+
Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Zu viele Betreuer für junge Flüchtlinge?

OB lässt Millionen-Verträge vom Revisionsamt prüfen

München - Sozialreferentin Schiwy berichtet dem Stadtrat von Vereinbarungen mit Sozialverbänden zur Betreuung junger Flüchtlinge.

Wenige Stunden erst war OB Dieter Reiter (SPD) nach seinem Toskana-Urlaub wieder im Büro, da musste er sich schon als Krisenmanager betätigen. Vorige Woche wurden Vorwürfe laut, das Sozialreferat habe am Stadtrat vorbei millionenschwere Verträge mit Sozialverbänden abgeschlossen.

OB Reiter sprach mit Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) über den Sachverhalt. Ergebnis: Das Toskana-Feeling war verflogen und Reiter kaum schlauer als zuvor. Denn inhaltlich konnte Schiwy wenig zur Aufklärung beitragen.

Die Verträge mit neun Sozialverbänden zur Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) waren noch unter Ägide ihrer Vorgängerin Brigitte Meier geschlossen worden. Schlampige Abrechnungen im Zusammenhang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen hatten Meier im Frühsommer den Job gekostet. Weil sie selbst „hohe Zweifel“ an der Rechtmäßigkeit der Verträge hatte, beauftragte Schiwy vor Wochen die Innenrevision ihres Hauses, die Rechtmäßigkeit der Verträge zu untersuchen.

Dies war Reiter aber nicht genug. Der OB übertrug nach dem Gespräch mit Schiwy dem städtischen Revisionsamt die Prüfung des Falls. „Ich glaube, das ist erforderlich“, sagte Reiter am Mittwoch im Stadtrat. Dort hatte sich Schiwy zu den Vorwürfen geäußert. Ihren bisherigen Erkenntnissen nach habe das Sozialreferat unter Meier Verträge mit neun Sozialverbänden abgeschlossen. Darin war eine Verdoppelung des Betreuungsschlüssels vereinbart worden. Bislang betreut in München ein Sozialpädagoge fünf unbegleitete Flüchtlinge. In den neuen Verträgen war ein Schlüssel von 1:2,5 festgelegt worden.

Der Vorwurf lautet nun, das Sozialreferat habe mit der Schlüssel-Verdoppelung die Sozialverbände unterstützen wollen. Weil die Zahl der UMF stark gesunken ist, hätten diese sonst Personal entlassen müssen – anders bei einem Betreuungsschlüssel von 1:2,5. Eine erste Einschätzung der Revisionsämter soll nach der Sommerpause vorliegen. Laut Schiwy ist unklar, ob das Sozialreferat dem Stadtrat die Verträge zur Billigung hätte vorlegen müssen.

Jutta Koller (Grüne) warnte davor, dass die Zahl der Flüchtlinge wieder steigen könnte. „Wer weiß, wie lange der Flüchtlings-Deal mit der Türkei hält.“ München sollte deshalb vorbereitet sein. Fritz Schmude (Alfa) sprach von einer „Schweinerei“ und handelte sich dafür einen Rüffel des Oberbürgermeisters ein. „Sie sollten erst das Ergebnis der Prüfung abwarten, bevor sie das Wort mit s benutzen.“ Reiters Toskana-Stimmung war spätestens jetzt verflogen.

Auch interessant

<center>Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch</center>

Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch

Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch
<center>König Ludwig 4er Set mini</center>

König Ludwig 4er Set mini

König Ludwig 4er Set mini
<center>Mahlzeit - Die besten Rezepte aus ganz Bayern</center>

Mahlzeit - Die besten Rezepte aus ganz Bayern

Mahlzeit - Die besten Rezepte aus ganz Bayern
<center>Fächer "Liebestaumel"</center>

Fächer "Liebestaumel"

Fächer "Liebestaumel"

Meistgelesene Artikel

Der depperte Drogen-Dealer

München - Eher per Zufall hat die Polizei am 11. April den Drogendealer Robert W. erwischt. Es hat damit angefangen, dass er ein Polizeiauto im Stau nicht auf seine Spur …
Der depperte Drogen-Dealer

Streit ums Kind: Ehefrau halbtot geprügelt

München - Wenn Wut die Überhand nimmt, kann es böse enden. So wie bei Danail D., der seine Ehefrau bewusstlos prügelte. Auch seine Tochter bekam einen Schlag ab.
Streit ums Kind: Ehefrau halbtot geprügelt

Neue Brauerei: Das Münchner Kindl-Bier kommt zurück

München - Das Münchner Kindl-Bier hat eine lange Tradition - ist jedoch ein wenig in Vergessenheit geraten. Jetzt hat Geschäftsmann Dietrich Sailer die Marke übernommen …
Neue Brauerei: Das Münchner Kindl-Bier kommt zurück

Gericht untersagt Ladestation in Tiefgarage

München - Für sein Elektroauto wollte ein Münchner in der Tiefgarage eine Ladestation montieren – die Eigentümergemeinschaft war dagegen. Er klagte – und scheiterte vor …
Gericht untersagt Ladestation in Tiefgarage

Kommentare