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Richter Rupert Heindl ist nicht für seinen Sanftmut bekannt - er schickte schon Uli Hoeneß ins Gefängnis. Simone Ballack wurde noch nie verklagt.

"Es ist das erste Mal, dass ich verklagt werde"

Hoeneß-Richter fertigt Frau Ballack ab

München - Simone Ballack (38), die Ex des langjährigen Nationalspielers, stand am Mittwoch vor dem Zivilgericht, weil ein Bauunternehmer 89.000 Euro von ihr fordert.

Mit hochrotem Kopf poltert Richter Rupert Heindl los: „Ihre Aussagen sind widersprüchlich! Bevor man etwas vorträgt, sollte man das prüfen. So etwas macht mich richtig ärgerlich!“

Simone Ballack (38), die Ex des langjährigen Nationalspielers, zuckt mit den Schultern. Mittwoch stand sie vor Gericht, weil ein Bauunternehmer 89.000 Euro von ihr fordert. „Es ist das erste Mal, dass ich verklagt werde“, sagte sie. Sie hoffte auf eine schnelle Lösung. Aber nicht mit Rupert Heindl: Der Richter fertigt Frau Ballack ab!

„Ich kann nicht verstehen, dass Parteien 100 Seiten einer Akte füllen und alle wesentlichen Fragen offen bleiben. Das ist unsäglich“, schimpft Heindl, der schon Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß in den Knast geschickt hat. Auch Simone Ballack hat am Mittwoch nichts zu lachen.

Unterschiedliche Versionen der Ereignisse am 25. September 2015

Über das Bauvorhaben auf Ballacks Grundstück gibt es unterschiedliche Versionen. Den Unternehmer hatte Simone Ballack beauftragt, einen Anbau für ein Kinderzimmer an ihrem Haus am Starnberger See hochzuziehen. Aber dann gab’s Streit: Wegen der Bäume im Garten und wegen eines Baumhauses, das Ballacks Buben gebaut hatten, passte der Kran angeblich nicht aufs Grundstück.

Fluchend soll der Unternehmer abgezogen sein: „Er sagte so etwas wie: Mog in ned. Kann i ned. Hab i koan Bock drauf.“ Und fuhr davon – was Ballack als mündlichen Vertragsbruch deutete. Vor Gericht geht’s jetzt um’s Geld. Denn der Unternehmer pocht auf den Vertrag, den er nie gekündigt habe. Der Auftrag von Frau Ballack war angeblich 161 000 Euro wert – ein anderes Projekt habe die Firma deshalb abgesagt und geriet dann in finanzielle Schwierigkeiten. Die entscheidende Frage: Was passierte am 25. September 2015 wirklich? Heindl will es genau wissen: „Was hat der Mann zu Ihnen gesagt? ‚Ich baue HIER nicht‘, oder: ‚Ich baue SO nicht‘?“ Also heute nicht – oder nie mehr? Ganz sicher ist sich Simone Ballack da auch nicht mehr: „Es war ein zehnminütiges Gepolter.“ Aber Heindl bleibt hart: „Ich will den exakten Wortlaut.“ Ballack: „Er sagte, er kommt nicht wieder. Ich habe vier Zeugen dafür. Mir blieb also nichts anderes übrig, als die Kündigung anzunehmen.“

Ballack lehnt Vergleich ab

Strittig ist: War der Mann überhaupt befugt, die Firma offiziell zu vertreten? Er führte zwar die Gespräche. Den Vertrag für das Bauprojekt hatte er angeblich aber nie unterschrieben – sondern wohl seine Frau. Typisch Heindl: Er ließ Mittwoch sofort die Unterschriften abgleichen. Dazu kommt: Laut Anwalt Karlgeorg Stork leitet gar nicht der Unternehmer die Firma, als Geschäftsführer steht im Handelsregister dessen Sohn.

Blöd für Ballack, die wohl bald zahlen muss. Sie lehnte einen Vergleich vorerst ab. Heindl hatte vorgeschlagen, dass sie dem Unternehmer 30 000 Euro zahlt. Richter Heindl: „Wir sind hier noch lange nicht am Ende.“

Andreas Thieme

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