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Glückliche Bauherren: Gewofag-Prokurist Michael Hardi (li.) und Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler.

Sofortprogramm „Wohnen für alle“

Dantebad: Leben über dem Parkplatz

München - Am Dantebad entsteht ein neuartiges Gebäude, das in Windeseile fertiggestellt werden kann, weil man nicht tief graben muss. Die Gemeinnützige Wohnungsfürsorge (Gewofag Holding GmbH) baut dort erstmals 100 Wohnungen auf Stelzen.

„Es war die beste Idee, die Oberbürgermeister Dieter Reiter zum Thema Wohnungsbau je hatte“, sagt Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler. Der 57-jährige steht am Dantebad vor einer rund 4000 Quadratmeter großen Baustelle. Die Idee, von der er spricht, ist ein neuartiges Bauprinzip: Zunächst wird nicht – wie sonst üblich – in die Tiefe gegraben, um dort Keller und Fundament anzulegen. Man bohrt lediglich Löcher für die Stelzen, die das Mehrparteien-Haus tragen werden. „Das Beste daran ist, dass die 108 Parkplätze der Fläche fast komplett erhalten bleiben“, sagt Dengler. Das sei für die Anwohner entscheidend gewesen.

Turbo-Projekt: Der Bau am Dantebad wächst schnell in die Höhe.

Anfang des Jahres begann der Bau des fünfstöckigen Hauses an der Homerstraße. 100 neue Wohnungen mit jeweils 24 bis 43 Quadratmetern entstehen hier. Zunächst waren sie fast nur für anerkannte Flüchtlinge gedacht. „Doch bei Bürgerversammlungen sind wir auf viel Skepsis gestoßen. Nach mehreren Diskussionsrunden entschieden wir uns, statt 100 Einzimmer-Appartments auch 14 Wohnungen mit zweieinhalb Zimmern zu bauen, sodass kleine Familien einziehen können“, sagt Dengler.

Gemäß dem neuen Plan werden zu 50 Prozent Flüchtlinge in dem Haus wohnen. Zudem habe die Gewofag zugesichert, nicht nur Männer, sondern zu 40 Prozent Frauen einziehen zu lassen. „Insgesamt ist das ohnehin die bessere Lösung. So gelingt Integration. Es wäre falsch, Flüchtlinge an den Stadtrand zu drängen und so Ghettos zu gründen“, sagt Dengler. Das Sozialreferat organisiert die Belegung der 100 Wohnungen. Einziehen werden also auch Auszubildende, Studenten, Berufseinsteiger sowie Gering- und Normalverdiener.

Können hochgestelzte Bauten Münchens Wohnungsnot lindern?

Dengler ist sichtlich stolz auf den Bau und sieht Potenzial für die ganze Stadt. „Jeden Tag verändert sich hier etwas. Die Geschwindigkeit ist faszinierend“, sagt er. Das liege an der Modulbauweise. Stück für Stück setzen die Bauarbeiter per Kran einzelne Teile des Gebäudes ein, fast wie bei einem Kinderbaukasten: Wände, Betonelemente, Sanitäreinheiten und Holzfassaden kommen bereits im Ganzen an. Derzeit wird der dritte Stock des Hauses fertiggestellt.

Das Konzept wirkt durchdacht. Die Kellerräume wandern über die Erde. Sie befinden sich in jeder Etage an den Enden des länglichen Gebäudes. Die Gesamtkosten halten sich im Rahmen. Das Haus wird etwa zehn Millionen Euro kosten. Ein überschaubarer Preis für 100 Wohnungen, dank der Modulbauweise – und dank der Tatsache, dass das Parkplatz-Grundstück der Stadt München gehört und kostenneutral genutzt wird.

Endversion: Eine Computersimulation zeigt, wie das neue Haus einmal aussehen soll.

Können derart hochgestelzte Bauten Münchens Wohnungsnot lindern? Dengler sieht in der Wohnanlage ein Modellprojekt für die ganze Stadt. Vielleicht ist es eine wichtige Blaupause für die Gewofag. Denn per Stadtratsbeschluss ist sie verpflichtet, in vier Jahren 750 Wohnungen zu bauen. „Überlegen Sie, wie viele große Parkplätze überbaut werden könnten, ohne dass die Stellplätze verloren gehen“, sagt Dengler. Am 28. Oktober findet am Dantebad ein Richtfest statt. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat den Vertreter einer Münchner Discounter-Kette einladen lassen, da deren riesige Parkflächen für Schnellbauprojekte wie am Dantebad schließlich in Frage kämen.#

Von Hüseyin Ince

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