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Mit den neuen Hallen, auf der Simulation oben die vorderen beiden, soll Riem zukunftsfähig gemacht werden. Die 1964 gegründete Münchner Messe- und Ausstellungsgesellschaft (MMG) war schon in ihrer Anfangszeit schnell gewachsen und stieß in den 80ern auf der Theresienhöhe an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Umzug auf das alte Flughafengelände in Riem war die Folge.

Spatenstich für letzte Bauten

Nach 20 Jahren: Das Messegelände wird vollendet

München - Nur noch zwei Hallen und ein weiterer Konferenzbereich, dann ist das 1998 eröffnete Riemer Messegelände vollends fertig. Am Dienstag war Spatenstich, 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Dann verfügt die Messe über 18 Hallen mit zusammen 200.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und über etwa 400.000 Quadratmeter Freigelände.

„Wir sind schon im Finale“, kommentierte Messechef Klaus Dittrich den Baubeginn für die beiden letzten Hallen des Messe-Masterplans in Anspielung auf die laufende Fußball-Europameisterschaft. Er fand aber auch mahnende Worte: „Wenn die Entscheidung zum Neubau der Messe heute anstünde, hätten wir eine ähnliche Situation wie beim Flughafen München.“

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, Mitte) und Messechef Klaus Dittrich (li.) setzten am Dienstag zusammen mit Peter Driessen (IHK) und Franz Xaver Peteranderl (Handwerkskammer, re.) den ersten Spatenstich für die Vollendung der Messe.

Die anhaltende Debatte um eine dritte Startbahn, so Dittrich, sei „ein Lehrstück“ dafür, dass Politik derzeit manchmal vermissen lasse, was ihre Aufgabe sei: mutige Entscheidungen zu treffen. Die Entscheidung für die neue Messe sei einst mutig gewesen, aber sie habe sich längst als richtig und zukunftsweisend erwiesen. „Auf dem alten Gelände auf der Theresienhöhe gäbe es heute keine Bauma, keine ISPO, keine IFAT und keine Bau München mehr. All diese Messen hätten sich längst andere Standorte gesucht, weil wir ihnen nicht genug Platz bieten könnten.“

Mit den 18 Hallen, die im Masterplan von Anfang an vorgesehen waren, „sind wir immer noch nicht die größten in Deutschland“, so Dittrich weiter, „aber das muss auch gar nicht sein. Wichtig ist: Wir können die Nachfrage unserer Messen befriedigen, und wir haben Spielraum, um mehrere kleine Messen sowie deren Auf- und Abbau parallel laufen zu lassen. Das ermöglicht eine intensivere Auslastung“.

Den ersten Spatenstich für die Hallen C5 und C6 nahmen sie am Dienstagnachmittag mit einem überdimensionalen Spaten gemeinsam in die Hand: Die Aufsichtsratsspitzen Ilse Aigner (CSU), Dieter Reiter (SPD) und Messechef Klaus Dittrich, assistiert durch die Vertreter der beiden Mitgesellschafter IHK und Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Wirtschaftsministerin Aigner betonte: „Der Neubau der Hallen zeigt, dass das Messegeschäft in München auf Wachstumskurs ist.“ Die internationalen Leitmessen stünden für die Technologieführerschaft des Freistaates und ermöglichten der bayerischen Wirtschaft Vernetzung und direkten Zugang zu Auslandsmärkten. Aigner: „Sie eröffnen damit dem Mittelstand weltweit Geschäftsmöglichkeiten.“

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach von einem weiteren Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der Messe München. „Die beiden Neubauten sind eine wichtige Investition in die Zukunftsfähigkeit der Messe und wir geben damit ein positives Signal für den gesamten Wirtschaftsraum München.“

Das neue Messegelände in Riem ist in mehreren Phasen gebaut worden. Zur Eröffnung im Jahre 1998 standen zwölf Hallen und das ICM – das Internationale Congress Center München – zur Verfügung. 2001 folgten dann zwei weitere Hallen. Zur Fußball-WM 2004 wurden der Eingang Nord und zwei weitere Hallen errichtet. Mit C5 und C6 stehen ab 2018 insgesamt 18 Hallen zur Verfügung.

Sie werden auch dringend benötigt, denn einige der großen Messen – bauma, BAU, IFAT und ISPO – sind laut Klaus Dittrich seit Jahren restlos ausgebucht, es bestünden dafür Wartelisten. Die Kosten kalkuliert er mit 105,8 Millionen Euro. Sie würden vollständig von der Messe finanziert, ohne Zuschüsse der Gesellschafter. „Die Messe München“, so Dittrich, „ist mit dem Umzug nachhaltig gewachsen. München zählt heute zu den erfolgreichsten Messeplätzen der Welt. “

Bilder: bauma - Messe der Superlative

Johannes Löhr

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E-Mail:johannes.loehr@merkur.de

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