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Mit anderen Betroffen sprechen zu können, ist manchmal die beste Therapie.

Treffen in München

7 Selbsthilfegruppen, die man nicht schnell findet, die aber wichtig sind

München - Viele Menschen in München suchen bei Sorgen, Problemen oder Ängsten Hilfe in der Selbsthilfe. Wir stellen sieben Selbsthilfegruppen vor, die man nicht schnell findet, die aber wichtig sind.

Gemeinsam pleite: Die Anonymen Insolvenzler

Die Gruppe der Anonymen Insolvenzler wird vom sogenannten TeamU ausgerichtet, das an mehreren Standorten in Deutschland seine Hilfe anbietet. Oftmals schämen sich die Betroffenen für ihre Insolvenz, da sie diese als persönliches Versagen betrachten. Einige von ihnen trauen sich nicht einmal, mit Verwandten oder Freunden ehrlich darüber zu sprechen. Hier setzt die Hilfe des TeamU an. 

Menschen die von Zahlungsunfähigkeit betroffen sind, können sich dort im anonymen Kreis gegenseitig austauschen und unterstützen. Die Gespräche finden unter professioneller Leitung statt. In vielen Fällen führt die Teilnahme an einer solchen Selbsthilfegruppe dazu, dass die Betroffenen ohne teure Schuldnerberatung einen Ausweg aus ihrer schwierigen Lage finden und neuen Mut für ihren Kampf gegen die Verarmung schöpfen.

Internet: http://www.teamu.de/schnelle_hilfe/anonyme_insolvenzler 

Treffen: Jeden 2. Montag im Monat um 20.15 Uhr im Selbsthilfezentrum (SHZ) München, Westendstraße 68, 80339 München Kontakt: Annette Rinn: 0221-99983402; muenchen@anonyme-insolvenzler.de

Homosexuell im Alter: Gay and Gray

Gay and Gray ist eine Selbsthilfegruppe für homosexuelle Männer. Die Mitglieder dort sind mindestens 40 und teilweise sogar mehr als 70 Jahre alt. Die Homosexuellenszene ist oftmals sehr jugendlich orientiert. Zudem sind homosexuelle Männer höheren Alters einen anderen Umgang mit ihrer sexuellen Ausrichtung gewöhnt. Die Gruppengemeinschaft soll ihnen, egal ob Single oder in einer Beziehung, eine politisch und religiös unabhängige Alternative zu der von der Jugend bestimmten Homosexuellenszene geben. Dabei werden auch gemeinsame Ausflüge geplant oder sonstige Freizeitaktivitäten unternommen, die auf das Alter und die Interessen der Mitglieder abgestimmt sind.

Internet: http://www.gayandgray.org/ 

Treffen: Immer montags um 19.15 Uhr im SUB e.V. Schwules Kommunikationszentrum München, Müllerstraße 14, 80469 München.

Kontakt: Telefon (089) 38012150, E-Mail: info@gayandgray.org

Hoch hinaus: Der Klub langer Menschen

Der Klub langer Menschen e.V. ist ein überregionaler Treff. An verschiedenen Standorten bietet er Menschen mit extrem hohen Körperwuchs und deren Angehörigen eine Plattform zum Austausch. Männer sollten als Aufnahmekriterium eine Mindestkörpergröße von 1,90 Meter aufweisen, Frauen eine Mindestkörpergröße von 1,80 Meter. Kleinere Partner oder „Fördermitglieder“ sind allerdings auch gestattet. Da Menschen, besonders Frauen, mit enormer Körpergröße im alltäglichen Umgang oftmals Probleme haben, sich auf sozialer Ebene und besonders bei der Partnersuche zurechtzufinden, bietet der Klub mit vielen Veranstaltungen, Klubabenden und Freizeitterminen die perfekte Gelegenheit, Menschen auf Augenhöhe kennen zu lernen.

Internet: https://www.klub-langer-menschen.de/ev/ueberuns.php 

Treffen: Es findet kein regelmäßiges Treffen zu einer festen Zeit an einem festen Ort statt. Jedoch liegen zwischen den einzelnen Veranstaltungen, wie Essen gehen oder Konzertbesuch nie mehr als etwa zehn Tage; gelegentlich finden mehrere Veranstaltungen innerhalb einer Woche statt. Eine feste Klubanmeldung ist auf Dauer kostenpflichtig und beträgt je nach Bezirk zwischen 2,50 und fünf Euro im Monat. 

Kontakt: Olaf Göltl, Telefon (08233) 30346, E-Mail: leitung@klm-muenchen.de

Gemeinschaftsgefühl: Zusammen aufs Klo

Paruresis ist eine psychische Erkrankung, bei der eine sogenannte Entleerungsstörung vorliegt. Es beschreibt die Unfähigkeit, in Anwesenheit anderer zu urinieren. Diese soziale Phobie wird von der Gesellschaft meist nicht beachtet und erschwert den Betroffenen ihren Umgang mit der Phobie. In der Selbsthilfegruppe sprechen die Phobiker über Erlebnisse, Gedanken und Ängste und üben, bestenfalls an öffentlich zugänglichen Orten, gemeinsam ihre Phobie zu überwinden. 

Internet: http://paruresis-support.de

Treffen: Zur Zeit gibt es keine regelmäßigen Gruppentreffen, jedoch steht die ehemalige Gruppenleiterin für Gespräche, Übungszwecke oder Kontaktaufnahme zu anderen Betroffenen noch immer zur Verfügung.

Hilfe für „böse“ Stiefmütter

Stiefmütter haben einen schlechten Ruf. Nicht zuletzt wegen der vielen Märchen, in denen die Stiefmutter oftmals eine bösartige, neidische und hasserfüllte Frau verkörpert, die ihren nicht leiblichen Kindern jeden nur erdenklichen Schaden zufügen möchte. Häufig werden Stiefmütter von Zweifeln geplagt, ob sie ihren Stiefkindern gerecht werden oder ob diese sie als "böse" Stiefmutter wahrnehmen und ihnen die Zuneigung verweigern. Oftmals spielt auch das Verhältnis zur leiblichen Mutter dabei eine wichtige Rolle. Die Zweifel oder Negativerlebnisse führen manchmal sogar so weit, dass die betroffenen Frauen sich wünschen, einen kinderlosen Mann geheiratet zu haben, obwohl sie ihren Partner und auch deren Kinder sehr lieben. 

In der Stiefmütter-Selbsthilfegruppe können die Frauen offen und ohne Vorwürfe oder Selbstzweifel über ihre Erlebnisse und Gedanken sprechen und sich mit anderen Stiefmüttern austauschen. Dasselbe gilt natürlich auch für Stiefväter.

Internet: http://stiefmutterblog.com/2015/09/16/selbsthilfegruppe-stiefmuetter-muenchen/ 

Treffen: Jeden zweiten Montag im Monat um 19 Uhr im Mütterzentrum Sendling e.V., Brudermühlstraß 42, 81371 München.

Kontakt: Ansprechpartnerin Eileen, E-Mail: stiefmuetter-muenchen@gmx.de

Wenn man sich nie aufraffen kann: Prokrastinations-Gruppe

Jeder, der schon einmal eine simple aber unliebsame Aufgabe wie Fenster putzen oder Aufräumen vor sich hergeschoben hat, kennt sie: die „Aufschieberitis“, bei der man drängende aber bisweilen eher unspannende Angelegenheiten aufgrund von Lustlosigkeit auf die lange Bank schiebt. Stark Betroffene leiden aber nicht an purer Lustlosigkeit, sondern sind einer Art zwanghaften Lethargie verfallen. So kann das ewige Vor-sich-Herschieben bei manchen Menschen zu ungewollten, langfristigen Folgen wie Verlust des Arbeitsplatzes, Pfändungen oder dem Ende einer Beziehung führen. 

Die Selbsthilfegruppe soll dazu anregen, sich selbst, seine Aufgaben und Probleme wieder besser wahrzunehmen und in einem Akt der gemeinsamen Unterstützung bei den Betroffenen einen Selbstheilungsprozess einleiten, der vom Denken und Reden zum aktiven Handeln führt.

Internet: http://www.hierundheute.net/ 

Treffen: Immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Selbsthilfezentrum (SHZ), Westendstraße 68, 80339 München, Gruppenraum 1.

Von Außerirdischen entführt: A.M.M.A.C.H

Aus Angst, als „Spinner“ abgetan zu werden, schweigen die meisten Menschen in der Öffentlichkeit, wenn sie von einem Außerirdischen entführt wurden. Dabei sollen es so viele sein, sagt Joanne Summerscales. Sie nimmt diese Ängste und Probleme ernst und gründete deshalb A.M.M.A.C.H, eine Selbsthilfegruppe, in der Betroffene von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit den Wesen von einem anderen Stern berichten können. Sie vertraut den Erzählungen von bizzaren, grauhäutigen, hochintelligenten Wesen, die uns mitnehmen in ferne Galaxien, sodass sich niemand schämen müsse, von seinem unfreiwilligen Ausflug in die unendlichen Weiten des Alls zu berichten. Ernsthaftigkeit soll hier an oberster Stelle stehen. Schließlich wollen alle Teilnehmer ihre Erlebnisse verarbeiten. Die Vereingung hat schon für weitreichende Diskussionen gesorgt, aber sollten Sie zu den Auserwählten gehören: Ihnen wollen wir diese Gruppe nicht vorenthalten.

Internet: http://www.deathandtaxesmag.com/ (englisch)

Katharina Haase

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