Viele kassierten zehntausende Euro

Karte: So viel zahlt die Pharma-Industrie an Münchner Ärzte

München - 54 Pharmakonzerne haben erstmals offengelegt, wie viel Geld sie an Ärzte zahlen. Hunderte Millionen Euro flossen 2015 an Ärzte, Fachkreisangehörige und Apotheker. Wer in München wie viel genommen hat, lesen Sie hier. 

Mehr als 575 Millionen Euro ließen Pharmakonzerne im vergangenen Jahr Ärzten, Fachkreisangehörigen und medizinischen Institutionen zukommen. Die Spur des Pharma-Geldes führt auch nach München. Mehr als 20.000 Ärzte und Fachkreisangehörige deutschlandweit haben zugestimmt, als Zahlungsempfänger namentlich genannt zu werden. Eine Recherche von Correctiv und Spiegel Online zeigt, wohin das Geld geflossen ist. Wir haben die Münchner Zahlen oben als große Karte aufbereitet.

Bei diesen Ärzten klingelte die Kasse

Spitzenreiter in München ist Dr. Salvatore Schmidt vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in der Dachauer Straße. Er hat 2015 rund 59.000 Euro für Vorträge, Beratung, Fortbildungsveranstaltungen und Spesen erhalten. Auf Platz zwei folgt Matthias Volkenandt, der mehr als zehn Jahre Leiter der Abteilung für Dermato-Onkologie der Hautklinik der LMU war. Bei ihm stehen rund 47.000 Euro zu Buche. An dritter Stelle folgt Harald Hessel vom Pathologischen Institut der LMU. Sein Honorar 2015: 33.000 Euro. 

Der Spitzenreiter in Deutschland 

Nimmt man die Daten für ganz Deutschland, hinken die Münchner Ärzte fast ein wenig hinterher. Spitzenreiter unter den namentlich bekannten Geldempfängern ist ein Arzt in Essen. Hans Christoph Diener hat im vergangenen Jahr mehr als 200.000 Euro für Vorträge, Beratung, Fortbildungsveranstaltungen und Spesen erhalten. Der Bonner Mediziner Jürgen Rockstroh bekam 148.000 Euro, auf Platz drei folgt der Bochumer Diabetologe Michael Albrecht Nauck mit 128.000 Euro. 

Mehr als zwei Drittel der Ärzte machen keine Angaben

Dunkelziffer: Von 71.000 Medizinern haben nur rund 20.000 Angaben zu ihren Honoraren gemacht. 

Dass diese Ärzte an der Spitze stehen, heißt nicht, dass sie deutschlandweit auch die meisten Zuwendungen bekommen haben. Sie sind nur die Ranglistenführer jener Ärzte, die sich freiwillig an der Initiative beteiligen - und haben damit auch eine wichtige Vorreiterrolle in den Bemühungen um mehr Transparenz. Gut 71.000 Mediziner und Fachkreisangehörige haben im Jahr 2015 Zahlungen von Pharmaunternehmen erhalten. Offenlegen wollten dies im Rahmen des Transparenzkodex nur rund 20.000 von ihnen. Mehr als zwei Drittel der Mediziner möchten also nicht preisgeben, dass, und vor allem wie viel Geld sie von der Pharmaindustrie bekommen.

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