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Stadt prüft Pläne

Event "Big Isar Jump": Massenschwimmen im Isarkanal

München - „Big Isar Jump“: Ein Verein hat bei der Stadt beantragt, dass die Bürger am 3. Juli durch die Innenstadt schwimmen dürfen. Worum geht es bei dem Massenevent?

Der Verein Isarlust will am 3. Juli, dem Europäischen Flussbadetag, ein Massenschwimmen im Isarkanal zwischen Deutschem Museum und den Patentämtern veranstalten. Dort ist das Schwimmen eigentlich verboten, aber die Stadt prüft den Antrag derzeit. Hinter dem Event steckt eine dauerhafte Idee. Der Verein Isarlust hätte am Kanal am Deutschen Museum gerne ein neues Freibad.

Vorbild für die vorerst nur einmal geplante Aktion ist Zürich, wo es das alljährliche „Limmatschwimmen“, ein traditionelles Volksschwimmen gibt. Dort schwimmen die Teilnehmer durch die Züricher Innenstadt und damit ebenfalls durch sonst verbotene Flussabschnitte. Das Schweizer Schwimmen findet 2016 bereits zum 52. Mal statt.

Umweltreferat: Baden verboten aus Naturschutzgründen

In München ist das Baden und Schwimmen in der innerstädtischen Isar seit 1976 ab der Reichenbachbrücke verboten. Die Gründe nennt das Umweltreferat: „Die Isar ist ein Wildfluss und das Obere Isartal bis ins Stadtgebiet hinein ein Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet. Das Baden in der sogenannten Kleinen Isar – dem Flussarm rechts des Deutschen Museums – ist deshalb aus Naturschutzgründen nicht möglich.“ Das Baden in der Großen Isar, also im Kanal zwischen Patentamt und Museumsinsel, sei aus Sicherheitsgründen verboten, „da im dortigen Betonkorsett fehlende Ausstiegsmöglichkeiten, Strudel, Abflüsse und Wehranlagen Schwimmer gefährden“. Trotzdem prüft das Referat die Erlaubnis für das Kanalschwimmen. Den Segen des örtlichen Bezirksausschusses hätte Isarlust bereits.

Als temporäres Flussbad ist der Großbadetag angekündigt. Denn das Hauptziel von Isarlust ist ein zusätzliches Freibad. Als geeignete Stelle hat man mit dem Bund Naturschutz den Kanal am Deutschen Museum ausgemacht. Der Bereich sei aufgrund hoher Kaimauern bisher kaum sichtbar und teilweise durch Stacheldraht und durch die stark befahrene Isar-Parallele nicht zugänglich. „Im Gegensatz zur Kleinen Isar besteht hier keine ökologische Korridorfunktion. Das Wasser wird ohnehin etwas weiter unten am Praterkraftwerk und dem Wehrsteg aufgestaut“, erklärt Sina Weber von Isarlust.

Erste Pläne unter dem Motto „Life is a Beach“

Erste Pläne für ein Flussbad unter dem Motto „Life is a Beach“ haben Architekturstudenten aus München entwickelt. Die Entwürfe sollen von Ende Juni bis Ende Juli am Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen ausgestellt werden. Dort ist auch der Ausstieg und eine Abschlussveranstaltungen für den Big Jump gedacht.

Ins Wasser gehen soll man auf Höhe der Reichenbachbrücke an den Frühlingsanlagen. Lebensretter wären vor Ort. Jeder Schwimmer müsste sich einer Belehrung über die Strecke und allgemeine Gefahren im Wasser unterziehen. Der Kanal ist hier bis zu 1,40 Meter tief. Zunächst ist der „Isar-Pokal“, ein öffentliches Wettschwimmen für gute bis professionelle Schwimmer geplant. Im zweiten Durchlauf beim „Isar-Treiben“ dürften dann alle anderen Schwimmbegeisterten diesen Isarabschnitt beschwimmen. Erfahrung mit einem „Big Schwimmtag“ haben die Veranstalter bereits. 2013 und 2014 erhielten sie für einen Tag eine Sonderbadeerlaubnis für die Kleine Isar.

Schweizer Städte als Vorbild für Flussbäder

Zürich ist für Isarlust ein Vorbild. Die 400 000-Seelen-Stadt hat insgesamt fünf Flussbäder. Auch Bern ist für sein kostenfreies Flussbad in und an der kalten und auch mal reißenden Aare bekannt, wo es keine Badeaufsicht gibt.

„Ein Isarflussbad wäre grundsätzlich eine großartige Bereicherung für die Naherholung in unserer Stadt, für die zentrale und spontane natürliche Erfrischung an heißen Sommertagen. Ich bin begeistert von der Idee“, sagt Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs. Man müsse aber die Interessen zwischen „Badefreude einerseits und Sicherheit und Naturschutz andererseits“ gut abwägen. Man prüfe die Idee eines dauerhaften Flussbades noch sorgfältig. Für den 3. Juli ist die Genehmigung ebenfalls noch offen. Laut Jacobs fehlen noch Unterlagen.

Im Bezirksausschuss Ludwigs-/Isarvorstadt befürchtet die CSU unter Fraktionssprecher Florian Florack eine Kommerzialisierung der Isar durch das Bad. Man glaubt nicht an die kostenlose Nutzung. Die Mehrheit von SPD, Rosa Liste und Grünen hat dem Testschwimmen im Juli aber schon vorab zugestimmt. „Hier handelt es sich um kein schützenwertes Biotop und der Versuch kann zeigen, ob das was Gescheites ist“, sagte Barbara Turczynski-Hartje, SPD. „Das Bad kann eine Bereicherung für unsere wachsende Stadt sein, ein Testlauf ist sehr wünschenswert“, sagte auch Benoit Blaser (Grüne). Der Bezirksausschuss bewilligte einen Kostenzuschuss von 1000 Euro für das Event.

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