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Maria Kurz-Adam wechselt ins Bildungsreferat. 

Chefin seit zwei Jahren krankgeschrieben

Jugendamt: Verwaister Chefsessel wird besetzt

München - Nach zwei Jahren Krankschreibung tut sich was: Die umstrittene bisherige Leiterin des Jugendamts, Maria Kurz-Adam, wechselt nach Informationen unserer Zeitung ins Bildungsreferat. Die Stadt sucht nun einen Nachfolger. Einen Interessenten gibt es bereits.

Seit zwei Jahren ist der Chefsessel im Münchner Jugendamt verwaist. Seit dem vergangenen Wochenende gibt es Hoffnung, dass Deutschlands größtes Jugendamt bald wieder ordnungsgemäß geführt wird: Unter der Verfahrensnummer 16-3989-075 hat die Stadt München die Stelle des Jugendamtsleiters neu ausgeschrieben.

Gesucht wird eine „engagierte Persönlichkeit“ für das „Führen und Leiten des Stadtjugendamtes mit der Dienstaufsicht über etwa 1300 Mitarbeiter im Stadtjugendamt und der Fachaufsicht über rund 2000 Mitarbeiter im Stadtjugendamt und in den Sozialbürgerhäusern sowie einem Produktvolumen von zirka 420 Millionen Euro“. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 16. Dezember.

Ärger um die Krankschreibung

Mit der Stellenausschreibung endet ein leidiges Kapitel der städtischen Personalpolitik. Die Lage war verzwickt: Die Psychologin Maria Kurz-Adam (56), seit 2006 Leiterin des Stadtjugendamts, war seit Herbst 2014 zunächst zeitweise und schließlich dauerhaft krankgeschrieben. Für Juli 2016 hatte die 56-Jährige ihre Rückkehr angekündigt, doch auch danach blieb sie der Arbeit fern. Dazu kam, dass seit August zudem der kommissarische Leiter des Jugendamts, Markus Schön, seinen Posten wegen einer ungeklärten Vertragsvergabe ruhen lassen muss. Für Unmut – auch bei ihren ehemaligen Mitarbeitern – hatte Kurz-Adam zuletzt gesorgt, weil bekannt wurde, dass sie im Krankenstand Vorträge hielt und ein Buch verfasst hat.

Berichte über diese Nebentätigkeiten könnten nun das Finden einer einvernehmlichen Lösung zwischen der Stadt und Kurz-Adams Anwalt beschleunigt haben. Nach Informationen unserer Zeitung wird Kurz-Adam künftig im Referat für Bildung und Sport tätig sein. Welche Stelle sie dort übernimmt und wann sie ihren Dienst antritt, darüber wollte das Sozialreferat gestern „wegen der Wahrung von Persönlichkeitsrechten und aus Gründen des Datenschutzes“ keine Auskunft erteilen. Auch das Personalreferat war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Warum die Nachfolger-Suche schwierig ist

Bereits seit dem Sommer arbeiteten Sozial- und Personalreferat fieberhaft an einer Lösung für das Personalproblem. Doch die gestaltete sich schwierig. Denn: Eine neue Leitung kann nur gesucht werden, wenn die Amtsinhaberin ausscheidet. Dazu hätte Kurz-Adam aber entweder für dienstunfähig erklärt werden müssen – oder für die Psychologin im Rang eines Stadtdirektors musste eine adäquate Stelle anderswo gefunden werden. Letzteres ist nun offensichtlich gelungen.

Anders als Angestellte beziehen Beamte ihr Gehalt in voller Höhe auch bei längerer Krankheit weiter. Laut Bayerischem Beamtengesetz kann jemand als dienstunfähig angesehen werden, wenn er „infolge einer Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst geleistet hat und keine Aussicht besteht, dass er innerhalb von weiteren sechs Monaten wieder voll dienstfähig wird“. Auf Weisung seines Vorgesetzten muss der betroffene Beamte sich vom Amtsarzt untersuchen lassen. Bescheinigt dieser ihm eine dauerhafte Dienstunfähigkeit, kann der Beamte in den Ruhestand versetzt werden. Dies war aber im Fall Maria Kurz-Adam offenbar nicht gegeben.

Es gibt bereits einen Interessenten

SPD-Stadtrat Christian Müller hat Interesse am Chefposten. 

Bis Mitte oder Ende 2017 wird es wohl dennoch dauern, bis der Stadtrat den neuen Jugendamtsleiter wählt. Bewerber für die Mammutaufgaben im Kinder- und Jugendschutz dürften nicht allzu leicht zu finden sein. Aus informierten Kreisen ist aber zu erfahren, dass es im Rathaus bereits einen Interessenten gibt: SPD-Stadtrat Christian Müller will dem Vernehmen nach seinen Hut in den Ring werfen. Der 49-jährige Sozialpädagoge, der seit 2002 für die SPD im Stadtrat sitzt, ist Fachbereichsleiter für Kindertageseinrichtungen im Caritasverband München und Freising und zweiter Vize-Vorsitzender des Bezirksausschusses Pasing-Obermenzing. Von 1999 bis 2003 war er zudem Vorsitzender des Kreisjugendrings München-Stadt.

Er selbst wollte sich gestern nicht zu möglichen Karriereplänen äußern: „Zu laufenden Bewerbungsverfahren, die mich oder andere Personen betreffen, sage ich nichts.“

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