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Am 13. April fand die Polizei die Leiche von Sylvia Z. (†35). Ihr Körper wies mehrere Stichverletzungen auf.

Jetzt machen sie ihm den Prozess

Mord in Gern: Hat Robin L. (42) seine Sylvia brutal getötet?

München - Vor einem halben Jahr fand die Polizei die Leiche von Sylvia Z. (†35) in ihrer Wohnung in der Klugstraße (Gern) – sie wurde brutal erstochen! Jetzt wird ihrem Mann der Prozess gemacht.

Kurz zuvor sprang Sylvias Mann und mutmaßlicher Mörder Robin L. (42) aus dem Fenster im dritten Stock. Er überlebte schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage gegen den Nachhilfelehrer erhoben.

„Wir gehen davon aus, dass Robin L. seine Ehefrau heimtückisch getötet hat“, sagt Staatsanwalt Florian Weinzierl zur tz. L. wird nun der Prozess wegen Mordes aus niederen Beweggründen gemacht.

Sylvia Z. (†35).

Alles deutet auf eine Beziehungstat hin. Anwohner berichteten zunächst, das Ehepaar habe stets harmonisch zusammen gewirkt. Doch hinter der Fassade schien das Glück zu bröckeln. Die Mordkommission fand schnell heraus, dass Robin L. und Sylvia Z. Beziehungsprobleme hatten. Auch Staatsanwalt Weinzierl will das nicht ausschließen: „Die Beziehung der beiden wird ein zentraler Bestandteil der Hauptverhandlung sein.“

Robin L. wurde nach seinem Selbstmordversuch in einem Münchner Krankenhaus ins künstliche Koma versetzt. Inzwischen sei der mutmaßliche Mörder aber vernehmungs- und prozesstauglich, bestätigte Weinzierl. Ob und inwiefern sich der 42-Jährige bereits zu den Anschuldigungen geäußert hat, will die Staatsanwaltschaft zum bisherigen Zeitpunkt nicht kommentieren. „Der genaue Tathergang wirft noch offene Fragen auf, die in der Verhandlung geklärt werden müssen“, sagt Weinzierl. Erschwerend kommt hinzu, dass es für die Aufklärung der Tat bislang keine Zeugen gibt.

Robin L. muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Das vermeintliche Tatwerkzeug, da war sich die Mordkommission schnell sicher, ist ein Küchenmesser. Es wurde im Innenhof des Mehrfamilienhauses gefunden. Wenige Meter daneben schlug Robin L. auf dem Boden auf. Eine Nachbarin hatte ihn entdeckt und den Notruf gewählt.
Fest steht: Sylvia Z. wurde brutal ermordet. Eine Obduktion ergab, dass die Betriebswirtin mit mehreren Messerstichen getötet wurde. Der Täter muss bei dem Angriff seine ungeheure Wut ausgelassen haben.

Das Opfer war kurz vor seinem Tod von einer Australienreise zurückgekehrt, wollte danach bei einem neuen Unternehmen richtig durchstarten. Die Datenanalystin hatte zuvor sieben Jahre lang bei einem Telefonanbieter gearbeitet. Einer Freundin erzählte sie von dem bevorstehenden Berufswechsel. Doch Robin L. schien etwas dagegen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft spricht von einer „gestörten Beziehung“. Auch die Mordkommission hatte wenige Tage nach der Tat entsprechende Vermutungen. „Es stand zwar keine Trennung bevor, vermutlich gab es aber für den Mann Anhaltspunkte, dass es dazu kommen könnte“, so Mordkommissionschef Markus Kraus im April.

L. bekommt nun die Chance, sich vor Gericht zu den Vorwürfen zu äußern. Ihm droht lebenslange Haft.

J. Heininger

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