Ein Bild aus besseren Tagen: Die Chefs von MPP-Entertainment, Bernhard Buchbauer (links) und Joachim Paul, skizzieren auf einem großen Plan ihr Vorhaben. Jetzt stehen sie vor dem Aus.
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Ein Bild aus besseren Tagen: Die Chefs von MPP -Entertainment , Bernhard Buchbauer (links) und Joachim Paul , skizzieren auf einem großen Plan ihr Vorhaben. Jetzt stehen sie vor dem Aus.

Insolvenzantrag

Betreiber der Sedlmayer-Halle pleite

München - Die Rudi-Sedlmayer-Halle kommt nicht aus der Krise: Nach Informationen unserer Zeitung hat die Betreibergesellschaft Insolvenz angemeldet. Damit schwindet die Hoffnung, dass die Sportstätte nach sechs Jahren Leerstand in naher Zukunft wieder genutzt werden kann.

Das Amtsgericht München bestätigte auf Anfrage, dass die Firma MPP-Entertainment am 30. Dezember einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Eine Gutachterin soll nun klären, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird.

MPP hat die Anlage seit Dezember 2007 von der Stadt München gemietet. Die Sportstätte, die einst als Basketball-Halle für die olympischen Sommerspiele 1972 gebaut worden war und die seit Februar 2003 leer steht, sollte im großen Stil wiederbelebt werden. Geplant waren neben Sportveranstaltungen (etwa Zweitliga-Basketball) eine Diskothek für 1200 Gäste in den ehemaligen Lagerräumen sowie westlich der Halle ein 2500 Quadratmeter großer Beach Club mit Strandbars, Tanzfläche, Kulturbühne und Beach-Volleyballfeld.

Kostspielige Brandschutzauflagen machten eine regelmäßige Nutzung der Anlage bislang jedoch unmöglich. Daneben waren die Genehmigungen für den Umbau und die Nutzung von der Stadt erst im Dezember 2008 erteilt worden, so dass MPP seit Vertragsbeginn nur einzelne Veranstaltungen mit Sondererlaubnis ausrichten konnte.

Insbesondere die Zweitliga-Basketballer des FC Bayern München würde ein Aus der Betreibergesellschaft hart treffen. "Für uns wäre das eine Katastrophe. Alle Bemühungen wären wieder am Nullpunkt angelangt", sagt Abteilungsvorstand Peter Kemmer. "Wir haben fest damit gerechnet, dass wir die Rudi-Sedlmayer-Halle im Oktober 2009 als Spielstätte beziehen können."

Der FC Bayern hat in den vergangenen Jahren eng mit MPP zusammengearbeitet, um eine dauerhafte Hallennutzung zu realisieren. Die finanziellen Schwierigkeiten überraschen Abteilungsvorstand Kemmer nicht, "weil die Halle bislang kaum genutzt werden konnte, aber dennoch regelmäßig Mietzahlungen fällig waren".

Dieses Problem hatte auch die Stadt erkannt. Kurz vor Jahresende bot sie der Betreibergesellschaft deshalb eine Modifizierung des Mietvertrages an. Nach Auskunft von Bernhard Fuchs vom Kommunalreferat sollten im Hinblick auf die eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten die Miete gesenkt und die Dauer des Vertrages verlängert werden. Weiter hatte die Stadt laut Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) zugesagt, den Hallenboden für rund 120 000 Euro erneuern zu lassen.

Im Sportamt, das stadtintern für die Halle zuständig ist, zeigte man sich überrascht vom Insolvenzantrag. "Wir sind bislang davon ausgegangen, dass der Umbau in Angriff genommen wird und die Basketballer in der kommenden Saison dort einziehen können", sagte Pressesprecherin Edith Rubenbauer. "Wir werden uns nun zusammensetzen und nach einer Lösung suchen."

Die Geschäftsleitung von MPP-Entertainment war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Jochen Lehbrink

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