Mann soll Hund grob misshandelt haben

München - Hat der 27-Jähirge sein Tier geschlagen - oder wollte er es retten? Das Boxer-Herrchen steht derzeit vor Gericht.

Rettungsversuch oder brutale Misshandlung? Mit dieser Frage sich muss das Amtsgericht seit Donnerstag beschäftigten. Das potenzielle Opfer: ein junger Hund. Sein Herrchen soll den Boxer mehrfach geschlagen haben, der 27-jährige Personenschützer ist wegen Misshandlung eines Wirbeltieres angeklagt. Er leugnet das - nach seiner Schilderung wollte er das Tier im Gegenteil vor Schaden bewahren und ihm Tabletten aus dem Maul holen.

Der Vorfall ereignete sich im vergangenen August an der Blutenburgstraße. Der Boxer wartete im geparkten Auto auf sein Herrchen. Bei der Rückkehr, so schildert es der Angeklagte, habe er gesehen, dass das Tier die Absperrung zum Heck überwunden und auf dem Beifahrersitz eine Tüte mit Tabletten gefressen habe. „Ich habe ihn im Genick gepackt, auf den Boden gedrückt und die Backen ausgeschüttelt“, sagt er. „Dabei hat er gequiekt.“ Die Schmerztabletten - Ibuprofen und Aspirin - seien sicher nicht gut für das Tier, habe er damals gedacht.

Eine Anwohnerin jedoch zeigte den Mann an und belastete ihn vor Gericht schwer: Sie habe ein „herzzerreißendes Jaulen“ gehört und dann gesehen, wie der Angeklagte mit der Faust ins Heck seines Wagens geboxt habe. Dann habe er den Hund aus dem Auto gezerrt, ihn erst auf den Boden und dann in den Kofferraum geschleudert und nochmals zugeschlagen. „Ich habe ihn gefragt, ob das die richtige Art sei, einen Hund zu erziehen“, sagte die Frau vor Gericht. „Er hat gemeint, es sei ein Polizeihund, der brauche das.“ Der 27-Jährige leugnet diese Aussage. Ein zweiter Anwohner bestätigte die Schläge: „Ich würde vermuten, er hat Angst um sein Auto gehabt.“

Bis heute lebt der Boxer zeitweise bei dem 27-Jährigen: „Er freut sich total, wenn er mich sieht. Er schläft mit im Bett. Ich habe den Hund nicht geschlagen.“ Der Prozess dauert an.

Ann-Kathrin Gerke

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