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45.000 Euro muss ein Käufer für das Gemälde von Heinrich von Zügel hinblättern, das Kunsthändler Kurt Zimmermann im Postpalast zeigt. 

Ab dem Wochenende im Postpalast

Antiquitäten-Messe: Alte Kunst an neuem Ort

München - Im Jahr 1968 richtete Andreas Ramer die erste „Kunst und Antiquitäten“-Messe aus. Zwei Mal im Jahr versammelt er seitdem Händler mit hochwertiger Kunst aus allen Epochen um sich. Am Samstag begrüßt er die Besucher zum ersten Mal im Postpalast.

Ein Bummel durch den Postpalast wird zur Reise durch die Kunst-Epochen – wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge. Am Samstag öffnet in dem denkmalgeschützten Rundbau die Messe „Kunst und Antiquitäten“. Dort steht die Biedermeier-Kommode neben dem Art-Déco-Schrank, das Bild aus der Neuen Sachlichkeit neben der Barock-Büste. „Wir verkaufen die schönen Dinge der Vergangenheit“, sagt Andreas Ramer, der die Messe 1968 als junger Kunsthändler gegründet hat.

Der Gründer und die beiden Neuen: Andreas Ramer (Mitte) veranstaltete die erste Messe im Jahr 1968. Martin Puch (li.) und Maximilian Lerch (re.) sollen seine Nachfolge antreten.

In den ersten Jahren fand sie noch im Hackerkeller an der Theresienhöhe statt, den es schon lange nicht mehr gibt. Zuletzt reihten sich die Stände der rund 60 Händler im Paulaner am Nockherberg aneinander. Doch nachdem Wirt Peter Pongratz im April 2017 aufhört und die Gaststätte grundlegend renoviert wird, hat sich Ramer rechtzeitig um einen neuen Standort gekümmert. „Wir waren am Nockherberg immer ganz glücklich – schließlich waren wir die einzige Kunstmesse mit Biergarten“, sagt Ramer und lacht. Aber auch der Postpalast habe viel Charme – und bietet mit 3000 Quadratmetern mehr Platz.

An Stand Nummer 54 richtet sich derzeit Kurt Zimmermann ein und arrangiert seine hochwertigen Gemälde. Der Kunsthändler zählt etwa ein Olgemälde von Heinrich von Zügel aus dem Jahr 1910 zu seinen Schätzen. Es zeigt einen jungen Burschen, der im Wasser steht und versucht, zwei Ochsen zu zügeln. Zimmermann schwärmt: „Zügel war der erste, der den Impressionismus in die Tiermalerei gebracht hat. Als ich jung war, hätte man sich um das Bild geprügelt.“ Aber auch heute noch hat es einen stolzen Preis: 45 000 Euro müsste der potenzielle Käufer dafür hinblättern, könnte dann aber prahlen: „Ich besitze ein Bild von einem berühmten Tiermaler, dessen Werke sogar in der Neuen Pinakothek hängen.“

Zum ersten Mal auf der Messe dabei ist Händlerin Anne Uhrland, die sich auf zeitgenössische Kunst spezialisiert hat. Auch sie kann mit großen Namen aufwarten. Mit dem peruanischen Künstler Fernando de la Jara etwa sei sie befreundet, erzählt die 34-Jährige. Eine 45 Tonnen schwere Skulptur des Peruaners steht am Eingang des Max-Planck-Hauses am Hofgarten. Anne Uhrland hat Leichteres im Gepäck: ein seltenes Selbstporträt des Künstlers, der nur mit vier Farben malt. Auf den Preis angesprochen lächelt sie und schweigt.

Für den Otto-Normal-Münchner sind die meisten Stücke auf der Messe kaum erschwinglich – wer jedoch Interesse an Kunst hat, wird einen Rundgang auch so genießen. Denn für einen Plausch sind die Händler immer gerne zu haben. Um von den schönen Dingen aus der Vergangenheit zu erzählen.

Die Messe „Kunst & Antiquitäten“ im Postpalast, Wredestraße 10, nahe der Hackerbrücke, hat von Samstag, 22. Oktober, bis Sonntag, 30. Oktober, täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, am Mittwoch, 26. Oktober, bis 21 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 6 Euro.

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