Beerdigung Max Mannheimer OB Dieter Reiter
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Münchens OB Dieter Reiter legt nach jüdischem Brauch einen Stein auf das Grab.
Beerdigung Max Mannheimer 
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Mehrere hundert Trauergäste begleiteten den Sarg zur Beisetzung.
Beerdigung Max Mannheimer Christian Ude Ernst Mannheimer
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Münchens Alt-OB Christian Ude (re.) mit Mannheimers Sohn Ernst.
Beerdigung Max Mannheimer Franz von Bayern Charlotte Knobloch
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Herzog Franz von Bayern mit Charlotte Knobloch.

Holocaust-Überlebender war am Freitag gestorben

Max Mannheimer in München beigesetzt

München - Bewegende Trauerfeier für Max Mannheimer (96): Der am Freitag verstorbene Holocaust-Überlebende ist in München beigesetzt worden. 

Auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München-Freimann sind 8500 Münchner Juden bestattet. Große Namen sind darunter, wie Hans Lamm, einst Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde. Oder Philipp Auerbach, einst Staatskommissar für religiös oder politisch Verfolgte. Auf manchen Grabsteinen steht: „deportiert und umgekommen“; oder „deportiert nach Riga 1941“. Aber auch: „gefallen vor Verdun, Mai 1916“.

Nun ist auch Max Mannheimer, Bayerns, vielleicht Deutschlands wichtigste Stimme im Kampf gegen das Vergessen der NS-Verfolgung, dort beigesetzt. „Lieber Max, Du warst einzigartig, du bist unersetzlich“, sagte Charlotte Knobloch in ihrer Trauerrede.

Sie lernte Max Mannheimer als jungen Mann kennen – kurz nachdem er dem KZ Mettenheim bei Mühldorf entronnen und bei Tutzing aus einem Todeszug von Typhus gezeichnet endlich befreit worden war. Er war ihr Ratgeber und ein enger Freund – auch wenn sie „mitnichten immer einer Meinung“ waren. Doch der Verstorbene habe Differenzen mit seinem unvergleichlichen Humor stets überbrückt. Auf Jiddisch gesagt: „Er war a Mensch“.

Nicht verantwortlich für die Vergangenheit - aber für die Zukunft

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter trug sich ebenso wie sein Vertreter Josef Schmid in ein Kondolenzbuch ein. „Es ist wichtig, dass die Stadtspitze in ihrer politischen Breite vertreten ist“, betonte Schmid. Auch die Alt-OB’s Hans-Jochen-Vogel und Christian Ude, Kultusminister Ludwig Spaenle und der Vertreter des Hauses Wittelsbach, Franz von Bayern, kamen, um Max Mannheimers Tochter Eva und dem Sohn Ernst zusammen mit ihren Familien zu kondolieren. Einen Ehrenplatz bei der Trauerfeier hatte die Schwester des Karmeliterklosters auf dem Gelände der Dachauer KZ-Gedenkstätte, Schwester Elija Boßler, mit der Mannheimer in den letzten Jahren eng befreundet war.

Unter den Trauergästen waren auch Vertreter von Geschichtsinitiativen, die Max Mannheimer stets unterstützt hatte – zum Beispiel Anna Andlauer aus Markt Indersdorf, Friedrich Schreiber aus dem Würmtal, sowie der ehemalige Bürgermeister von Gauting, Ekkehard Knobloch. „Den Max kannte ich über seine Malerei, die er in der Stockdorfer Kirche ausgestellt hatte.“ Anfang der 1980er Jahre war das. Mannheimer half dann sehr, die ersten Todesmarsch-Mahnmale im Würmtal aufzustellen. Er saß auch in der Jury, die den Mahnmal-Entwurf auswählte. „Max war eine Autorität.“

Charlotte Knobloch zitierte ein Mannheimer-Wort: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber was in Zukunft geschieht, dafür schon.“ Max Mannheimer sei verstummt, sagte die Präsidentin der Kultusgemeinde. Aber sein Auftrag bleibe auch in einer Zeit, da die Zahl der ehemaligen KZ-Häftlinge immer weniger werde.

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