Immer in Bewegung: Wolfgang Heubisch will noch lange nicht mit der Politik aufhören. ArchivFoto: Klaus Haag

Ex-Minister wird 70

Wolfgang Heubisch, der Spätberufene

München - Plakate kleben, Parteifreunde werben, PR-Strategie: Schon sehr junge Politiker planen heute früh ihre Karriere. Wolfgang Heubisch hat es anders gemacht. Der Ex-Minister kam erst mit Anfang 60 zur großen Politik – am heutigen Mittwoch wird er 70.

In der FDP war er lange kein großer Name. 2008, da war der Zahnarzt schon 62 Jahre alt, wurde er zum Bayerischen Wissenschaftsminister. Fünf Jahre später flog die Partei aus dem Maximilianeum – und der Minister verlor sein Amt. Inzwischen ist Heubisch einfacher FDP-Stadtrat im Münchner Rathaus. Heute wird er 70 Jahre alt.

Ein Ex-Minister als Stadtrat: Auch diesen Karriereschritt würde kaum einer, der mal Macht hatte, gerne gehen. Aber Heubisch ist eben anders. Ein gebildeter älterer Herr, der im Umgang beinahe etwas Sanftes hat. Einer, dem man abnimmt, dass er jetzt auch gerne mal Jeans und Pullover trägt, aufs Radl steigt und sich nicht chauffieren lässt. Und ein Mann, der das Stadtrats-Mandat durchaus ernst nimmt.

Heubisch ist Kulturpolitiker aus Leidenschaft, im entsprechenden Stadtrats-Ausschuss kann er kämpfen wie ein Jungspund. „Wir Stadträte sollten Selbstbewusstsein haben“, hat er in einem Interview mit unserer Zeitung mal ganz bestimmt gesagt. „Wir sind nahe an den Bürgern – der Haushalt der Stadt ist größer als der manches Bundeslandes.“

Heubisch hatte einst hohe Ämter in der Landesärztekammer und der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft inne. Doch die Parteipolitik sei eine „sehr befriedigende Aufgabe“, hat er einmal gesagt. „Und das wird auch so bleiben.“

Sein Fraktionsvorsitzender im Rathaus, Michael Mattar, kommt gar nicht aus dem Schwärmen heraus, wenn man ihn auf Heubisch anspricht. „Ein unglaublich vielseitiger Mensch!“, ruft Mattar ins Telefon. „Er bereichert uns in jeder Sitzung.“ Mattar sagt, er wünsche Heubisch, dass der all seinen Tatendrang auch im neuen Lebensjahrzehnt beibehält.

Das beginnt der Jubilar, wie es seine Art ist: ganz bescheiden. Er gehe mit seiner Frau essen, sagt Heubisch. Am Wochenende kämen dann seine erwachsenen Kinder zu Besuch. Der Geburtstag, sagt Heubisch, habe für ihn keine besondere Bedeutung. „Früher dachte ich, die 70-Jährigen sind die ganz Alten, aber jetzt fühle ich mich einfach wohl.“ Klingt ganz so, als würde man von Heubisch, dem Spätberufenen, noch einiges hören.

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