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Das Amt für Wohnen und Migration in der Franziskanerstraße. 

Neue Gehaltsgrenzen & weitere Änderungen

„München Modell“: Mehr Münchner sollen günstig wohnen

München - Die Stadt will mehr Münchner in geförderte Mietwohnungen bringen. Dazu sollen die Einkommensgrenzen im Rahmen des „München Modells“ stark angehoben werden. Das ist der Plan.

Mit dem „München Modell“ bietet die Stadt Haushalten mit mittleren Einkommen sowie Familien mit Kindern die Möglichkeit, vergünstigt zur Miete zu wohnen. Die Höhe liegt zwischen 7,50 Euro und 11 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (Netto-Kaltmiete) im Monat. Ziel ist es, 20 bis 25 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete zu bleiben.

Zahl der berechtigten Haushalte ist zurückgegangen

Die Zahl der förderberechtigten Münchner Haushalte ist in den vergangenen Jahren aber stark zurückgegangen. Ursache sind die Steigerungen bei Löhnen und Gehältern. Die Einkommen wuchsen in den vergangenen fünf Jahren um rund 15 Prozent. Die Einkommensstufen beim München-Modell wurden aber nicht entsprechend angepasst. Das vom Stadtrat formulierte Ziel, 50 bis 60 Prozent der Münchner Haushalte über das München-Modell zu fördern, wird deshalb nicht mehr erfüllt. Der Stadtrat will deshalb die Einkommensgrenzen stark anheben. Kommenden Mittwoch berät der Planungsausschuss das Handlungsprogramm „Wohnen in München VI“, in dem die neuen Grenzen aufgeführt werden.

Die Notwendigkeit einer Anpassung der Einkommensgrenzen wird aus Sicht der Stadt daran deutlich, dass zum Beispiel eine alleinerziehende Erzieherin bereits über der gegenwärtigen Einkommensgrenze für das München-Modell verdient. Angesichts der hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten in München sei es selbst für Familien mit einem Jahresbrutto von 95.000 Euro „schwer, angemessenen Wohnraum zu finden“, heißt es.

Einkommensgrenzen werden korrigiert - kein Eigentum mehr

Die Einkommensgrenzen werden deshalb nach oben korrigiert. Für einen Ein-Personen-Haushalt steigt die Grenze von derzeit 22.800 auf 26.400 Euro. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit zwei Kindern steigt die Grenze von 82.500 auf 94.300 Euro Jahresbrutto.

Nicht mehr Teil des München-Modells ist künftig die Förderung von Eigentum. Die Verkaufspreise lagen je nach Haushaltseinkommen zwischen 2800 und 3200 Euro pro Quadratmeter und damit weit unter den gegenwärtigen Marktpreisen. Die Förderung von Eigentumserwerb will die Verwaltung abschaffen, um mehr bezahlbaren Mietwohnungsbau zu ermöglichen. Denn die Anzahl der Flächen, die die Stadt vergünstigt an Bauträger abgeben kann, damit diese wiederum günstige Mieten anbieten, nimmt immer weiter ab – obwohl die Stadt immer wieder Grundstücke kauft. Von 2012 bis 2015 erwarb München 240.000 Quadratmeter Grund für geförderten Wohnungsbau. Kosten: 40 Millionen Euro. Die verbleibenden Flächen in München reichen nach einer Analyse des Planungsreferats noch für rund 61.000 Wohneinheiten – danach ist Schluss.

Zuzug nach München ist ungebrochen

Weil der Zuzug in die Landeshauptstadt ungebrochen stark ist, will der Stadtrat beim Wohnungsbau nochmal eine Schippe drauflegen. Das bisherige Ziel von 7000 neuen Wohnungen jährlich soll auf 8500 gesteigert werden. Im Rahmen des Programms „Wohnen in München VI“ stellt die Stadt bis zum Jahr 2021 dafür die bundesweite Rekordsumme von 1,25 Milliarden Euro zur Verfügung. Dazu kommen Mindererlöse im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro durch Grundstücksverkäufe. Die Stadt will Bauträgern Baugrund zu einem günstigen Preis überlassen, im Gegenzug bieten diese Wohnungen vergünstigt an. 250 Millionen Euro sollen, verteilt über zehn Jahre, allein die beiden Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag erhalten.

Das Ziel von 8500 Wohnungen pro Jahr werde man aber erst mittelfristig erreichen können, räumt die Stadtverwaltung ein. Der Prozess von der Baurechtsschaffung über die Genehmigung bis hin zur Baufertigstellung benötigt mehrere Jahre Vorlaufzeit und ist durch Aktivitäten der externen Bauträger fremdbestimmt. Die Suche nach Flächen und deren Entwicklung wird außerdem zunehmend schwieriger.

15.000 neue Wohnungen jährlich wären erforderlich

Die Stadt räumt ein, dass bei einem anhaltend starken Zuzug 15.000 neue Wohnungen jährlich erforderlich wären, um den Status Quo auf dem Markt zu erhalten. Prognosen besagen aber, dass sich das starke Wachstum etwas abschwächt. Hinzu kommt, dass seit dem Jahr 2010 die Wohnfläche pro Einwohner abnimmt. Weil die Mieten so hoch sind, bescheiden sich viele Bürger inzwischen mit kleineren Bleiben. Derzeit hat jeder Münchner knapp 40 Quadratmeter im Schnitt. Je weniger Platz ein Bürger in Anspruch nimmt, desto weniger Wohnungen müssen gebaut werden. Darauf setzt die Stadt.

Im besten Falle sind lediglich 6500 neue Wohnungen jährlich nötig. Im schlechtesten Fall 12 000. Wahrscheinlich ist ein mittleres Szenario: 85000 Wohnungen pro Jahr. Dieses Ziel setzt sich jetzt die Stadt.

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