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Vorsichtsmaßnahme: Schon im Vorjahr mussten Bäume gefällt werden.

Aggressiver Schädling

Käfer-Alarm: Das Baumsterben im Osten geht weiter

München - An Bäumen, die jetzt in Riem gefällt wurden, wurden Larven und Eier des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) entdeckt. Damit wird die Befallszone nochmals ein Stück größer, weitere Bäume müssen gefällt werden.

Bei den Fällaktionen im Juli im Gewerbegebiet Messestadt-Ost sowie im Riemer Wäldchen waren die Experten erneut auf Spuren des Baumschädlings gestoßen. Die Untersuchung der Proben im Quarantänelabor am Institut für Pflanzenschutz der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising bestätigte den Verdacht: In den Stämmen und Ästen befanden sich rund zehn lebende Larven und etwa 35 Eiablagen des Asiatischen Laubholzbockkäfers. Zudem wies das Holz zahlreiche Einbohrlöcher auf.

Bei allen befallenen Bäumen handelte es sich um die Gattung Ahorn. Durch die erneuten Funde muss die Befallszone nun geringfügig Richtung Osten erweitert werden. Im 100-Meter-Radius rund um einen Fundort müssen alle für den ALB in Frage kommenden Wirtspflanzen konsequent gefällt, gehäkselt und verbrannt werden. Was im Gewerbegebiet Messestadt-Ost auf städtischem Grund stand, wurde sofort im Zuge der laufenden Fällaktion entfernt. Ferner müssen in einem kleinen Randbereich des Riemer Wäldchens weitere Bäume abgeholzt werden. Dies passiert voraussichtlich Ende August/Anfang September.

Erst im Frühjahr hatten Baumkletterer beim Monitoring in den Kronen der Bäume im Gewerbegebiet Messestadt-Ost, im Sigmund-Riefler- sowie im De-Gasperi-Bogen fünf Ahornbäume mit ALB-Befallsmerkmalen gefunden. Zeitgleich wurde man auch an zwei Bäumen im Riemer Wäldchen, nördlich der ehemaligen Landebahn des Riemer Flughafens, fündig. Deshalb hatten die Behörden im Juli nach Vorgaben von Bund und EU zur Bekämpfung des Käfers Fällungen durchgeführt.

Mittlerweile der dritte Fund in Riem

Schädlingsalarm: Der Asiatische Laubholzbockkäfer und was er in einem Stück Holz anrichtet.

In Europa gibt es 16 Pflanzengattungen, an denen sich der Käfer bereits vollständig entwickeln konnte. Zudem verlängerte sich der Zeitraum, in dem die Quarantänebedingungen zur Anwendung kommen, um ein weiteres Jahr. Er läuft jetzt erst am 31. Dezember 2020 aus. Es ist mittlerweile der dritte Fund in Riem. Schon im Vorsommer war im Riemer Wäldchen ein ALB-Befall festgestellt worden. Daraufhin wurden dort auf einer Fläche von rund 2,1 Hektar alle befallsverdächtigen Bäume vernichtet.

Riem gehört zur Quarantänezone Feldkirchen. Seit Sommer 2013 sind hier über 700 Laubgehölze gefällt worden. Dabei sind die Gehölze, die von Oktober 2012 bis Frühjahr 2013 großflächig in Feldkirchen und entlang der Autobahn A94 entfernt wurden, nicht mitgerechnet, weil damals noch nicht mitgezählt wurde. Waldperlach, das zur Quarantänezone Neubiberg gehört, ist von den neuen Funden nicht betroffen. Auch dort hatte man vergangenes Jahr einen Spitzahorn mit Käfer-Befall festgestellt. Danach wurden im Wohngebiet von Waldperlach etwa 140 Gehölze gefällt. Zudem waren im angrenzenden Waldstück auf 1,6 Hektar Fläche alle Bäume entfernt worden. Mittlerweile wurde die Kahlfläche mit Eichen wieder aufgeforstet. Im Bereich Neubiberg wurden seit der Entdeckung des Schädlings über 1100 Bäume zur ALB-Bekämpfung gefällt.

Carmen Ick-Dietl

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