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S-Bahn-Pendler am Münchner HBF

Feierabend-Chaos

Luftballon legt die Stammstrecke lahm

München - Mit Verspätung in den Feierabend: Wegen eines Feuerwehreinsatzes fuhren auf der Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Isartor keine Züge. Der Grund laut Bahn: ein Ballon in der Oberleitung.

Dass sowas von sowas kommt … Ein einziger Luftballon hat am Dienstagabend ausgereicht, um die ­S-Bahn-Stammstrecke für zwei Stunden lahmzulegen – Kurzschluss mitten im Berufsverkehr! Von 17.31 bis 19.36 Uhr ging zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof nichts, kein einziger Zug fuhr.

Wer den Ballon in den ­S-Bahn-Tunnel gebracht hatte: Das weiß keiner. Jener Ballon, mit Gas gefüllt, stieg am Stachus-Bahnsteig in die Luft und berührte die Oberleitung. Ein Knall, ein Lichtbogen, dann Chaos! Das Gas hatte sich entzündet. Zwar wurde niemand verletzt, aber es gab zigtausendfachen Ärger. Denn: Der Strom war weg. Die Feuerwehr rückte an, um Brände und weiteren Schaden auszuschließen. Diese Untersuchung brauchte ihre Zeit – und die Passagiere mussten warten oder umsteigen. Berti Habelt, Sprecher der Bundespolizei: „Mehrere 10 000 Fahrgäste mussten Verspätungen in Kauf nehmen.“ Die S-Bahnen aus dem Westen fuhren bis Hauptbahnhof oder Donnersbergerbrücke und wendeten dort, aus Richtung Osten galt das Gleiche am Ostbahnhof. Ein Bahn-Sprecher: „Insgesamt waren 200 S-Bahn-Züge betroffen.“ Der Bahnhof am Stachus wurde für die Untersuchungen geräumt.

Zusätzliches Problem: Die Pendler, die auf die U-Bahn umsteigen wollten, kamen auch nicht richtig vom Fleck. Zurzeit fährt nämlich die U4 in der Innenstadt nicht. Es fehlen Züge, weil Risse an den Drehgestellen geschweißt werden müssen. Zum Ausweichen stand also eine U-Bahn-Linie weniger zur Verfügung. Noch mehr Gedränge! Auch in der Tram machte es nicht viel Spaß … Und: Die Infos auf Anzeigetafeln und in Durchsagen widersprachen sich teilweise. Leute wurden zwischen verschiedenen Stationen hin- und hergeschickt. Erst um 19.36 Uhr war die Stammstrecke wieder befahrbar – die Lage normalisierte sich langsam.

Es war nicht das erste Mal, dass sich der MVV mit einer Luftballon-Panne rumschlagen musste. Vor rund einem Jahr gab’s einen ganz ähnlichen Fall. Damals hatte ein Luftballon (ebenfalls mit Gas gefüllt) am Marienplatz für Chaos gesorgt. Das war allerdings an einem Samstagnachmittag.

sta, svs, hei

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