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Flüchtlinge statt Studenten im Johanneskolleg

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Johanneskolleg in Schwabing
Das Johanneskolleg in Schwabing. © Reinhard Kurzendörfer

München - Die Studenten müssen raus, Flüchtlinge ziehen ein: Der Abriss des Johanneskolleg wird dafür auf April verschoben.

Der Münchner Stadtrat hat am Mittwoch sieben zusätzliche Unterkünfte für etwa 1650 Asylbewerber beschlossen. Die ständig steigende Zahl ankommender Flüchtlinge erfordert diesen Schritt (wir berichteten). Unterdessen wurde bekannt, dass die Erzdiözese München und Freising das Johanneskolleg in Schwabing für Flüchtlinge zur Verfügung stellt.

Kirchensprecher Bernhard Kellner bestätigte entsprechende Informationen des Münchner Merkur. Das Johanneskolleg wurde 1963 vom Katholischen Hilfswerk Missio gegründet. Derzeit wohnen hier 112 Studierende aus 43 Ländern. Sie alle müssen allerdings zum 30. September ausziehen, weil das Haus noch heuer abgerissen werden sollte.

Neuer Eigentümer des Gebäudes ist inzwischen die Erzdiözese München und Freising, das den katholischen Missio-Kollegen die baufällige Immobilie abgekauft hat. Die Erzdiözese möchte 84 Mietwohnungen für kirchliche Mitarbeiter bauen, während die Studenten bis zuletzt vergeblich um den Erhalt des Wohnheims gekämpft hatten. Sogar vor dem Amtssitz von Kardinal Marx wurde demonstriert. Dass die Studenten ausziehen müssen, dabei bleibt es. Der Abrisstermin für das Gebäude an der Hiltenspergerstraße ist aber nun auf das kommende Jahr verschoben.

Laut Kellner ist die katholische Kirche schon seit geraumer Zeit mit der Stadt in Gesprächen, in welchen Immobilien Platz für Flüchtlinge wäre. Das Johanneskolleg habe man als geeignet identifiziert. Von Oktober bis April werden dort nun Flüchtlinge untergebracht. „Aufgrund der drängenden Not sehen wir uns in der Verantwortung“, erklärte Kellner. Vor allem in den Wintermonaten brauche die Stadt Unterkünfte. Wie viele Flüchtlinge im Johanneskolleg untergebracht werden, konnte Kellner noch nicht beziffern. Nachdem bislang aber 112 Studenten dort wohnen, dürfte wohl von einer ähnlichen Größenordnung ausgegangen werden.

Klaus Vick

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