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Glück unter Kastanien: Die Biergartensaison ist wieder eröffnet.

Das müssen Sie für den Sommer wissen

In nur noch zwei Biergärten gibt's die Maß unter 7 Euro

München - Die Biergärten in München sind legendär für ihren Erholungswert. Nun ist der Frühling da und es gibt einiges Neues: Alle Infos über Maß-Preise, Kinderfreundlichkeit und vegane Schmankerln.

In Münchner Biergärten verändert sich traditionell wenig. Die meisten Betreiber setzen auf Altbewährtes: Zum Bier gibt’s Spareribs, Würstl, Hendl, Schweinsbraten und Steckerlfisch. Doch die Zeiten ändern sich – ein bisschen zumindest. Der eine Wirt setzt auf Kinderfasching im Sommer, der andere erweitert das Sortiment um neue Getränkesorten oder fleischloses Essen. Auch der technologische Wandel schreitet gemächlich voran. Etwa die Hälfte der Gärten bietet ihren Gästen kostenlosen Internetzugang. Wir haben uns das Angebot der 15 bekanntesten Biergärten näher angeschaut.

Die Bierpreise

Beinahe alle Betreiber haben ihren Gerstensaft im Vergleich zum Sommer 2015 verteuert, um etwa 20 bis 30 Cent. Nur wenige blieben beim Vorjahrspreis. Ein Betreiber – kaum zu glauben – machte den Liter Bier günstiger als zur Saison 2015: Im Biergarten Menterschwaige kostet die Maß heuer 7,90 Euro statt 8,20 Euro. Nur wenige Wirte wagen sich über die Grenze von acht Euro pro Maß . Einige verlangen deutlich weniger. Eine Radler-Maß kostet in der Regel genauso viel wie eine Maß Bier.

Beim Bierpreis bleiben nur zwei Betreiber unter sieben Euro pro Liter. Der Biergarten am Bavariapark unterbietet in unserer Auswahl alle Konkurrenten. 6,80 Euro kostet hier der Liter Augustiner. Kurz dahinter folgt der Bierpreis im Hirschgarten, Münchens größtem Biergarten. Hier kostet die Maß im Selbstbedienungsbereich 6,90 Euro. Im Seehaus im Englischen Garten zahlt man deutlich mehr: 8,20 Euro. In unserer Rangliste ist das der teuerste Bierpreis. „In unserem Biergarten scheint die Sonne am längsten“, erklärt Betreiber Dominik Le Maire. Dafür zeigt er sich auf der Höhe der Zeit: Die Gäste können kostenfrei ihre Smartphones aufladen.

Kinderfreundlichkeit

Einer der kinderfreundlichsten Biergärten in München ist der Gutshof Menterschwaige. Der Höhepunkt des Sommers ist hier nämlich das Fest für die Kleinen unter dem altbekannten Motto „Cowboy und Indianer“. Es findet am 12. Juni statt. Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist der 26. Juni. Spielplätze gibt es aber auch in allen anderen Biergärten. Auf dem Vorplatz am Bavariapark nahe dem Verkehrsmuseum etwa ist der Boden gepflastert. Hier können Kinder weiträumig und abseits vom Straßenverkehr ihre Skateboards, Fahrräder oder Tretroller ausprobieren. Am 19. Juni soll hier zudem ein Kinderfest stattfinden.

Auch Hirschau, Seehaus, Waldwirtschaft (hier gibt’s auch den traditionellen Jazz-Biergarten) und Hirschgarten verfügen über eine besonders kinderfreundliche Umgebung mitten im Grünen. „Unser Kinderspielplatz hat etwa 1000 Quadratmeter“, sagt etwa Hirschau-Wirt Wiggerl Hagn.

Vegetarisch und vegan

Dass sich immer mehr Münchner nicht nur fleischlos, also vegetarisch, sondern sogar vegan ernähren, hat die Betreiber des Biergartens im Muffatwerk veranlasst, ihre Speisenkarte zu erweitern. Veganer Höhepunkt ist hier heuer die spezielle Lasagne al Forno für 8,90 Euro. Sogar die Dressings der Salate sind vegan. Warum man hier besonders vegane Kundschaft berücksichtigt? „Das passt einfach zusammen, weil sich auch viele unserer Mitarbeiter vegan ernähren“, erklärt Brian Ehlers, Geschäftsführer des zertifizierten Öko-Betriebs direkt neben der Muffathalle.

Der Biergarten am Nockherberg hält ein Schmankerl für Vegetarier bereit: Käse-Kraut-Spätzle für 8,90 Euro. Für Veganer gibt’s zudem Gemüse-Antipasti für 8,90 Euro. Auch der Taxisgarten hat auf die wachsende vegane Kundschaft reagiert. Neu im Programm sind hier Hirsebratlinge mit Pilzen und Ratatouille für 5,20 Euro und gebratener Tofu mit Paprika und Mu-Err-Pilzen für 6,50 Euro.

Am Bavariapark setzt man auf Salat. Wöchentlich wechselt die Variation. Das Dressing ist zumindest manchmal vegan. Die Betreiber des Aumeisters im Münchner Norden bieten in Kürze vegane Wraps an. Die Preise dieser neuen Variationen standen zum Zeitpunkt unserer Recherche noch nicht fest. Alternativ im Angebot: vegane Brotaufstriche wie „Hummus pikant“ für zwei Euro.

In der Hirschau scheint die Kundschaft dem traditionellen Biergartenbesuch zugeneigt zu sein oder nimmt sich ihr Essen kurzerhand selbst mit. Wirt Wiggerl Hagn erzählt: „Letztes Jahr haben wir ein veganes Gericht ausprobiert: mit Gemüse gefüllte Paprikaschote. Wurde aber kaum gekauft. Deshalb verzichten wir auf dieses Angebot wieder.“

Keine Experimente

In den Getränkekarten der Biergärten tut sich naturgemäß nicht viel. Viele Wirte denken heuer insbesondere an diejenigen Gäste, die nach ihrem Besuch Auto, Fahrrad oder Motorrad fahren wollen. Sie bieten nun auch Russn und Radler ohne Alkohol an, etwa im Taxisgarten. Der Biergarten am Flaucher zeigt sich am experimentierfreudigsten: Seit diesem Jahr verkauft der Betreiber alkoholfreies Weißbier mit Blutorangen- oder Zitronengeschmack (0,33 Liter; 2,90 Euro) – bislang sei das sehr beliebt, wie eine Mitarbeiterin sagt.

Neue Fleisch-Gerichte

Neben den klassischen Biergarten-Angeboten tut sich der Wirt am Flaucher im Jahr 2016 mit einer Reminiszenz an das Oktoberfest hervor, wenn auch nur an zwei Tagen. Am 29. Mai und am 26. Juni wird unter Begleitung bayerischer Blasmusik der Original-Grill der Ochsenbraterei aufgestellt. Die Besucher können sich an diesen Tagen die echte Wiesn-Ochsensemmel kaufen.

Ein ähnlich interessantes Schmankerl erwartet Gäste des Bavariaparks. Wirte-Paar Sabine und Philip Sedgwick verkauft den „Schweinefetzen-Burger“ (6,80 Euro). Dessen Fleisch wird im Englischen „pulled pork“ genannt. Wer’s lieber klassisch mag, kann auch einen Cheeseburger bestellen (8,60 Euro). Man könnte sagen: die anglo-amerikanische Begleitung zur bajuwarischen Maß Bier.

Von Hüseyin Ince

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