Asybewerberheim München
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Hier ereignete sich die Tragödie: In der Asylbewerberunterkunft an der Neumarkter Straße leben viele Familien, überwiegend aus afrikanischen, aber auch osteuropäischen Ländern.

Tragische Verzweiflungstat

28-Jährige erschießt sich in Asylunterkunft

München - Eine 28-Jährige hat sich in einer Münchner Asylunterkunft erschossen. Was zunächst wie ein Mordfall aussieht, stellt sich als tragische Verzweiflungstat heraus.

Eine am Samstag in einem Münchner Asylbewerberheim erschossen aufgefundene Frau hat Selbstmord begangen. „Dies bestätigt sowohl ein Gutachten eines Schusswaffensachverständigen des Landeskriminalamtes, der vor Ort war, als auch das Ergebnis der noch am Abend durchgeführten Obduktion“, erklärte ein Sprecher der Münchner Polizei am Sonntag. Die Beamten hatten zunächst einen Mordfall vermutet und deshalb den Ehemann der Toten festgenommen. Die aus Tschetschenien stammende Familie lebt seit 2014 in München. Die drei kleinen Kinder des Paares sind nun seit Samstag in der Obhut einer städtischen Einrichtung.

Als am Samstag um 12.43 Uhr der Notruf bei der Münchner Polizei eingeht, läuft sofort ein Großeinsatz an: „Mehrere Schüsse in der Asylunterkunft an der Neumarkter Straße“, teilte ein Passant mit, den ein anderer Bewohner auf der Straße angesprochen und um Hilfe gebeten hatte. Binnen weniger Minuten treffen rund 25 Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst in Berg am Laim ein. Die Einrichtung wird abgesperrt, die Mordkommission übernimmt den Fall. Denn vor Ort spricht zunächst vieles für ein Gewaltverbrechen an der 28-jährigen Frau. Erst im Laufe der Ermittlungen ergibt sich ein ganz anderes Bild: Demnach hatte sich die dreifache Mutter gegen 12.40 Uhr in einer gemeinschaftlich genutzten Damendusche mit einem Kopfschuss selbst das Leben genommen. Andere Bewohnerinnen fanden die Tote und riefen deren Ehemann herbei. Als dieser seine Frau sah, griff er nach der neben ihr liegenden Waffe und feuerte im Affekt fünf weitere Schüsse in die Wand und den Boden. Dies alles konnte jedoch erst im Laufe des Samstages von der Polizei rekonstruiert werden.

Der 38 Jahre alte Ehemann sowie die ein, fünf und sieben Jahre alten Buben des Paares waren in der Zwischenzeit in Polizeigewahrsam. Am Sonntag wurde seitens des Präsidiums betont, dass die Ermittlungen noch nicht völlig abgeschlossen seien, allerdings stelle sich der geschilderte Ablauf als sehr wahrscheinlich dar. Das Motiv der Frau dürfte eine seit langem bestehende Depression gewesen sein. So war die 28-Jährige heuer bereits in einer Psychiatrischen Klinik, wo sie auch wegen Suizidgedanken behandelt wurde.

Unklar blieb bislang, woher die Frau die Waffe – eine aus Österreich stammende Glock – hatte. Am Sonntag hieß es, dass gegen den Ehemann wegen möglicher Waffendelikte ermittelt werde, weshalb er zunächst auch noch festgenommen blieb.

Sven Rieber

Sven Rieber

E-Mail:sven.rieber@merkur.de

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