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So spartanisch grillt Erwin Bauer nur selten. Seit 2009 betreibt er seine Grillschule.

„Mit Bier löschen ist ein Unding“

München - In der Grillschule „Chili & Chill“ lernt man nicht nur die Grundregeln der Grillkunst, sondern auch witzige Rezepte. Der "Meister" Erwin Bauer verrät Tipps und Tricks rund ums Brutzeln.

Grillen will gelernt sein. Deshalb bietet Erwin Bauer seit 2009 mit seiner Grillschule „Chili & Chill“ Kurse rund um der Männer heißestes Hobby an. Der 51-Jährige ist eigentlich gelernter Werkzeugmacher und Industriekaufmann. Im Interview erklärt er, wie man Bananen grillt, woran man gute Kohle erkennt und warum Grillfleisch nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen sollte.

Es ist Frühling, juckt es Sie schon in den Fingern?

Na logisch, ist doch klar. Ich habe dieses Jahr aber schon oft gegrillt, das erste Mal im Januar.

Muss man Grillen denn wirklich erst lernen?

Ich denke schon. Viele haben ja dieses Bild im Kopf: Man sitzt am Lagerfeuer, spießt ein Würstchen auf einen Stock und hält es ins Feuer. Aber man kann wirklich raffinierte Sachen grillen, zum Beispiel Flammkuchen oder Bananen.

Bananen?

Ja, man legt die Banane einfach auf den Grill, bis die Schale dunkelbraun ist. Und danach Vanilleeis dazu! Man kann aber auch Geschmack reinbringen: Man schneidet an der kurzen Seite der Banane ein kleines Stück von der Schale ab und tröpfelt Honig oder Schokolade auf die Stelle. Dann formt man aus Alufolie einen Ring und legt die Banane darauf auf den Grill.

Was landet in den Kursen sonst auf dem Grill?

Ich frage die Teilnehmer immer, was wir machen sollen: Asiatisch, Vegetarisch oder eher Fisch, Würstchen und Steaks. Wir schauen aber auch: Wo stelle ich den Grill auf, damit nichts passiert. Oder: Wie bekomme ich eine gute Marinade hin?

Klappt bei mir nie . . . Was empfehlen Sie?

Wenn man das Fleisch zum Beispiel ein bisschen schärfer haben will, zerdrückt man ein paar Pfefferkörner, schneidet verschiedene Chillisorten klein und legt alles in Rapsöl ein. Am besten lässt man die Mischung in einem Glas ein paar Wochen im Kühlschrank stehen, damit sie gut durchziehen kann. Und ein paar Stunden vor dem Grillen betröpfelt man das Fleisch damit.

Was ist besser - Kohle oder Elektrogrill?

Vom Geschmack her macht das keinen Unterschied.

Ihre Kohle-Tipps?

Bei Grillkohle geht die Hitze schnell verloren, bei Briketts hält sie länger. Man kann Grillkohle übrigens auch testen: Wenn man auf den Sack klopft und die Kohle klirrt, ist sie gut. Und das Anzünden klappt, wenn man unter die Kohle Eierkartons schichtet und anzündet.

Darf das Fleisch direkt aus dem Kühlschrank sein?

Lieber nicht, Grillgut sollte immer Raumtemperatur haben. Sonst tropft beim Grillen der Fleischsaft schnell in die Kohle . . .

. . . dann gibt’s eine schöne Stichflamme . . .

. . . und danach klebt auch noch die ganze Asche am Fleisch! Es ist auch ein Unding, dann zum Löschen Bier auf den Grill zu schütten, dadurch raucht es nur noch mehr. Lieber zieht man erst das Grillgut runter, lässt die Asche ausdampfen und macht dann weiter.

Geht’s auch ohne Explosion?

Klar, am besten schichtet man die Kohle rechts und links auf und stellt eine Schale in die Mitte. Dann tropft der Fleisch-Saft nur in die Schale.

Was ist beim Grillen sonst noch wichtig?

Man sollte vor allem beim Einkaufen nicht sparen. Lieber gibt man im Vorfeld ein paar Euro mehr aus und hat dafür auch mehr davon. Ein paar Gewürze können auch nicht schaden. Und eine gute Zange, mit der man das Fleisch nicht aufschlitzt. Sonst läuft der Saft raus und es wird trocken.

Vielleicht noch ein kulinarischer Tipp?

Gegrillte Weißwurst! Sie schneiden eine Brezenstange in Scheiben, streuen ein bisschen Pfeffer drauf und ziehen die Scheiben durch rohes Eigelb. Dann schneiden Sie eine Weißwurst in Scheiben, schichten Weißwurst und Breze abwechselnd auf einen Spieß - und ab auf den Grill!

Wie sieht eigentlich der typische Teilnehmer in ihren Kursen aus?

Auf jeden Fall männlich (lacht). Von den bis zu zwölf Teilnehmern sind in der Regel nur zwei Frauen. Es kommt aber ziemlich oft vor, dass Frauen ihren Männern einen Kurs schenken.

Trauen die Frauen ihren Männern am Grill etwa nichts zu?

Vielleicht (lacht). Vielleicht haben sie es satt, zu sagen: „Das schmeckt aber toll, was du da aufgetischt hast!“, owohl es nicht gerade ein Highlight war.

Das Gespräch führte Kai Göpfert.

Informationen

zu Anmeldung und Terminen gibt es im Internet auf der Seite www.grillschule-muenchen.de. Ein Kurs kostet 79 Euro, das Grillgut wird gestellt. Zwei von acht Kursen sind bereits ausgebucht.

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