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Das Ösi-Quintett der Stunde: Wanda füllt die Hallen – und ist heuer beim Chiemsee-Summer zu Gast. 2. v. r.: Bassist Reinhold Weber.

Gespräch mit Reinhold Weber

Wanda-Bassist im Interview: "Wir haben keinen Schmäh"

München - Das Wiener Quintett Wanda ist die österreichische Band der Stunde. Bassist Reinhold Weber spricht im Interview über harte Arbeit, Ronja von Rönne und den Wiener Schmäh.

Das erste Wanda-Album „Amore“ kam auf Platz zwei der Charts in der Heimat der Musiker, das zweite, „Bussi“, auf Platz eins – und bei uns immerhin auf Platz fünf. Für ein wenig Wirbel sorgte das Video zu ihrer Single „Bussi Baby“. Darin tauchte die Journalistin Ronja von Rönne auf, die zuvor als Antifeministin angegriffen worden war. „Unsere Grundhaltung dürfte bekannt sein“, so Sänger Michael Marco Fitzthum ungewohnt ernst dazu. „Streng gegen Fremdenhass, Frauenhass und Sexismus generell.“ Dass die Musiker sonst gerne beim Schmäh bleiben, zeigte Bassist Reinhold Weber bei unserem Gespräch.

Herr Weber, haben Sie mit dem Wirbel um das Video zu „Bussi Baby“ gerechnet?

Reinhold Weber: Die Ronja ist eine sehr liebe Frau. Außerdem hatte sie das Gesicht, das wir haben wollten. Sie hat sich vorgestellt und wollte mitspielen. Keine Ahnung, dass sie Redakteurin ist. Wir bedanken uns bei ihr.

2012 gegründet, jetzt schon Popstars – geht das alles nicht ein wenig zu schnell?

Weber: Nein, genau richtig. Wir haben natürlich mit diesem Tempo gerechnet. Eigentlich sind wir noch viel schneller und befinden uns bereits im Jahr 2017. Und trotzdem haben wir noch die Zeit, im kommenden Jahr die Alben Nummer drei und vier herauszubringen (grinst).

Ihr wurdet bereits mit Preisen wie dem Amadeus- und dem FM-4-Award versehen. Ist euch das wichtig?

Weber: Man freut sich natürlich. Das ist ein gutes Feedback, vor allem, wenn es sich dabei um ein Publikum-Voting handelt. Das Teil dann selbst irgendwo rumstehen zu haben, ist für mich allerdings nicht so wichtig.

In Österreich gehört man entweder ins Lager des Radiosenders FM4 oder Ö3. Wo seid ihr zu Hause?

Weber: Na, wir sind auf ­beiden gleichmäßig vorhanden. Wir sind ja eine Rockband, die Pop macht. Die Entscheidung liegt allerdings nicht bei uns.

Was macht denn eure Popularität aus?

Weber: Wir singen Lieder über Liebe, Herz und Tod. Das ist ja in jedem verankert, da singt jeder mit. Da treffen wir wohl einen Nerv.

Wie viel Wiener Schmäh ist bei euch dabei?

Weber: Wir nehmen das alles sehr ernst. Sonst würden wir etwas anderes machen. Schmäh haben wir eigentlich gar nicht.

Was fällt euch beim Begriff Austropop ein?

Weber: Ach ja, das haben wir akzeptiert, dass man uns da reinnimmt. Wir halten uns eher an den 70er-Jahren fest und machen nicht speziell austrophile Popmusik. Aber gegen gewisse Kategorisierungen kann man sich nicht wehren. Andererseits ist es auch keine Diskriminierung.

Arbeitet ihr schon an der nächsten Platte?

Weber: Ja, wir werden in Ruhe unsere Platte einspielen. In stilleren Momenten entstehen ständig Songs. Das rennt bei uns von selbst. Wir sind Musiker und arbeiten hart. Nicht nur saufen und Drogen nehmen... Außerdem werden wir immer besser. Wir wissen jetzt, wo wir den G-Dur-Akkord finden. Aber wo ist h-Moll?!

Der Auftritt von Wanda beim Münchner Tollwood am 21. Juli ist bereits ausverkauft; Restkarten mit etwas Glück an der Abendkasse. Am 25. August spielt die Band beim Chiemsee-Summer in Übersee; Karten unter 08621/ 646 464. Weitere Termine im Internet unter www.wandamusik.com.

Antonio Seidemann

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