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Ein unzertrennliches Team: Mit Zwillingsschwester Gisela Getty stellt Jutta Winkelmann (l.) zahlreiche Fotografien aus.

Schonungsloser Einblick in Alltag

Fotografin Winkelmann: Ihr Krebs-Kampf in einem Comic

München - Jutta Winkelmann kämpft einen nahezu aussichtslosen Kampf gegen den Krebs. Nun gewährt sie in einem Comic Einblicke in ein Leben mit der erbarmungslosen Krankheit.

Oft sind die Schmerzen kaum zu ertragen. Dann bekommt Jutta Winkelmann wieder ein Morphinpflaster. „Mittlerweile habe ich überall Metastasen“, verrät die Münchnerin der tz. Der Krebs frisst sich regelrecht durch Juttas Körper. Ihren Kampf gegen die erbarmungslose Krankheit hat die Fotografin und Autorin nun in einem erstaunlichen Buch verarbeitet: Mein Leben ohne mich (erscheint im weissbooks.w Verlag). Im Comic-Foto-Stil gewährt uns die 67-Jährige einen schonungslosen Einblick in den Alltag einer Todkranken. Das ist oft hart zu lesen, aber immer grundehrlich.

„Ich wollte nichts beschönigen“, sagt die Münchnerin, die mit ihrer Zwillingsschwester Gisela Getty in den 60er-Jahren Karriere als Hippie und Sex-Symbol machte. Berühmt wurde sie dann spätestens 1976, als sie mit Rainer Langhans den „Harem“ in München gründet.

Nach Therapie gilt Winkelmann als geheilt

Im Jahre 2014 der Schock: Jutta Winkelmann leidet an Krebs, macht ihre Erkrankung öffentlich. Scheinbar besiegt sie den Brustkrebs, gilt nach der Therapie sogar als geheilt. Doch die „Hölle“ kommt zurück - in Form von Knochenkrebs. „Jetzt gelte ich als austherapiert“, sagt sie der tz. „Ein schreckliches Wort, oder? Nun will ich meine Krankheitsgeschichte erzählen, bevor es zu spät ist.“

Das Kriechen auf allen Vieren zum Klo, die Gespräche mit Gott, der nicht mit sich verhandeln lässt - all das offenbart die Künstlerin in ihrem Werk. „Ein Teil ist Text, ein anderer Fotos, die ich bearbeitet habe.“. Und trotz all des Leids ist immer auch die Hoffnung zwischen den Zeilen zu spüren. „Ich bin ja noch nicht tot. Und ich kämpfe noch immer für die kurzen schönen Momente“, sagt die tapfere Frau. Wie damals, als sie ihr Freund Helge Schneider im Klinikum Großhadern besuchte. „Irgendwie ist dieses Buch ein Schrei, dass ich leben will.“ Er ist unüberhörbar…

Armin Geier

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