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Würdigten sich keines Blickes: Florin C. (re.) und Dorel P. (li.) auf der Anklagebank. In der Mitte die Dolmetscherin.

Prozess am Landgericht

Diebe residieren im Hotel

München - Sie wohnten bequem im Hotel und gingen von dort aus auf Diebestour: Zwei Rumänen brachen über Monate hinweg in Wohnungen, Büros und Geschäfte ein. Nun wurde das Duo vor dem Landgericht verurteilt.

Sie waren Komplizen, monatelang. Sie wohnten zusammen, gingen gemeinsam auf Diebestour - und am Ende wurden sie zusammen festgenommen. Doch auf der Anklagebank des Münchner Landgerichts war es am Mittwoch vorbei mit der Komplizenschaft der beiden Rumänen. Während Florin C. (22) eisern schwieg, packte Dorel P. (23) aus - und verpfiff seinen Kumpel gleich mit. Am Ende wurden beide zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

30 Einbrüche, darunter einige gescheiterte Versuche, warf die Anklage den Männern vor. Rund 23 000 Euro erbeuteten sie von November 2011 bis Februar 2012 und verursachten dabei einen Sachschaden von 15 000 Euro. Die Chance, alles zu leugnen, hatten sie kaum. An den Tatorten fanden die Ermittler ihre Fingerabdrücke und DNA-Spuren. Zudem wurden sie unmittelbar nach ihrem letzten Coup geschnappt: Als sie am 28. Februar 2012 in einen Lebensmittelladen an der Alramstraße (Sendling) einbrachen, hörte eine Zeugin verdächtige Geräusche, sah die Männer weglaufen und rief die Polizei. „Sie wurden mit dem fehlenden Münzgeld in den Taschen und dreckigen Schuhen geschnappt“, sagte der ermittelnde Polizist vor Gericht. Er stieß auf 60 ähnliche Einbrüche, für die die Männer in Frage kamen. „Der Spurenabgleich führte dann zu den jetzt angeklagten 30 Fällen.“

Angesichts der Beweislast rang sich Dorel P. am Mittwoch zu einem Geständnis durch: Am Anfang, so ließ er seinen Anwalt erklären, habe er alleine gehandelt - aber ab Ende November sei auch Florin C. dabei gewesen.

Bei der Auswahl ihrer Tatorte waren die Männer nicht sehr wählerisch - für den Polizisten ein ungewöhnliches Verhalten. „Normalerweise spezialisieren sich Einbrecher“, zum Beispiel auf Wohnungen. Doch Florin C. und Dorel P. versuchten es überall: mal eine Wohnung in der Maxvorstadt, mal eine Gaststätte im Lehel, mal ein Büro in der Isarvorstadt. „Ressortübergreifend“ nannte der Beamte das. „Sie wohnten in einem Hotel im Zentrum, die Tatorte waren fußläufig zu erreichen“, erklärte er. „Das war keine billige Absteige.“ Tatsächlich kostet ein Doppelzimmer in dem Haus mindestens 70 Euro, es gibt sogar einen Wellness-Bereich.

Diesen Luxus finanzierten sich die Männer, die in Rumänien in ärmlichen Verhältnissen aufwuchsen, wohl mit ihrer Beute. „Sie hatten es hauptsächlich auf Bargeld abgesehen“, sagte der Polizist. Um in die Häuser zu kommen, hebelten sie Fenster und Türen auf oder schmissen die Scheiben ein. Die größte Beute auf einen Schlag machten sie in einer Wohnung an der Marsstraße: 3785 Euro.

Schweigsam blieben beide, als es um die konkreten Taten ging. Fest steht: Dorel P. kam erst wenige Wochen vor seinem ersten Einbruch nach Deutschland. Florin C. war damals hierzulande auf Jobsuche. „Ich wollte unbedingt arbeiten“, sagte er - doch ihm fehlten die gültigen Papiere. Erst jetzt, im Gefängnis, könne er legal arbeiten. Dazu wird er weiterhin Gelegenheit haben. Er muss für vier Jahre und neun Monate in Haft, sein Komplize für fünf Jahre.

Ann-Kathrin Gerke

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