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"So etwas soll nicht wieder passieren", sagt der Vater des Schülers, der den Lehrer anzeigte.

"Kannst nur Döner fressen"

Lehrer soll Bub geschlagen und beleidigt haben

München - „Du kannst nichts außer Döner fressen“ und „Glauben kannst du in der Moschee“ – mit solchen Sprüchen soll ein Münchner Realschullehrer einen türkischen Schüler gedemütigt haben.

Weil der Zwölfjährige außerdem von tätlichen Angriffen seines Lehrers berichtet, hat die Staatsanwaltschaft den 42-jährigen Pädagogen wegen Körperverletzung im Amt angeklagt. Zum Prozessauftakt stand es gestern Aussage gegen Aussage.

Der Fall spielt an einer Realschule in Obergiesing, wo Rolf K. (alle Namen geändert) nach wie vor Mathematik und Sport unterrichtet. Bis vor kurzem ging Murat (12) dort in die sechste Klasse, nach den Vorfällen hat er die Schule gewechselt. Am Dienstag musste er Amtsrichterin Karin Jung schildern, was aus seiner Sicht im Klassenzimmer passierte.

„Ich sollte an die Tafel kommen und eine Aufgabe lösen“, sagte er. Dem Buben gelang es allerdings nicht, einen Bruch von einem anderen zu subtrahieren. Da habe der Lehrer gesagt, er solle sich wieder hinsetzen – und ihm auf dem Weg zu seinem Platz mit den Worten „Willkommen im Sechser-Club“ mit der flachen Hand auf den Hinterkopf geschlagen. „Es hat sehr weh getan“, sagte Murat – so weh, dass er eine Beule gehabt und gefragt habe, ob er ins Krankenzimmer dürfe. Als keine Antwort kam, habe er bis zur Pause gewartet und dann die Sekretärin um einen Eisbeutel gebeten. Laut Anklage war es nicht das erste Mal, dass Rolf K. übergriffig wurde: Als Murat ihm im Unterricht eine Frage stellte, soll er den Schüler an den Haaren gezogen haben. Murat sagte außerdem noch, Rolf K. habe ihn im Sportunterricht einmal gefragt, ob er ihm „ein Messer in den Kopf rammen“ solle.

Der Pädagoge, der bei der Stadt als Beamter angestellt ist, stritt vor Gericht jede Art von Gewalt ab. „Ich habe den Schüler weder an den Haaren gezogen noch geschlagen.“ Vielmehr habe er ihn nach dem Misserfolg an der Tafel „an der linken Schulter gefasst“ und „zum Platz geführt“. Dass die Worte „Willkommen im Sechser-Club“ fielen, räumt der 42-Jährige ein. Auch den Spruch „Glauben kannst du in der Moschee“ gibt er zu. Schließlich sage er ja zu deutschen Schülern auch „Glauben kannst du in der Kirche“. Diesen Ausspruch habe er für den „türkischen Mitbürger“ abgewandelt. „In der Mathematik glauben wir nicht, wir denken und beweisen.“ Mit einem Messer will er nie gedroht haben: „Ich habe ihn gefragt, ob er etwas am Kopf hat“ – denn Murat habe ihm mehrfach dieselbe Frage gestellt. Er kenne den Schüler als „Außenseiter“, der öfter Probleme mit Mitschülern gehabt habe.

Der Rektor der Realschule nahm seinen Lehrer vor Gericht in Schutz: „Ich kenne ihn als sehr ausgeglichen. Da gibt es kritischere Situationen als eine nicht gelöste Minus-Aufgabe, bei denen man wirklich die Nerven verlieren könnte.“ Als er von den Vorfällen hörte, habe er einige Schüler befragt: „Sie waren sich bis auf einen einig, dass es eher ein leichter Klaps war.“ Aber natürlich sei auch das im Unterricht nicht angebracht.

Ein Grund, warum sich Murat all das ausdenken sollte, fällt auch Rolf K. nicht ein: „Ich hatte keine negativen Erfahrungen mit ihm.“ Der Schüler hatte seinen Eltern nicht sofort von dem Vorfall berichtet – erst durch den Anruf einer anderen Mutter erfuhren sie davon und erstatteten Anzeige. „Wir möchten verhindern, dass so etwas mit anderen Kindern wieder passiert“, sagte der Vater vor Gericht. Am 8. Mai geht der Prozess weiter. Dann sollen zwei Mitschüler und die Sekretärin aussagen.

A. Gerke

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