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Nach der Gerichtsentscheidung

Kommentar: Zeit für Wege jenseits der Stolpersteine

München - Die Münchner Stolperstein-Anhänger haben vor Gericht verloren. Doch sie werden wohl weiter versuchen, die Stadt zu ihrer Gedenkform zu zwingen. Dabei wäre jetzt eine andere Taktik angebracht, kommentiert Merkur-Redakteur Felix Müller.

Die Frage, wie in München öffentlich der Shoah gedacht werden soll, gehört nicht diskutiert entlang von Paragraphen zur Sondernutzungserlaubnis auf bayerischen Gehwegen. Sondern in der Gesellschaft – und im Stadtrat, der das 2015 würdig und ernsthaft getan hat. Es ist kontraproduktiv, dass der Streit um Stolpersteine vor Gericht weitergeht.

Und es ist tragisch. Nachkommen ermordeter Münchner – vereint durch ihre Geschichte und ihr Anliegen – konnten sich in den Formfragen nicht annähern. Gut, dass der Stadtrat neue Gedenkformen suchte, statt sich für Stolpersteine zu entscheiden, die von vielen Menschen abgelehnt werden. Und nicht nur von Charlotte Knobloch, so oft das ihre Gegner auch betonen mögen.

Die Stolperstein-Freunde wären gut beraten, sich an Josef Schuster zu orientieren, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden. Er befürwortet die Stolpersteine. Und hat trotzdem den Kompromiss des Stadtrats begrüßt. Auch Stelen seien eine würdige Form, hat Schuster gesagt. „Und übrigens auch eine ähnliche.“ Jetzt ist es an der Stadt, den Beschluss ernsthaft umzusetzen. Und an ihren Gegnern, zu bedenken, ob nicht ein gemeinsamer Münchner Weg ihrem Anliegen doch mehr nutzt als endlose Gefechte vor Gericht.

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