Gefahrgutunfall in Moosach

Falsch beladen: Giftige Dämpfe in Speditionsfahrzeug

München - Gerade noch rechtzeitig haben Mitarbeiter einer Moosacher Spedition übel riechende Nitro-Dämpfe bei der Arbeit entdeckt: Ein Kanister war ausgelaufen, giftige Dämpfe hatten sich verbreitet. 

Am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr fiel den Spediteuren auf, dass ihnen unmittelbar nach dem Öffnen der Heckklappen eines Sattelaufliegers stark riechende Nitro-Dämpfe entgegenschlugen. 

Manche der Arbeiter klagten über Kopfschmerzen. Anhand der Ladepapiere konnten sie jedoch nicht nachvollziehen, ob sich Gefahrgut im Laderaum befindet. Der Lademeister informierte daher umgehend die Feuerwehr und die Polizei.

Die örtlich zuständige Polizeistreife wurde von zwei Spezialisten des Gefahrguttrupps der Verkehrspolizeiinspektion München unterstützt. Feuerwehrleute eines ABC-Zuges fanden auf dem vollbeladenen Lkw eine Palette mit 5- und 2-Liter Kanistern und bargen diese, um sie in einer dichten Umverpackung zu sichern. 

Die Annäherung an die Kanister konnte nur mit Atemschutz und Spezialanzügen erfolgen. Es stellte sich heraus, dass die Kanister mit einer leicht brennbaren Flüssigkeit, die als Härter für Mehrkomponentenkleber verwendet wird, gefüllt waren. Ein Kanister war durch falsche Beladung während der Fahrt so beschädigt worden, dass Flüssigkeit auslief und giftige explosionsfähige Dämpfe austraten. 

Da aus den Ladepapieren nicht ersichtlich war, welches Gefahrgut hier transportiert wurde, erwartet den Verlader und den Absender des Gefahrgutes jeweils eine Anzeige wegen Nichtkennzeichnung des Gefahrguts und der falschen Beladung des Sattelaufliegers. Der Fahrer hatte keine Möglichkeit dies zu erkennen oder zu verhindern, da er den verschlossenen und verplombten Sattelauflieger von einer anderen Spedition übernommen hatte.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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