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Ein Aushängeschild des Circus Krone: Die Elefantenshow ist – obwohl von Tierschützern und einigen Kommunen heftig kritisiert – nach wie vor ein Publikumsmagnet. 1,1 Millionen Zuschauer kamen im Sommer in die Vorführungen. Chefin Christel Sembach-Krone ist zwar nicht mehr selbst in der Manege aktiv, doch im Hintergrund kümmert sie sich um alles, vom Programm über die Künstler bis zur Tournee. 

„Der Zirkus ist ihr Leben“

Circus Krone-Chefin Christel Sembach-Krone feiert 80. Geburtstag

München - Christel Sembach-Krone hat ihr Leben bedingungslos dem Zirkus verschrieben. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist sie Chefin im Circus Krone. Mit über 70 stand sie noch selbst in der Manege und auch jetzt – mit 80 Jahren – hält sie die Zügel im Zirkusbetrieb fest in der Hand.

Klar, dass sie auch ihren Ehrentag am 27. November quasi in der Manege feiern will. „Es wird einen Rundgang durch die Stallungen geben“, sagt Zirkussprecherin Susanne Matzenau. „Und dann eine Bescherung bei den Tieren. Die gibt es immer zu Weihnachten und zum Geburtstag. Das hat Tradition.“

Sembach-Krones Großvater Carl Krone hat einst den Weltruhm des Circus Krone begründet. Vor mehr als 100 Jahren zeigte er den Menschen eine neue Sensation: Der Löwe Pascha thronte stolz und friedlich auf dem Rücken eines Pferdes – eine Revolution im deutschen Zirkus. Carl Krone wollte Tiere nicht mehr nur zeigen, sondern dressieren. Inzwischen gibt es den Zirkus seit 111 Jahren, seit 98 Jahren mit festem Haus in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofes.

Von 1956 bis 2006 stand Sembach-Krone noch selbst mit ihren dressierten Pferden in der Manege, heute arbeitet sie nur noch hinter den Kulissen, kümmert sich aber um alles: Programm, Künstler, Tourneen. „Und sie sitzt in jeder Generalprobe. Das ist Ehrensache“, sagt Matzenau.

Zwar sind Zirkusunternehmen wie der Circus Krone immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt, weil Tierschützer und inzwischen auch zahlreiche Kommunen nicht wollen, dass Wildtiere als Clowns verkleidet durch die Manege wandern und das Publikum belustigen müssen. An den Besucherzahlen merkt der Circus Krone das nicht.

„Wir haben in diesem Jahr eine der erfolgreichsten Sommertourneen überhaupt abgeschlossen“, sagt die Sprecherin. 1,1 Millionen Zuschauer hätten die Zirkus-Shows gesehen. Dazu kommen noch rund 450 000 bei den Shows im Münchner Zirkusgebäude im Winter. Man könne zwar denken, dass Zirkusshows heute nicht mehr in die Zeit passen, aber: „Das Gegenteil ist der Fall“, betont Matzenau.

Wie es um die Branche insgesamt bestellt ist, ist unklar. Einen Branchenverband, der Zahlen dazu herausgeben könnte, gibt es nicht. Für den Freizeit- und Zukunftsforscher Horst Opaschowski passt eine gewisse Renaissance des Zirkus’ allerdings durchaus in die Zeit. „Wir leben in unsicheren Zeiten, wir leben in schwierigen Zeiten“, sagt er. „Der Zirkus ist vielleicht ein Stück vom Glück, eine Idylle, ein Stück alte Heimat, die es sonst nicht mehr gibt.“

Und Frau Sembach-Krone? Will sie denn irgendwann die Verantwortung für ihren Zirkus abgeben? Die Antwort von Sprecherin Susanne Matzenau ist deutlich: „Zirkus ist ihr Leben. Die Frage stellt sich nicht.“

dpa

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