, Familienzentrum und Nachbarschaftstreff in einem Haus sei schon extrem günstig. Würde alles einzeln gebaut, wäre es gut 40 Prozent teurer. „Warum also dieses Affentheater?“, fragt Robert Brannekämper (CSU), Landtagsabgeordneter und Vizevorsitzender des Bogenhauser Bezirksausschusses (BA).

Angelika Pilz-Strasse.

Auch BA-Chefin Angelika Pilz-Strasser (Grüne) ist verärgert. „Wir haben hier nirgends goldene Wasserhähne, das ist kein luxuriöser Bau.“ Die Böden aus Industrieparkett und Linoleum seien billiger als Waschbeton, kein Raum stehe leer. „Es ist alles sehr klug geplant für den laufenden Betrieb.“ Und es ergebe maximale Synergieeffekte. „Da kann man nicht einfach irgendwo 10 Prozent wegsparen.“ Der Vorwurf, der Veranstaltungssaal mit Hubbühne, professioneller Technik, flexiblen Trennwänden und mobilen Schallschutzelementen habe Kammerspiel-Qualität, sei „kompletter Mist“. Pilz-Strasser zufolge soll ein Teil des Saals tagsüber als Gruppenraum genutzt werden, darum sei eine hydraulisch versenkbare Bühne geplant, die ganz fix per Knopfdruck hochgefahren werden kann. Andernfalls bräuchte man für Auf- und Abbau Personal – was sich später auf die laufenden Kosten auswirken würde.

Trotzdem springt der Stadtrat auf das Thema auf. Laut Änderungsantrag, der heute von SPD und CSU vorgelegt werden wird, soll vor allem die aufwändige Bühnentechnik auf den Prüfstand. „Bei vergleichbaren Häusern in anderen Stadtteilen geht es ja auch anders“, sagt SPD-Stadträtin Ulrike Boesser. Nur wie, fragt sich Pilz-Strasser. Denn im Haus gebe es derzeit keinen Raum, in dem die Bühnenelemente gelagert werden könnten. Und mit einer 08/15-Lösung werde man auch dem neuen Prinz-Eugen-Stadtquartier nicht gerecht.

Ulrike Boesser.

Als Bogenhauser sei er Feuer und Flamme für das Haus, sagt CSU-Stadtrat Marian Offman. Doch es gehe um finanzielle Sachzwänge „Wir müssen einfach von der Summe runter.“ Vielleicht könne man ja auch etwas an der Kostenreserve von 1,68 Millionen drehen. „Eine Million rettet den Haushalt nicht“, schimpft Brannekämper. Umplanungen und Verzögerungen könnten am Ende sogar zu einer Kostensteigerung von 500 000 Euro führen. Außerdem könnte man den Platz mit dem Kultur-Bürgertreff – die Visitenkarte des neuen Viertels auf dem ehemaligen Prinz-Eugen-Kasernengelände – nicht fertig bauen, müsste ihn notdürftig herstellen und später erneut angreifen. „Wenn die Wohnbebauung rundrum fertig ist – viel Vergnügen“, so Brannekämper sarkastisch.

Die SPD will der Prüfung daher nur drei Monate Zeit geben. Dann soll sich der Stadtrat erneut damit befassen. Letztendlich, meint Boesser, sei das Ganze von der CSU-Seite wohl als „erzieherische Maßnahme“ für die Stadtverwaltung gedacht. Damit die künftig einfach sparsamer plant. „Wir schieben ein gewaltiges Investitionsvolumen vor uns her“, beharrt hingegen Offman. „Da gehört einfach alles auf den Prüfstand.“

Carmen Ick-Dietl

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