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Roger ­Glover rockte mit Deep Purple das Tollwood.

Deutschland-Tournee startet in München

Deep Purple auf dem Tollwood: Die Opas können's noch

Die großen alten Rocker von Deep Purple haben sich mit dem Tollwood in München eine vergleichsweise kleine Bühne für den Start ihrer Deutschland-Tournee gesucht. Die Konzertkritik

Skepsis war angebracht vorm Auftakt der Deutschland-Tournee von Deep Purple bei Tollwood: Was sollte man schon erwarten von 68- bis 70-jährigen Rock-Dinos, die seit fast 50 Jahren durch die Lande tingeln? Routinierte Rentnerband? Abgehalfterte Altrocker? Doch siehe da: Die alten Knacker haben’s immer noch drauf. Und dabei Mordsspaß.

So zelebrieren die fünf virtuosen Veteranen bei tropischen Temperaturen in der vollen Arena ein himmlisches Hardrock-Hochamt mit rotzigen Retro-Riffs und sagenhaften Soli. Faszinierend, dass die Jungs sich nach all den Jahren eine schier unbändige Spielfreude bewahren konnten. Im Gepäck haben sie neben drei Songs aus ihrem gar nicht so üblen aktuellen Album Now What?! vor allem ihre klassischen Kracher – vom Opener Highway Star über ihren berühmtesten Hit Smoke on the Water bis zur letzten Zugabe Black Night.

Das solide Fundament liefern dabei der gewohnt souveräne Bassist Roger Glover und Schlagzeuger Ian Paice, der trotz seines kürzlich erlittenen Mini-Schlaganfalls mit Druck und Drive zu Werke geht. Zugegeben: Sänger Ian Gillan merkt man die Anstrengung an; Tonumfang und Stimmvolumen sind im Vergleich zu früher deutlich reduziert, die legendä­ren Child in Time-Höhenflüge längst passé. Doch er schlägt sich mehr als wacker, punktet in den Ansagen mit britischem Humor und überrascht bei Strange Kind of Woman durch ein beeindruckendes Wechselspiel mit Steve Morses Gitarre.

Natürlich ist Morse nicht Ritchie Blackmore, und Keyboarder Don Airey kann auch nicht den verstorbenen Jon Lord ersetzen. Aber die beiden Band-Benjamine sind selbst Virtuosen, die auf der Bühne wie entfesselt aufspielen und die alten Songs mit brillanten, eigenwilligen, ausufernden Soli aufpeppen. In Hush inszenieren sie gar ein fetziges Duell zwischen Gitarre und Hammondorgel.

Die Rock-Opas von Deep Purple spielen zweifellos noch immer in der ersten Hardrock-Liga.

Das sagen unsere Leser-Reporter

Topfit für ihr Alter

Unser Leser-Kritiker Rüdiger Weiß mit Gattin Kathrin.

Unser Tollwood-Leserkritiker Rüdiger Weiß (46, mit Gattin Kathrin) ist Geschäftsführer vom Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen. Deep Purple muss man aber absolut nicht entsorgen: „Gemessen am Alter sind sie frisch. Besonders inspirierend fand ich ihren Spielwitz, die Virtuosität und Energie.“ Weiß fand es gut, dass der Schwerpunkt auf den 70er-Jahre-Klassikern lag. „Überragend fand ich den Keyboarder, der Gitarrist kam aber nicht an Ritchie Blackmore heran. Dass Ian Gillans Stimme nicht mehr ganz die Klasse von früher hat – geschenkt. Und Drummer Ian Paice wirkte sehr gut erholt nach seinem kleinen Schlaganfall vor fünf Wochen.“

Marco Schmidt

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