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Auf der Kapuzinerstraße haben Radfahrer seit drei Jahren eine eigene Spur.

Mehr als unter Rot-Grün

Ausbau der Radwege: Das tut die Stadt für Radlfreunde

München - Seit Rot-Schwarz im Rathaus regiert, geht es bei der Entwicklung des Radverkehrs voran. Der erste Radschnellweg nach Garching ist bereits in Planung.

Bei der Entwicklung des Radverkehrs hinkt München vielen anderen deutschen Kommunen hinterher. Der Vergleich mit skandinavischen Metropolen wie Oslo oder Kopenhagen fällt noch einmal ungünstiger aus. Dort gibt es dicht ausgebaute Radwegenetze, grüne Wellen und sogar Schnellstraßen für Pedaleure. Doch es tut sich was in München. Zur Überraschung des federführenden Planungsreferats wirkte der Regierungswechsel im Rathaus 2014 von Rot-Grün auf Rot-Schwarz sogar beflügelnd. „Besser als zuvor“ sei die Zusammenarbeit mit der Politik beim Thema Radverkehr, heißt es.

In den vergangenen drei Jahren setzte das Planungsreferat 33 konkrete Maßnahmen um, darunter besonders prominente wie in der Kapuzinerstraße und Gabelsbergerstraße, wo je eine Fahrspur für Autos in eine Radspur umgewandelt wurde. Nach anfänglichen massiven Protesten von Autofahrern habe sich die Aufregung zwischenzeitlich gelegt. Vor allem die Kapuzinerstraße gilt im Haus als Erfolgsgeschichte. Die Umwidmung von Pkw-Spuren in solche für Radfahrer wird aber nicht zur Regel werden, auch wenn man im Planungsreferat insgeheim viel mehr Straßen in Radwege umwidmen möchte. Zu sehr strapazieren will Stadtbaurätin Elisabeth Merk die Koalitionäre mit den Wünschen aus ihrem Haus nicht.

Münchner radeln mehr als je zuvor

Dass die Münchner mehr radeln als jemals zuvor, belegen aktuelle Zählungen. Zwischen 2009 und 2012 hatte die Stadt sieben Radverkehrszählstellen errichten lassen. Seitdem stieg die Zahl der erfassten Radler im Schnitt um rund 25 Prozent. Die Zählstelle an der Residenz etwa passierten im Jahr 2015 fast 1,8 Millionen Radfahrer, 2010 waren es noch 1,25 Millionen gewesen. Die Münchner sind allerdings Schönwetterfahrer. Die Zählungen ergaben, dass an einem durchschnittlichen Sommertag dreimal so viele Radfahrer unterwegs sind wie an einem durchschnittlichen Wintertag ohne Schneefall. Das Planungsreferat hat deshalb eine Arbeitsgruppe Winterdienst ins Leben gerufen. Sie sorgte dafür, dass viele Fahrradwege bereits am frühen Morgen geräumt werden oder beim Bau von Radständern auf eine Überdachung geachtet wird.

Prestige-Projekt Radschnellweg Zentrum-Garching

Das Prestigeprojekt im Planungsreferat ist momentan der geplante Radschnellweg aus dem Zentrum nach Garching beziehungsweise Schleißheim. Demnächst wird eine Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben. Wo die Strecke genau verlaufen wird, ist noch nicht spruchreif, die Trasse nach Garching soll aber Modellcharakter haben. In einigen Jahren sollen zahlreiche Radschnellwege sternförmig aus den umliegenden Landkreisen nach München führen. Der Ausbau des Radverkehrsnetzes in München ist aber keine reine Erfolgsgeschichte. Auf der Rosenheimer Straße etwa gibt es immer noch keinen extra ausgewiesenen Bereich für Pedalritter, genauso wenig in der Lindwurmstraße. Beide Straßen sind Projektionsfläche verschiedener politischer Vorstellungen, deshalb geht seit Jahren nichts voran. Die Planungen für einen beidseitigen Radweg in der Rosenheimer Straße hat das Baureferat übernommen. Noch heuer soll dem Stadtrat ein Konzept präsentiert werden. Für Autos, so viel ist sicher, wird es enger werden.

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