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Ein Bauloch mit Zäunen und Containern verunstaltet derzeit den Platz hinter dem Rathaus. Bis März sollen die Ausgrabungen beendet sein

OB Ude stellt Ultimatum: Sonst wird zugeschüttet

München - Zum Christkindlmarkt blinkt und glitzert es rund um den Marienplatz an allen Ecken und Enden. An allen Ecken? Nein! Das Bauloch am Marienhof ist der Schandfleck der Innenstadt. Jetzt hat OB Ude ein Ultimatum gestellt.

Hinter dem Rathaus reißt ein riesiges Bauloch eine Lücke in die vorweihnachtliche Stimmung. Wie es mit der Grube weitergeht, soll im Frühjahr entschieden werden. Die Archäologen gehen jetzt erstmal in die Winterpause.

Die Grabungen auf Kosten der Deutschen Bahn sind eine Vorbereitung auf den Bau der zweiten Stammstrecke. Ob deren Finanzierung bis zum Ende der archäologischen Arbeiten im März unter Dach und Fach ist, steht in den Sternen. Oberbürgermeister Christian Ude will aber spätestens zum Ende der Frostperiode Tatsachen schaffen: Wenn die ersten Krokusse ihre Köpfchen aus dem Boden strecken und die Finanzierung bis dahin noch immer nicht steht, „wird die Baustelle zugeschüttet und der Marienhof wieder hergestellt“, betonte Ude gestern. Kommt die zweite Röhre, müssten die Baumaßnahmen Anfang 2013 beginnen und das Loch am Marienhof könnte bis dahin bestehen bleiben.

Die Archäologen ziehen derweil eine positive Bilanz. „Die freigelegten Schächte waren sehr überraschend“, erklärt Barbara Wührer. „Das Plumpsklo ist für Archäologen die reinste Schatztruhe.“ Die Latrinen seien auch als Abfalleimer benutzt worden und gäben einen Einblick in die damaligen Lebensgewohnheiten. Bislang förderten die Forscher neben einer 1000 Jahre alten Kochtopfscherbe unter anderem alte Porzellanfiguren und verkohlte Bücher aus der früheren Stadtbibliothek zutage, die den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen war. Nach dem Abschluss der Ausgrabungen ist eine Ausstellung der Fundstücke im Stadtmuseum geplant.

tom/lby

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