Mit seinem selbstgebauten Liegerad will Michi aus Moosach die Alpen überqueren. 

Kurioses Fortbewegungsmittel

Der Sonnenradler: Mit diesem Gefährt will Moosacher die Alpen überqueren

München - Mit seinem selbstgebauten Gefährt will ein 62-jähriger Münchnerdurchs Gebirge fahren. Dabei helfen sollen zwei Solarpanele.

Eine Alpenüberquerung mit dem Radl ist ja sowieso schon kein Spaziergang. Aber mit so einem Gefährt? „Mei, schaun mer mal, wie weit ich komme“, sagt Michi aus Moosach (seinen kompletten Namen will er nicht in der Zeitung lesen). Auf der Schwanthalerhöhe haben wir ihn am Montagmorgen angesprochen. Denn so ein skurriles Fortbewegungsmittel, wie er es fährt, sieht man nicht alle Tage.

Der 62-Jährige hat das Liegerad mit Solarantrieb, das ihn durchs Gebirge tragen soll, selbst gebaut. Zumindest, was das besondere Extra angeht – die Sonnenkraft: Zwei etwa einen Quadratmeter große Solarpanele hat er auf das gekaufte Radl gesetzt, auch einen Elektromotor hat er eingebaut. Die Module sind akkurat in einem Holzrahmen installiert. Da sieht man gleich, dass Michi von Beruf Schreiner ist. Aber ein bisserl Freileitungsbau ist am Motor zu sehen. Da und dort schwingt ein Draht fröhlich an einer Lüsterklemme herum.

Diesmal im Liegen und mit Unterstützung

25 Stundenkilometer schafft das insgesamt 30 Kilogramm schwere Pedelec mit seinen 240 Watt Leistung, soll’s schneller gehen, muss der Moosacher in die Pedale treten. Und natürlich auch, wenn es zu wenig Licht gibt, um den Motor anzutreiben oder die Batterie nachzuladen. Das machen die Solarzellen über ein Modul, das neben dem schmalen Reisegepäck im Anhänger verstaut ist.

Für den Schreiner ist der Alpen-Trip nichts Neues. Allerdings hat der drahtige Sportler die Berge früher mit dem Mountainbike ausschließlich per Muskelkraft bezwungen. Und das war auch die Motivation für die Bastelei. „Ich hab des Radl baut, weil mir das Mountainbike nimmer so viel Spaß macht. Des mach ma jetzt im Liegen und mit Unterstützung.“

Nun sieht das Gefährt ja schon etwas abenteuerlich aus. Ob das der Polizei gefällt? „Ich muss mir von keinem Polizisten sagen lassen, dass da gefährdende Fahrzeugteile außen davor stehen“, sagt der 62-Jährige lachend. „Ich fahr’ jetzt einfach mal so lange, bis sich einer an meinem Radl stört.“

Am Montag war die erste Etappe fällig: rauf zum Achensee, dann runter nach Innsbruck. Heute den Brenner rauf nach Italien – „auf da linken Seit’n.“. Mit Hax’npower alleine wäre das gleich ein hartes Stück Arbeit. Aber Michi aus Moosach hat ja die Sonne als Helfer. 

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