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Der alte und der neue Standort: Das Hauptgebäude der Klinik, derzeit noch im Süden des Altbaus angesiedelt . . .

Start am Klinikum Harlaching

Klinikum München: Größte Krankenhaussanierung Bayerns startet

München - Die Generalüberholung der Münchner Kliniken ist die größte Krankenhaussanierung Bayerns – Start ist in Harlaching mit einem gewaltigen Neubau. Voraussichtlicher Baubeginn ist im Frühjahr 2018, jetzt wurden die Pläne vorgestellt.

Eine Dreiviertelmilliarde Euro soll in die Sanierung der vier Kliniken der Städtischen Klinikum München GmbH – Bogenhausen, Schwabing, Harlaching und Neuperlach – fließen. Das Klinikum Harlaching erhält laut vorläufiger Kostenschätzung 250 Millionen für eine Radikal-Sanierung. Die Klinikleitung rechnet mit einer Förderung durch den Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt: 60 Prozent der Kosten sollen übernommen werden.

Die Neubaupläne wurden Dienstagabend erstmals den Anwohner vorgestellt. Sie sehen vor, die alten Behandlungsgebäude abzureißen. Es müsse dringend gehandelt werden: „Spitzenmedizin machen wir hier trotz, nicht wegen der baulichen Strukturen“, erklärte Klinikleiter Phill Hill. Auf dem weitläufigen Areal solle bei laufendem Betrieb ein langer schlauchartiger Komplex mit einer Nutzfläche von 34 000 Quadratmetern entstehen. Die Bettenzahl wird reduziert, von 600 auf 550.

Bereits 2011 gab es eine Baugenehmigung für einen Neubau. Damals sollten 266 Millionen Euro investiert werden – ein deutliches Zeichen, dass man an dem von Sanierungsplänen und Schließungsgerüchten gezeichneten Klinikum festhält. Dann kam die Finanzmisere der Städtischen Kliniken, und die Baupläne landeten in der Schublade. Vor allem das Klinikum Harlaching war nach Berichten über vermeintliche Pflegemängel in die Kritik geraten. Zudem gab es Wirbel um die Verstrickung privater Investoren bei einem Erweiterungsprojekt des „Krankenhauses für Naturheilkunde“ (KfN) auf dem Areal des Städtischen Klinikums Harlaching.

Ein fünfstöckiges Gebäude soll entstehen

. . . soll nach Nordwesten versetzt neu gebaut werden. Dann wird das alte Haus abgerissen.

Der Ärger über private Bauträger hat nachgelassen, die Sorgen um das viel größere Neubauprojekt des Klinikums bleiben. Heftige Diskussionen entbrannten um jene Themen, die den Anliegern schon damals auf den Nägeln brannten: Die Angst vor Baulärm und Verkehrsbeeinträchtigungen und der geplante Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Klinik-Neubaus. Hinzu kommt die Befürchtung, am Ende könnten nur Bauzeit und –kosten steigen statt Bettenzahl und Personaldichte.

Tatsächlich unterscheiden sich die Entwürfe des Architektenbüros Schuster Pechtold Schmidt nur wenig von denen aus dem Jahr 2011. Es soll ein fünfstöckiges Gebäude entstehen. Alle medizinischen Leistungen werden unter einem Dach gebündelt. Das Biotop sowie die denkmalgeschützten Gebäude im Süden des Geländes bleiben unangetastet. Neu ist die Lage des Neubaus. Ursprünglich war er im Westen situiert. Um den Abstand zum KfN und dem umliegenden Wohngebiet zu vergrößern, liegt das Gebäude nun zentral auf dem Klinikgelände. Der umstrittene Landeplatz auf dem Dach für den am Klinikum stationierten Rettungshubschrauber bleibt. „Wir reden hier aber von einer Landung pro Tag“, beruhigt Erwin Stolpe, Ärztlicher Direktor der ADAC-Luftrettung.

Das Grundkonzept steht

Auch das Parkgelände wird ausgebaut. „Die Verkehrs- und Parksituation behalten wir im Blick“, verspricht Clemens Baumgärtner und fügt hinzu: „Uns war es wichtig, sehr früh in den Dialog zu treten, vor allem, weil viele Anwohner die Informationspolitik beim letzten Anlauf kritisiert haben.“

Klinikum und Bezirksausschuss hatten 1200 Anwohner aus der Nachbarschaft zur Vorstellung eingeladen. Am Ende kamen ungefähr 120. Die Zusammenarbeit zwischen BA und Klinikum ist eng, beide sind überzeugt von den Neubau-Plänen. Traumamedizin, Schlaganfallversorgung, Geburten und Kindermedizin sowie Altersmedizin sollen ausgebaut werden.

Angestellte Ärzte, Pflegepersonal und Anwohner kritisieren im Verlauf des Abends, dass die Bettenzahl reduziert werden soll, und dass Nephrologie und Onkologie von Harlaching ins Klinikum Neuperlach umziehen sollen. Die Klinikleitung hört zu, will Einwohner einbeziehen, aber fest steht: „einen Plan B gibt es nicht.“ Das sagt Jan-Willem Stein, Projektsteuerer von der Bilfinger Bauperformance GmbH. Das Bauprojekt befindet sich in der „Vorentwurfsplanung“ – will heißen, das Grundkonzept steht und geht wie vorgestellt im Dezember 2016 durch den Stadtrat. Der Leiter der Städtischen Kliniken rechnet damit, dass das Projekt dort grünes Licht bekommt. Der Zeitplan ist sportlich: Wenn es gut geht, soll der Neubau 2022 fertig sein.

Sophia Bogner

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