+
Michael Mattar, Vorsitzender der FTB-Fraktion.

„Griechische Verhältnisse“

Kliniken-Sanierung: Opposition kritisiert die Stadt-Spitze

München - 900 Millionen Euro bis 2022: FDP-Politiker Michael Mattar wirft der Stadt Steuerverschwendung bei der Sanierung der Kliniken vor.

Der Vorsitzende der FTB-Fraktion im Stadtrat, Michael Mattar (FDP), wirft der Rathaus-Koalition Verschwendung von Steuergeldern in Zusammenhang mit der Sanierung der Städtischen Kliniken (StKM) vor. Mattar hatte von der Kämmerei eine Aufstellung über die noch ausstehenden und bereits ausbezahlten Zuschüsse der Stadt an den kommunalen Klinikverbund angefordert. Die Antwort liegt jetzt vor.

Demnach hat das Rathaus in die finanziell angeschlagenen Kliniken bereits 355 Millionen Euro gepumpt, weitere 500 Millionen stünden nach Angaben Mattars noch aus. Insgesamt dürften sich die Kosten für die Stadt auf rund 900 Millionen Euro summieren. Er rechne am Ende sogar mit über einer Milliarde Euro, sagte der FDP-Politiker unserer Zeitung. „Das gigantische Ausmaß der Kosten der Kliniksanierung ist für jeden Steuerzahler skandalös.“

Der kommunale Klinikverbund mit seinen vier großen Häusern Neuperlach, Schwabing, Harlaching und Bogenhausen wäre heute wohl längst insolvent, hätte die Stadt nicht über Jahre die Millionenlöcher gestopft. Das voriges Jahr vom Stadtrat verabschiedete Sanierungskonzept soll den Weg aus der Krise weisen und das StKM auf gesunde Beine stellen.

Allerdings waren einige im Gutachten getroffene Prognosen wohl zu optimistisch. So gibt es eine mehrjährige Verzögerung des Neubaus am Klinikum Bogenhausen, was wiederum die geplanten Sanierungs- und Baumaßnahmen in Schwabing zurückwirft. Auch einen Sanierungstarifvertrag wollte die Klinik-Leitung bereits mit Gewerkschaft und Betriebsrat verhandelt haben. Von diesem verspricht sich das StKM Einsparungen in Höhe von sechs Millionen Euro jährlich. Im März brach Verdi die Gespräche jedoch ab. Seitdem liegen sie auf Eis. Im Herbst soll endlich eine Einigung erzielt werden – hofft zumindest die Klinikleitung. Mattar spricht von „griechischen Verhältnissen“ in Zusammenhang mit der Kliniksanierung.

Nach seiner Ansicht wäre es vernünftiger gewesen, das Harlachinger Klinikum an einen erfahrenen privaten Betreiber zu veräußern, um so Geld für die Sanierung der übrigen Häuser zu erlösen. „Die Versorgung wäre in keinem Fall schlechter geworden – im Gegenteil“, ist Mattar überzeugt. Jetzt sei der Zug allerdings abgefahren. „Und der Steuerzahler ist der Dumme.“

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Rehbockgehörn mit Strass</center>

Rehbockgehörn mit Strass

Rehbockgehörn mit Strass
<center>Ohrringe Strass-Edelweiß (Ohrhänger)</center>

Ohrringe Strass-Edelweiß (Ohrhänger)

Ohrringe Strass-Edelweiß (Ohrhänger)
<center>Kunstdruck-Edition „Heimische Region“ (Bilder)</center>

Kunstdruck-Edition „Heimische Region“ (Bilder)

Kunstdruck-Edition „Heimische Region“ (Bilder)

Meistgelesene Artikel

Schuldenspirale dreht sich schneller

Immer mehr Münchner sind überschuldet. Zum Stichtag 1. Oktober stieg die Zahl der Betroffenen um 4,9 Prozent von gut 100.000 auf knapp 105.000. Eine Trendwende ist nicht …
Schuldenspirale dreht sich schneller

Kommentar: Das Problem lässt sich nicht in München lösen

München - München hat ein Abgas-Problem. Doch in diesem Jahrzehnt wird es kaum mehr gelöst. Laut Merkur-Reporter Ulrich Lobinger gibt es nur eine Möglichkeit, die Luft …
Kommentar: Das Problem lässt sich nicht in München lösen

Luftreinhaltung: Stinker dürfen weiter in die Stadt

München - Die Stadt arbeitet an einer Konkretisierung des Luftreinhalteplans. Nach Informationen unserer Zeitung sind weder ein Einfahrverbot für Diesel-Pkw noch eine …
Luftreinhaltung: Stinker dürfen weiter in die Stadt

Zwei Seniorenheime werden plattgemacht

München - Die städtischen Seniorenheime stehen vor einem großen Umbau: Münchenstift-Chef Sigi Benker will die in die Jahre gekommenen Heime in Untermenzing und …
Zwei Seniorenheime werden plattgemacht

Kommentare