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Ein Foto vom Kulturstrand 2013 an der Isar.

Streit um Veranstaltungs-Vergabe

Kompromissvorschlag: KVR will zwei Kulturstrände

München - Im Streit um den Kulturstrand gibt es eine Wende: Die Stadt München hat ihrem Kompromissvorschlag unterbreitet: Zwei Kulturstrände.

Im Jahr 2017 soll es in München zwei „Kulturstrände“ geben. Diesen Plan verfolgt nach Informationen unserer Zeitung das Kreisverwaltungsreferat (KVR). Die beiden Standorte sind allerdings noch unklar. 

Die Fläche um den Vater-Rhein-Brunnen an der Isar, wo der Kultur- beziehungsweise Stadtstrand mit Sand, Bars, Live-Musik und Theater in den beiden vergangenen Jahren stattfand, dürfte gesetzt sein. Als möglicher zweiter Standort ist die Corneliusbrücke, ebenfalls an der Isar gelegen, im Gespräch. Auch dort fand die dreimonatige Freiluftveranstaltung in den vergangenen Jahren mehrmals statt. Der Ostpark ist dem Vernehmen nach als Alternative ausgeschieden. Spannend wird nun sein, wie die Politik den Vorschlag beurteilt. Im Dezember soll der Stadtrat eine Entscheidung treffen.

Benjamin David hat den Kulturstrand in München erfunden.

Die Vergabe des Kulturstrandes hatte heuer einen Rechtsstreit ausgelöst. Der unterlegene Bewerber – die Urbanauten – hatte die Entscheidung des KVR juristisch angefochten. Die Urbanauten hatten den Kulturstrand 2004 ins Leben gerufen. 2016 war der Zuschlag des KVR jedoch an die Urban League GmbH um Zehra Spindler, eine bekannte Akteurin der Münchner Subkultur-Szene, und ihren Kompagnon, Clubbetreiber Dierk Beyer („Nachtgalerie“), gegangen. Benjamin David, Chef der Urbanauten, kritisierte daraufhin das Vergabeverfahren. Die Kriterien der Ausschreibung seien nicht nachvollziehbar gewesen. Er zog vor Gericht.

Ringen um einen Vergleich

Die Auseinandersetzung ist immer noch nicht abgeschlossen. David und das KVR ringen um einen Vergleich. Wie es aussieht, soll der Rechtsstreit mit dem Vorschlag, künftig zwei Stadtstrände abzuhalten, befriedet werden. David hatte schon im Sommer eine dahingehende Kompromisslösung vorgeschlagen. Allerdings wäre wohl nicht gewährleistet, dass die Urbanauten automatisch zum Zuge kommen. Bei der Ausschreibung kann sich jeder bewerben. Gleichwohl dürfte es wahrscheinlich sein, dass ein erfahrener Veranstalter bei zwei Stadtstränden berücksichtigt wird.

Zehra Spindler betrieb den Strand heuer erstmals.

Ungeachtet dessen, wie sich der Stadtrat zu der Frage von zwei Kulturstränden in einem Sommer stellt, haben sich die betroffenen Bezirksausschüsse (BA) Altstadt-Lehel und Ludwigs-/Isarvorstadt bereits positioniert. Letzterer lehnt den Plan des KVR kategorisch ab. Der Platz an der Corneliusbrücke sei zu klein – überdies seien zwei Veranstaltungen in einer derart räumlichen Nähe wenig sinnvoll. Der Strand könnte auch mal in einem anderen Stadtbezirk stattfinden, hieß es. Vom KVR gab es bislang keine Auskunft darüber, ob andere Standorte als die Corneliusbrücke und der Vater-Rhein-Brunnen vorgeschlagen werden.

Nicht ganz so ablehnend reagierte der BA Altstadt-Lehel. Eine Stadt wie München vertrage zwei derartige Kultur-Events, meinten die Grünen und die FDP. Die Veranstaltungen von Zehra Spindler und den Urbanauten hätten sich programmatisch unterschieden, sagte Norbert Weigler (Grüne), weshalb man sich nicht in die Quere kommen würde. SPD und CSU äußerten sich skeptischer. Der stellvertretende BA-Chef Wolfgang Püschel (SPD) bezeichnete die Vorgehensweise des KVR gar als „grotesk“. Den Standort am Vater-Rhein-Brunnen halten Grüne und FDP für gut geeignet. SPD und CSU sind zwar nicht prinzipiell dagegen, würden sich aber ihrerseits eine Verlegung in einen anderen Stadtbezirk wünschen.

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