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34 Jahre liegen zwischen diesen Bildern: Wilhelm Stürmer 1982 beim Oktoberfest-Marathon (li.) und heute beim Training.

20.000 Teilnehmer starten am Sonntag

81 Jahre: Er ist der älteste Teilnehmer beim München Marathon

München - 81 Jahre alt ist der älteste Laufteilnehmer beim München Marathon am Sonntag. Dafür trainiert Wilhelm Stürmer dreimal die Woche, trotz künstlicher Hüftgelenke.

Rennen, bis die Sohle brennt – das ist die Devise am Sonntag im Olympiapark: Rund 20.000 Läufer treten beim 31. München Marathon an. „Beim ersten Rennen 1983 waren’s 2500 Teilnehmer, mittlerweile sind es fast zehn Mal so viele“, freut sich Organisationschef Gernot Weigl. 150 Polizeibeamte sorgen für Sicherheit, 1500 Helfer und 100 BRK-Kräfte sind an der Strecke im Einsatz. Der Marathon startet um 10 Uhr am Coubertinplatz, dann geht es 42,195 Kilometer durch die Stadt. Für die Zuschauer gibt’s ein marathonmäßiges Spaßprogramm – über 20 Bands heizen an der Strecke ein, am Marienplatz und am Gärtnerplatz herrscht Partystimmung. Die tz hat den ältesten Laufteilnehmer getroffen. 

Um zehn Uhr vormittags schnürt Wilhelm Stürmer seine Turnschuhe. Dann läuft er los, von seinem Haus in Grünwald die Isar entlang zur Marienklause und wieder zurück. Dreimal die Woche, jeweils 15 Kilometer. Denn Willi Stürmer trainiert für den München Marathon. Wobei: Der gute Mann ist nicht 30, nicht 40 oder 50 Jahre alt. Willi Stürmer ist stolze 81. Und damit am Sonntag der älteste Läufer im Olympiapark!

Im Alter von 40 Jahren kam er zum Laufen

Die Liebe zum Laufen hat der gebürtige Bochumer erst im Alter von 40 Jahren entdeckt. „Bis dahin hatte ich zu wenig Zeit für ein Training. Ich war im Stahlbau in Gelsenkirchen beschäftigt und jeden Tag zwölf Stunden in der Arbeit“, erzählt er.

In den 70ern zog es ihn nach München. Beruflich ging’s zu Bosch nach Trudering, privat auf die Marathonstrecken dieser Welt. Seine damalige Bestzeit: 2 Stunden 46 Minuten. „Ich kann mich noch gut an den Marathon in Boston 1976 erinnern“, sagt Willi Stürmer. „Wir waren 150 Sportler, die extra einen Flug von Köln in die USA gechartert haben. Ich bin dort mit Alfred Pohlan gelaufen, bei 36 Grad im Schatten.“ Pohlan rannte übrigens gern mit nacktem Oberkörper und Tigerfellhose – deshalb wurde der Begründer des 1. Olympia City Marathons, dem Vorläufer des heutigen München Marathon, auch oft „Tarzan“ genannt.

Am Sonntag will's Willi nochmal wissen

Früher trainierte der gelernte Schmied fast jeden Tag, lief bis zu 130 Kilometer pro Woche. Heute sind’s immerhin noch drei Vormittage. Knapp zwei Stunden braucht er für die 15 Kilometer zur Marienklause oder nach Wörnbrunn. Und das trotz zweier künstlicher Hüftgelenke und einem Schlaganfall vor drei Jahren, von dem er sich gut erholt hat. „Ich mache halt nicht mehr so große Schritte, sondern kurze, schnelle“, schmunzelt der 81-Jährige.

Mit großen Schritten war er übrigens 1983 beim allerersten München Marathon über die Ziellinie gestürmt – nach 2 Stunden 56 Minuten. Jetzt am Sonntag will’s der Willi noch mal wissen: Mit Startnummer 10 432 geht’s ab 10.40 Uhr am Coubertinplatz auf die Zehn-Kilometer-Strecke. „Das packe ich hoffentlich in 70 Minuten“, sagt der Senior. „Und ich freue mich wahnsinnig.“

5 Tipps vom Lauf-Experten

Alle Infos zum München Marathon finden Sie hier.

Martina Williams

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