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Unauffällig: Direkt neben den Wertstofftonnen nahe der Lindwurmstraße stand der illegale Altkleider-Container.

Geschäft mit Altkleidern

Münchner ertappt illegale Textil-Sammler

München - Rund 600 Altkleider-Container gibt es offiziell in München, doch auch andere Geschäftemacher stellen immer wieder heimlich welche auf.

In München sind gewerbliche, soziale und kommunale Altkleider-Container erlaubt. Aber nicht für jeden. Das Geschäft ist lukrativ, denn eine Tonne Altkleider bringt 400 bis 500 Euro ein. Ein aufmerksamer Bürger haben nun einen illegal aufgestellten Altkleider-Container in Sendling enttarnt. An der Ecke Spitzweg-/Lipowskystraße nahe dem Treppenabgang zur Lindwurmstraße stand der unerlaubt aufgestellte Sammelcontainer. Der Aufsteller hatte ihn dreist direkt neben die Wertstofftonnen für Kunststoff-, Glas- und Blechabfälle platziert.

Doch ausgerechnet der Aufkleber „Dieser Container ist genehmigt…“ hatte den Bürger skeptisch gemacht, der sich deshalb an den örtlichen Bezirksausschuss Sendling gewandt hatte. Nun hat das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) nach umfassender Prüfung bestätigt: „Der Altkleidercontainer steht auf öffentlichem Verkehrsgrund und ist illegal abgestellt.“

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) wurde in der Zwischenzeit entsprechend informiert. Er ist dafür zuständig, den unerlaubten Sammel-Container abzuholen. Der Aufkleber auf dem Container gibt einen Hinweis auf die für die Sammlung verantwortliche Firma. Genau dieser ist allerdings die Altkleidersammlung im Stadtgebiet München mit inzwischen bestandskräftigem Bescheid untersagt. „Ein entsprechendes Klageverfahren hat die Stadt vor wenigen Wochen vor dem Verwaltungsgericht gewonnen. Alle Container der Firma müssen im Stadtgebiet entfernt werden, so das RGU. Die Pressesprecherin des Referats, Katrin Zettler, bestätigt: „Auf dem Altkleidermarkt sind leider einige schwarze Schafe in Bezug auf die erforderlichen Anzeigeverfahren zu beklagen. Zirka zweimal im Monat ertappen wir nicht angezeigte oder untersagte gewerbliche Sammlungen oder erhalten dazu entsprechende Hinweise.“ In der Regel handele es sich dabei um Container von gewerblichen Alttextiliensammlern. Sehr konsequent leite das RGU bei festgestellten illegalen Altkleidersammlungen ein Bußgeldverfahren ein und untersage die Sammlung im Rahmen einer entsprechenden Anordnung kostenpflichtig.

Insgesamt 22 gewerblichen Unternehmen ist augenblicklich das Altkleider-Sammeln in München untersagt. Die Gründe für die Sperre der Stadt sind zum Beispiel mangelnde Zuverlässigkeit beim Betrieb der Container und zahlreiche Fälle, in denen die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung der gesammelten Alt-Kleider nicht gesichert ist. In München sind kommunale, gemeinnützige und gewerbliche Altkleidersammlungen mittels Sammelcontainer oder Straßensammlung erlaubt. Die meisten Altkleider-Container betreibt die Stadt selbst über den AWM. 500 orangefarbene Container sind dazu stadtweit aufgestellt. „Hier werden alte Kleider sinnvoll weiter verwertet“, sagt der zweite Werksleiter der AWM, Helmut Schmidt. „Darüber hinaus hat das Rote Kreuz rund 100 Altkleider-Container, außerdem sammeln weitere soziale Träger wie die Diakonie, die Aktion Hoffnung und Kolping.“

Auch bei gewerblichen Sammlern habe in den meisten Fällen alles seine Richtigkeit, betont Schmidt. Die schwarzen Schafe würden nun aber auch versuchen, ihre Sammelcontainer auf Privatgrund abzustellen, damit die Stadt nicht so gut gegen sie vorgehen kann. Alle legalen Sammlungen müssen drei Monate im Voraus beim Referat für Gesundheit und Umwelt angemeldet werden. Nach Abschluss des Anzeigeverfahrens entscheidet man dann im jeweiligen Einzelfall, ob die Sammlung zugelassen werden kann oder untersagt wird. Gemeinnützige Sammlungen werden bevorzugt behandelt.

Bettina Ulrichs

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